Behinderung

Das Neunte Sozialgesetzbuch zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen ist seit 2001 in Kraft getreten und damit das erste Gesetz, das behinderte und von Behinderung bedrohte Mädchen und Frauen ausdrücklich als eigene Zielgruppe benennt und ihre Gleichstellung in § 1 S.2 SGB IX zu einer zentralen Zielsetzung erklärt.

In Hessen leben rund 300000 Frauen mit Behinderung, deren besondere Situation und Bedarf meist nicht im Blickpunkt von Behindertenpolitik standen. Zugang zum Arbeitsmarkt und die Aufrechterhaltung einer Erwerbstätigkeit wird behinderten Frauen doppelt erschwert: durch ihre Behinderung und ihr Geschlecht. Dabei ist die geringe Erwerbsquote behinderter Frauen in aller Regel nicht auf deren mangelnde Leistungsfähigkeit zurückzuführen. Der Frauenanteil an der Gesamtzahl der als schwerbehindert gemeldeter Personen beträgt 47,3 % - und lediglich 25% bei der Gewährung von Leistungen zur Eingliederung (2000).

Der tatsächliche Frauenanteil wird noch höher geschätzt: Da die meisten der gesetzlichen Nachteilsausgleiche für behinderte Menschen nur an Erwerbstätige erbracht werden, ist davon auszugehen, dass sich eine Reihe von erwerbslosen behinderten Frauen nicht an die zuständigen Ämter wendet und deshalb auch statistisch nicht erfasst wird.

In einer bundesdeutschen Untersuchung von 1999 wurden behinderte Frauen zu ihrer Lebenssituation befragt. 70% gaben an, mindestens ein Kind zu haben. Spezifische Nachteilsausgleiche waren für diese Familien nicht ausdrücklich vorgesehen. Rehabilitations- und Pflegeleistungen sind eng an der Person der behinderten Leistungsempfänger orientiert und meist an ihre Erwerbstätigkeit geknüpft. Das Leben mit Kindern und die hierdurch entstehenden Bedarfslagen (seien es spezifische Hilfsmittel, Kfz-Hilfen oder zusätzliche Assistenz für die Haushaltsführung) finden in der Praxis keine Berücksichtigung.

Quelle: Streit 1/02, Julia Zinsmeister: Der lange Weg zur Gleichstellung: behinderte Frauen und das SGB IX

Seit 2004 ist das Hessische Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Kraft getreten und unter § 5 werden auch hier Frauen mit Behinderungen gesondert benannt:

Zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sind die besonderen Belange von Frauen mit Behinderungen zu berücksichtigen und bestehende Benachteiligungen zu beseitigen ...

Beschwerdestelle:

Beauftragte der Hessischen Landesregierung für behinderte Menschen:
Maren Müller-Erichsen
Hessisches Ministerium des Innern und für Sport 
Friedrich-Ebert-Allee 12
65185 Wiesbaden

0611 3531417

lba@hmdis.hessen.de

Vernetzung:

Weibernetz e. V.
Brigitte Faber
Bundesnetzwerk von Frauen mit Beeinträchtigung
Samuel-Beckett-Anlage 6
34119  Kassel

0561 72885-310

www.weibernetz.de

Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
Samuel-Beckett-Anlage 6
34119 Kassel

0561 72885-166

hkbf@fab-kassel.de

Hessisches Netzwerk behinderter Frauen
Raiffeisenstraße 15
35043 Marburg

06421 42044


Behindertenbeauftragte Stadt Frankfurt

www.frankfurt-handicap.de

Bundesvereinigung Lebenshilfe

www.lebenshilfe.de

Lokale und regionale Anlaufstellen:

Behindertenhilfe in Stadt und Kreis OF e. V.
Ludwigstraße 136
63067 Offenbach

069 809096912

e.schmidt@behindertenhilfe-offenbach.de

www.behindertenhilfe-offenbach.de

CBF-Dreieich e. V.
Tom Korb
Maria-Hall-Straße 36
63303 Dreieich

06103 68159

cbf-dreieich@t-online.de

www.cbf-dreieich.de

Albrecht-Tuckermann-Wohnanlage
Zinkeysenstraße 14
63225 Langen

06103 57166-30

wa-langen@behindertenhilfe-offenbach.de

Broschüren: