Aranda de Duero

Die nordspanische Stadt Aranda de Duero liegt auf 800 Meter Höhe in der kastilischen Provinz Burgos und hat rund 35.000 Einwohner (Stand: Februar 2016). Sie gilt als Kapitale der bekannten Wein-Region Ribera del Duero. Im Umkreis von 80 Kilometern liegen Burgos und Valladolid. Die Entfernung zu Madrid beträgt 160 Kilometer. Der Aranda de Duero besitzt römische Wurzeln und taucht erstmals 1088 in historischen Quellen auf.

Die „Unterwelt“ Arandas ist eine echte Besonderheit: Fast unter der gesamten Altstadt befinden Weinkeller. Diese Bodegas - womit hier echte Weinkeller gemeint sind, nicht einfach Lokale dieses Namens - werden insgesamt durch sieben Kilometer lange Tunnel miteinander verbunden. Teile davon sind noch zugänglich und werden bei Festen und von Vereinen genutzt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die historische Altstadt mit ihren kleinen Gassen, die gotischen Kirchen, eine romanische Brücke und der zentrale Platz, die Plaza Mayor. Im restaurierten Innenraum der Kirche San Juan können Besucher Kunstobjekte aus über 500 Jahren Kirchengeschichte besichtigen. Das hübsche, altertümliche Haus der Kugeln (Casa de las Bolas) beherbergt Gemälde aus der Sammlung des Ingenieurs Félix Cañada. Die Bilder stammen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert und veranschaulichen die Entwicklung des europäischen Kunststils. Darüber hinaus sind das Eisenbahn- und Keramikmuseum einen Besuch wert.

Aranda verfügt über zwei große Gewerbegebiete, Allenduero und Prado Marina, das an einer Eisenbahnlinie liegt. In der Stadt gibt es darüber hinaus ein großes Logistikzentrum und einen LKW-Park mit rund 50 Betrieben. Die größten Unternehmen und Arbeitgeber sind in den Bereichen Pharmazie, Stahl, Automobilindustrie und in der Herstellung von Reifen sowie von Milchprodukten tätig.

Der zweitwichtigste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Dazu gehört vor allem die Viehzucht, denn Aranda ist bekannt für sein „Lechazo Asado“ (gebratenes Milchlamm im Steinofen) und seine Blutwurst. Daneben hat auch der Weinanbau große Bedeutung, denn die Umgebung des Flusses Duero bietet eine ideale Anbaufläche für Reben. Wein hat hier immer eine entscheidende Rolle gespielt. Ihm ist auch geschuldet, dass Aranda de Duero heute den ältesten historisch nachweisbaren Stadtplan Spaniens besitzt. Er entstand während eines Rechtsstreits, bei dem es um einen Weinkeller ging. Der Tourismus ist ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein. Besonders zu Zeiten der großen Fiestas ist Aranada einen Besuch wert.

Wer im Frühling in die Gegend kommt, wird in einigen Ortschaften die „Marzas“ hören – rituelle Gesänge romanischen Ursprungs, mit denen das Erwachen der Natur gefeiert wird. Im Mai wird das „Maikreuz“ festlich aufgestellt. An Ostern schwebt beim „Bajada del Ángel“ ein als Engel verkleidetes Mädchen vom Himmel über Aranda ab und an Pfingsten feiert Aranda die Fiestas Patronales: Die Schutzpatronin der Stadt, die „Jungfrau der Weinberge“, wird in einer Prozession durch die Straßen getragen, begleitet von den schrillen Zurufen und dem Klang von Hunderten von Kastagnetten. Sie bitten ihre „Virgen de las Vinas“ um Wasser für das Erntejahr.

Weitere Infos (auf Spanisch): www.arandadeduero.es