Weitere Infos

Die europaweit geltende Abfallverzeichnis-Verordnung stuft asbesthaltige Abfallstoffe als gefährlichen Abfall ein, eine Annahme auf dem Langener Wertstoffhof ist aufgrund der hohen Sicherheitsauflagen und aus Arbeitsschutzgründen nicht möglich.

Adressen und Hinweise zur regionalen Asbestentsorgung stehen auf den Internetseiten der Rhein-Main-Abfall GmbH und der Rhein-Main-Deponie.

Weitere Informationen und Adressen zur ordnungsgemäßen Entsorgung, beispielsweise durch Containerfirmen mit Transportgenehmigung, und Regeln für den sachgemäßen Umgang mit Asbestprodukten gibt es hier:

06103 203-391 Abfallberatung

069 80052-128 RMA

06145 9260-353 Deponie Wicker

Was macht Asbest so gefährlich?

Asbest besteht aus feinfaserigen Mineralien und wurde zur Isolation und Filtration, als Feuerschutz, Dämmmaterial, Katalysatorträger und zur Herstellung von Asbestzement (Eternit) verwendet. Schwach gebundene Asbestprodukte, zum Beispiel Dämmmaterial, verbreiten bereits durch das Berühren Asbestfasern in die Luft.

In fest gebundenem (intaktem) Eternit sind die Fasern fixiert. Sie werden erst durch mechanische Bearbeitung, zum Beispiel durch sägen, bohren, brechen und hochdruckreinigen, oder durch Verwitterung freigesetzt.

Asbestfasern in der Luft (für das Auge unsichtbar) gefährden die Atemwege und können zu unheilbaren Krankheiten (Asbestose) führen. Vom Einatmen der Fasern bis zum Ausbruch der Erkrankung können mehrere Jahrzehnte vergehen. Das Risiko steigt sowohl mit der Dauer der Belastung als auch mit der Intensität. Seit 1993 ist der Einsatz von Asbest in Baustoffen und Elektrogeräten aufgrund seiner Gesundheitsgefährdung verboten.

Asbestquellen

  • Asbest kommt vor allem noch in älteren Baustoffen und Elektrogeräten vor wie in
  • Eternitdächern
  • Dämmplatten
  • Außenwandverkleidungen
  • Lüftungskanälen
  • Blumenkästen
  • Nachtspeicheröfen
  • Durchlauferhitzern
  • Vinylfußböden
  • Fußbodenklebern
  • Heizplatten und -decken 

Bauarbeiten und Entsorgung

Private Bauherren sind selbst für ihre Gesundheit verantwortlich und sollten Schutzkleidung und Atemmaske verwenden. Sie müssen bei der Ausführung von Arbeiten mit asbesthaltigen Baustoffen lediglich beachten, dass die Umwelt und damit Dritte nicht gefährdet werden.

Verboten ist aber zum Beispiel die Reinigung eines Eternitdaches mit einem Hochdruckreiniger, da hierdurch nicht nur während der Reinigung, sondern über einen längeren Zeitraum Asbestfasern freigesetzt werden. Von privaten Bauherren müssen der Immissionsschutz (hier: Verhinderung der Faserfreisetzung) und Teile der Technischen Regel Gefahrstoffe („TRGS 519 Asbest") beachtet werden.

Asbestzementerzeugnisse sind je nach Menge und Plattengröße in Big Bags (über Dachdeckerbedarf oder Baumärkte erhältlich) zu verpacken. Die Abfälle sind so zu sichern, dass während der Beförderung und beim Be- und Entladen keine Asbestfasern freigesetzt werden. 

Schwach gebundene Asbestprodukte, die in Geräte eingebaut sind, dürfen nicht ausgebaut werden. Das ganze Gerät muss entsorgt werden. In Gebäude eingebauter Asbest sollte von einer Fachfirma mit Sachkundenachweis entsorgt werden. 

Bei allen mechanischen Tätigkeiten an Asbestzement ist dieser mit Wasser oder grundwasserneutralen, faserbindenden Mitteln zu besprühen und während der Arbeiten feucht zu halten. Mechanische Beschädigungen (Bohren, Sägen, Fräsen, Brechen) sind soweit wie möglich zu unterlassen, um die Faserfreisetzung zu vermeiden.

Umgang mit Asbest

Verboten ist (das gilt neben Fachfirmen auch für private Bauherren):

  • Reinigen oder neu Beschichten von unbeschichteten Asbestzementprodukten oder Asbestdächern.
  • Überdeckung von Asbestzementdächern, zum Beispiel mit Solarkollektoren.
  • Reinigen von Dachflächen und Fassaden mit Hoch- oder Niederdruckreinigungsgeräten, Drahbürsten, Schleifgeräten oder anderen harten Gegenständen.
  • Werfen und Zerkleinern (zum Beispiel für den Transport) von Asbestprodukten.
  • Transportieren von Asbestprodukten über Schuttrutschen.
  • Lagern, Veräußern oder Wiederverwenden (zum Beispiel als Beeteinfassung, Hangbefestigung, Feuchtschutz bei Außenmauern) von Asbestprodukten.