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HEDDA GABLER

Hedda Gabler will vor allem eins: ein großes Leben, schön, wild und selbstbestimmt. Ihre Heirat mit dem aufstrebenden Historiker Tesman erscheint ihr als der richtige Schritt dahin. Immerhin besteht bei ihm Aussicht auf eine wohldotierte Stelle als Professor. Doch schon die Hochzeitsreise, auf der er seine wissenschaftlichen Recherchen fortsetzt, enttäuscht sie. Hedda empfindet die Ehe als Gefängnis. Mit Tesman wählte sie eben nicht das Abenteuer und die Erhabenheit, sondern das Bürgertum voller einengender Konventionen. Hedda langweilt sich. Sehr. Mit Schießübungen vertreibt sie sich die Zeit. Die Waffen hat sie von ihrem Vater geerbt. Die scharfe Munition auch. Selbst Tesmans Hoffnung auf die Ernennung zum Professor stellt sich als gefährdet dar, als Eilert Løvborg, sein ewiger Konkurrent, die Veröffentlichung eines epochalen Werkes ankündigt. Eilert Løvborg ist ein geistreicher und inspirierender, wenn auch erfolgloser, Autor. Für Hedda allerdings ist Løvborg, mit dem sie früher eine Amour fou verband, genau die richtige Herausforderung: Wenn sie schon nicht über ihr eigenes Leben bestimmen kann, will sie wenigstens einmal Macht über einen anderen Menschen haben. Aber Eilert kommt diesmal nicht allein. Frau Elvstedt, seine treue Mitarbeiterin und ergebene Helferin in der Not, weicht nicht von seiner Seite. Frühere Konflikte und alte Verletzungen gelangen wieder an die Oberfläche. Alte Leidenschaften und neue Feindseligkeiten brechen sich Bahn. Hedda fordert von Eilert eine große, mutige Tat, etwas, das über allem steht. Vollkommen und: Könnten Sie darauf achten, dass das in Schönheit geschieht?, bittet sie ihren Jugendgeliebten Løvborg und gibt ihm zum Abschied eine Pistole; die alles bestimmte Langeweile ist für einen Augenblick verschwunden.

Starke Frauen finden sich einige im Werk von Henrik Ibsen. Hedda Gabler scheint die absolute Antiheldin unter ihnen zu sein, faszinierend, egoistisch und destruktiv. Die Suche danach, was sie antreibt, macht dieses Drama so fesselnd. Langeweile, gekränkte Eitelkeit, die Angst vor dem sozialen Abstieg – rein individuelle Gründe also? Wo bleibt die Emanzipation in diesem Stück mit Showdown? Ibsen unterzieht hier das bürgerliche System einem Crashtest. Reicht unsere Zivilisiertheit aus, um den destruktiven Kräften standzuhalten, die das Dilemma zwischen dem Streben nach Sicherheit und der Verführungskraft der Freiheit hervorruft? Kann man sich Freiheit nur leisten, wenn man ökonomisch abgesichert ist? Ist die Idee der Freiheit eine Illusion, eine Lüge? Und gibt der Zustand unserer Gesellschaft den Überflüssigen, der Schönheit und dem nicht Nützlichen überhaupt noch eine Chance?

Ibsen wählte für den Titel des Dramas den Geburtsnamen der Heldin. Er habe damit „andeuten wollen, dass Hedda Gabler als Persönlichkeit mehr die Tochter ihres Vaters sei, als die Gattin ihres Mannes“.

www.teresa-weissbach.com

 

Preisinformationen

30,60/ 28,40/ 26,20 Euro
inkl. Gebühren & Garderobe

Veranstaltungsort(e)

  • Neue Stadthalle Langen
    63225 Langen
    Südliche Ringstraße 77
    • 06103 203-401

Veranstalter