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Lust auf Langen machen

Initiative wirbt für das lokale Angebot von Handel und Gastronomie

26.08.2016

Der Langener Einzelhandel macht jetzt so richtig Dampf. Der Gewerbeverein, die Gastronomie, der Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Stadtwerke, Kirchen und die Stadt ziehen an einem Strang, damit Langen noch besser, attraktiver und bekannter wird. Bei Workshops zum Citymarketing haben die Akteure in den vergangenen Monaten wiederholt darüber gebrütet, was dazu beitragen kann, die Anziehungskraft des Standorts und die Kundenfrequenz in den Geschäften zu steigern. Entstanden sind eine gemeinsame Initiative und als eines der ersten Projekte ein griffiger Slogan für die Einkaufsstadt Langen. Er klingt frisch und hat Würze, er lautet: „So nah. So gut. So Langen.“

„Den Claim hat eine Arbeitsgruppe der Citymarketing-Leute entwickelt und er hat bei allen Beteiligten Beifall gefunden“, sagen Sven Thierfelder, Augenoptiker an der Bahnstraße und Markus Striegl vom Café Beans am Lutherplatz. „Wir haben Langen als Einkaufsstadt aus der Hubschrauberperspektive betrachtet und analysiert“, erläutert Thorsten Möbus, Inhaber der „Spielzeugträume“ an der Gartenstraße, die Vorgehensweise. „Im Vergleich zu den regionalen Wettbewerbern und denen im Internet kamen wir zu dem Ergebnis: Überraschend, was hier in Langen alles geboten wird. Vielfalt, keine Einöde, Einkaufen und einander treffen geht über die ‚Endpunkte‘ Bahnhof und Stadtkirche hinaus.“

Das Fazit der Gruppe: Das, was Langen als einen Ort zum Einkaufen und Verweilen attraktiv macht, sind Nähe, Qualität und die persönlichen Beziehungen und Erlebnisse. Im Gegensatz zu anderen Mittelstädten verfüge Langen über mehrere kleine Zentren. Insgesamt erstrecke sich das Angebot über eine große, langgezogene Fläche. „Da ist die Orientierung nicht immer einfach. Erst recht nicht für Neu-Langener oder Job-Pendler, die in unser Wirtschaftszentrum kommen“, meint Möbus.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat die Arbeitsgruppe die Kernbotschaft „Wir sind nah und gut“ formuliert und daraus den neuen Slogan kreiert. Er soll fürs Einkaufen und Verweilen werben und ins Bewusstsein rufen, dass Langen eine komplette Stadt ist, in der es eigentlich alles gibt und die enorm viele Vorteile und Möglichkeiten bietet. „Das fällt“, wie es die Strategieberaterin Renate Knapp ausdrückt, „vielleicht nicht immer sofort auf. Denn mit Langen ist es ein bisschen wie mit der Liebe auf den dritten Blick: Immer wieder überraschend nah und gut.“

Für Monika Eigl-Anthes von „Welt der Weine“ an der Wassergasse sind die Überschaubarkeit und die kurzen Wege überall hin echte Vorteile für alle, die in Langen leben und arbeiten. Auch die Qualität der Angebote stimme. Produkte, Dienstleistungen, Erlebnisse – da brauche sich die Stadt nicht zu verstecken. Und genau dafür stehe der neue Slogan. Er mache deutlich, dass sich Langen lohnt und er sei das (Marken-)Versprechen von Einzelhändlern, Gastronomen und den Mitgliedern der Citymarketing-Initiative, dafür die Ärmel hochzukrempeln, ein breites Sortiment sicherzustellen und einen Service zu bieten, den es so im Internet nicht gibt. 

Um aus dem Slogan ein wirkliches Markenzeichen zu machen, fehlte noch ein Signet. In einem intensiven Prozess wurde diskutiert, gescribbelt, geprüft und verworfen, bis ein Symbol allen zuvor gesetzten Kriterien wie Wiedererkennung und Einzigartigkeit standhielt: der Stumpfe Turm, abstrakt dargestellt ‒ ein Zeichen der Identifikation für alle Langenerinnen und Langener. Das Denkmal ist nach den Worten von Frederik Janik von der Werbeagentur Siegel Buck Janik in der Tat eindeutig und unverwechselbar Langen. „Den Stumpfen Turm gibt es nur bei uns. Er ist ein starkes Wahrzeichen, das Geschichten erzählt und unumstößlich seinen festen Platz im alten und neuen Langen hat. So ein Symbol steht für Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen“, erklärt Janik.

Gewiss ist der Stumpfe Turm das wohl schönste Fotomotiv Langens, alle kennen ihn, alle mögen ihn und alle schätzen ihn als Sinnbild. Er stammt aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts und ist Teil der einstigen Stadtbefestigung. Nach 500 Jahren kam eine spitzbogige Türöffnung in die Mauer hinzu – das Weihertürchen. Noch heute begrenzt der Stumpfe Turm die Altstadt nach Osten hin.

Logo und Slogan werden jetzt auf diversen Werbemitteln zum Blickfang. Alle Langener Geschäftsleute können sie verwenden, egal ob sie Mitglieder des Gewerbevereins sind oder nicht, egal ob Einzelhändler, Dienstleister oder Gastronomen. Auch Vereine und andere Institutionen sind zum Mitmachen eingeladen. Es gibt ein ganzes Bündel von großen und kleinen Aufklebern, Aufstellern und Plakaten. Das Signet passt auch wunderbar auf einen Bierdeckel, der ebenfalls im Starterpaket liegt, das bei der Stadt über die E-Mai-Adresse wirtschaft@langen.de kostenlos erhältlich ist. Wer möchte, bekommt das neue Markenzeichen zudem als Datei, um es für eigene Drucksachen und Anzeigen oder für den Webauftritt und Facebook-Account zu verwenden.

Der Startschuss für die Kampagne fällt zur rechten Zeit und zwar zum Langener Markt, dem verkaufsoffenen Sonntag am 4. September, wenn die Innenstadt wieder voller Menschen sein wird. Dann werde, betont Joachim Kolbe, der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, „So nah. So gut. So Langen.“ nicht nur an den Schaufenstern der Geschäfte, sondern auch an zahlreichen Litfaßsäulen und Plakatwänden im großen Stil so richtig Lust auf Langen machen, Lust darauf, in Langen einzukaufen, auszugehen und Geschäfte zu betreiben.

Kolbe ist überzeugt davon, dass die jetzt eingeschlagene Richtung stimmt. Langen sei zwar nicht reich, aber erfolgreich, sei eine echte Wachstumskommune. Die Menschen kämen gerne nach Langen, wegen der guten Lage, weil man schnell am Ziel und die Stadt offen, großstädtisch tolerant und aufgeschlossen sei, dabei überschaubar und eigensinnig, und weil sie unterm Strich über eine ausgezeichnete Ausstattung verfüge: von Kultur, Sport, Kitas, Schulen und Ärzten über Krankenhaus, Feuerwehr, Polizei und Behörden bis eben hin zu den zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und Geschäften. „So nah. So gut. So Langen“ stehe für all dies, sei eine Sympathieformel für Langen, aber kein Ersatz für die bisher von der Stadt verwendeten Slogans „Ideen treffen Menschen“ und „Schnell am Ziel“, sondern ergänze diese optimal mit dem Schwerpunkt fürs Citymarketing.

Es gehe darum, der örtlichen Geschäftswelt in Zeiten des Onlinehandels, des Preiskampfs und der großen Zentren und Shopping-Giganten Rückenwind zu verschaffen. Dass sich Einzelhändler mit der städtischen Wirtschaftsförderung und weiteren Akteuren zusammengetan hätten, um gemeinsam Ideen zu sammeln, Netzwerke zu knüpfen und Projekte zu stemmen, sei in diesen Zeiten genau der richtige Weg. „Die Chancen für die Langener Geschäftswelt sind da“, ist Kolbe überzeugt. „Wir werden in den kommenden Jahren einen massiven Zuzug nach Langen erleben. Diese Menschen werden die ohnehin überdurchschnittliche Kaufkraft in der Stadt deutlich steigern. Sie werden in Langen shoppen und flanieren und in den Restaurants schlemmen. Um diese Impulse zu nutzen und den Kunden den roten Teppich unter die Füße zu legen, seien gemeinsame Anstrengungen und Strategien im Citymarketing das Gebot der Stunde. „Deshalb handeln wir.“ Den neuen Slogan würden Einkaufsgutscheine flankieren, ein Langener Einkaufsführer sei in Planung. „Außerdem lebt unsere Innenstadt auch ohne den derzeit finanziell nicht machbaren großen Umbau der Bahnstraße. Es gibt Kunst- und Beleuchtungsaktionen, den StraßenCarer, mehr Sauberkeit und Sicherheit, neues Mobiliar, eine verbesserte Beschilderung, attraktive Veranstaltungen und umgestaltete Vorplätze wie beim Kaufhaus Braun, bei der Volksbank und jetzt beim Tedi“, nennt Kolbe weitere Beispiele, zu denen auch die geplanten Einkaufszentren am Bahnhof und an der Oberen Bahnstraße zählten.

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