Hochwertige Kinderbetreuung hat ihren Preis

Magistrat schlägt eine Erhöhung der Elternbeiträge vor

Ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot ist unabdingbar für Entwicklung und Bildung von Kindern. Doch die Kinderbetreuung hat ihren Preis – und die Kosten steigen immer weiter, denn die Erzieherinnen und Erzieher sollen jährliche eine adäquate Lohnsteigerung erhalten. Um den Eigenanteil der Erziehungsberechtigten in Langen auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten, schlägt der Magistrat nun eine Erhöhung der Kostenbeiträge vor. Die Entscheidung darüber trifft die Stadtverordnetenversammlung.

Mit massiven Anstrengungen hat die Stadt Langen seit 2020 das Angebot an Betreuungsplätzen in den Bereichen Krippe und Kindergarten enorm ausgebaut und dem tatsächlichen Bedarf angepasst. „Wir können allen Eltern nun die benötigten Plätze anbieten“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Diese Erfolgsgeschichte hat aber auch ihren Preis: Da die Elternbeiträge sowie die Zuschüsse vom Bund nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten decken, ist der finanzielle Anteil der Stadt deutlich auf inzwischen rund 30 Millionen (rund ein Viertel des gesamten Haushaltsvolumens) gestiegen. Und er nimmt angesichts der allgemeinen Kostensteigerungen sowie aktueller Tarifabschlüsse immer weiter zu.

Der Magistrat empfiehlt deshalb – nach „Nullrunden“ in den vergangenen beiden Jahren – nun wieder eine Erhöhung der Kostenbeiträge. Dabei schlägt er der Stadtverordnetenversammlung zwei Alternativen vor: zum einen eine Erhöhung um zehn Prozent, zum anderen eine Erhöhung um 15 Prozent mit einem zweckgebundenen Anteil zum Ausbau der Klimatisierung der Tageseinrichtungen.

Eine zehnprozentige Erhöhung würde der Stadt Mehreinnahmen von gut 147.000 Euro im Jahr 2027 bringen. Die Gesamteinnahmen aus den Kostenbeiträgen lägen dann bei knapp 1,62 Millionen. Die 15-prozentige Erhöhung würde darüber hinaus einen Mehrertrag von rund 70.000 Euro für den Hitzeschutz einbringen. Der Gesamtelternbeirat unterstützt – auch im Hinblick auf die zukünftigen Kinder – eine 15-prozentige Erhöhung mit der Zweckbindung von fünf Prozent für die Klimatisierung in den Kitas.

„Wir bieten eine Kinderbetreuung weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus an“, betont Jan Werner. „Dies sollte sich aus Sicht des Magistrats auch in dem Anteil widerspiegeln, den die Eltern tragen, und nicht generell über eine Grundsteuererhöhung auf alle Bürgerinnen und Bürger übertragen werden.“ Dabei stellt der Bürgermeister ausdrücklich heraus, dass sozial Schwache keine Mehrbelastung zu tragen haben: Bei rund 20 Prozent aller Eltern werden die Kitagebühren vom Kreis bezahlt. Darüber hinaus hat die Stadt Langen vor zwei Jahren für weitere einkommensschwache Familien eine zehnprozentige Sozialermäßigung eingeführt. „Wir stellen damit sicher, dass sich jede Familie und jeder Alleinerziehende in Langen die Kinderbetreuung leisten kann“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Inflationsbedingt erhöht werden soll auch der Verpflegungsbeitrag für einen Platz über Mittag, einen Ganztags- oder Hortplatz von 120 auf 140 Euro, sodass eine Vollkostendeckung erreicht wird. Der Verpflegungsbeitrag für eine reine Vormittagsbetreuung (zehn Euro) bleibt gleich.

Mit der Neufassung der Kostenbeitragssatzung der Stadt Langen für die Benutzung der Tageseinrichtungen für Kinder befassen sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstag, 27. August, sowie der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 3. September. Letztlich entscheiden wird die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 17. September. Inkrafttreten sollen die Erhöhungen am 1. Januar 2027.

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