Raupen fressen Bäume und Büsche kahl
Frostspanner, Eichenwickler und Schwammspinner unterwegs
Über das frische Grün der Langener Flora machen sich derzeit verschiedene Forstschädlinge her. Große Löcher und Fraßspuren am Frühlingslaub, an seidenen Fäden herabhängende Raupen und Zuckerwattenartige Nester in den Baumkronen: All diese auffälligen Naturphänomene sind aktuell ein häufiger Anblick in Gärten, Feldern und Wäldern. Besorgte Bürger haben deswegen schon bei der städtischen Umweltberatung angerufen. Doch es kann Entwarnung gegeben werden: Die Verursacher sind vor allem die für den Menschen harmlosen Raupen von Frostspanner, Eichenwickler und Schwammspinner und weniger der Allergien auslösende Eichenprozessionsspinner.
Die gerade massenhaft auftretenden Raupen Nimmersatt machen ihrem Namen alle Ehre und fressen Bäume und Büsche in wenigen Wochen kahl. Ende Juni bekommen die befallenen Pflanzen jedoch mit dem Johannistrieb wieder neue Blätter, das heißt die Bäume und Sträucher überleben den Kahlfraß.
Anders sieht es jedoch bei den Eichenprozessionsspinnern aus, denn das aus dem Mittelmeerraum stammende Insekt macht auch Menschen zu schaffen. Können seine langen Gifthaare doch Juckreiz, Ausschläge, Augenreizungen und Atemprobleme verursachen. Charakteristisch für den nachtaktiven Falternachwuchs sind seine prozessionsartigen Wanderungen über Äste und Baumstämme in die Kronen. Besonders gefährdet sind Menschen und Tiere, die unter befallenen Eichen beispielsweise bei windigem Wetter spazieren gehen oder die Raupennester berühren. Mit kleinen Widerhaken setzen sich die Haare leicht in der Haut fest. Das darin enthaltene Nesselgift kann eine sogenannte Raupendermatitis hervorrufen. Meist bilden sich auf unbedeckten Hautpartien wie Arme, Gesicht oder Nacken Rötungen, Quaddeln und Pusteln.
Eine flächendecke, aufwendige und teure Bekämpfung ist jedoch nicht möglich und wird daher weder von der Stadt Langen noch vom HessenForst durchgeführt. Deshalb sollten Spaziergänger befallene Stellen mit Eichen möglichst meiden, insbesondere bei Wind, weil die Raupenhäute auch nachdem sie abgestreift wurden, noch schädlich sind bei Hautkontakt. Aus diesem Grund kontrolliert die Grünabteilung bei den Kommunalen Betrieben bis Ende Juni regelmäßig im Stadtgebiet die öffentlichen Spielplätze, Kitagelände, aber auch das Strand- und das Freizeit- und Familienbad. Bei Befall werden die Raupennester mit einem Häutungshormon besprüht. Weitere Fragen beantwortet gerne die städtische Umweltberatung unter der Telefonnummer 06103 203–391 oder per E-Mail umwelt@langen.de.