Vom FDJ-Sekretär zum politischen Häftling
Robert Krug berichtet über seine Schicksalsjahre in der DDR
Was kostet es, der Wahrheit treu zu bleiben, wenn ein ganzes System auf Lügen baut? Die Lebensgeschichte von Robert Krug erzählt von Mut, Widerstand und einer Liebe, die selbst vor dem Verrat durch die Staatssicherheit nicht haltmachte. Er berichtet am Dienstag, 10. November, 18 Uhr, in der Neuen Stadthalle Langen (Tagungsräume 2 und 3) von seinen Schicksalsjahren in der DDR. Die Veranstaltung wird von der städtischen Fachstelle „Demokratie leben!“ durchgeführt. Der Eintritt ist frei.
Als junger Mann glaubte Robert Krug an die DDR. Er wurde FDJ-Sekretär und SED-Mitglied, voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Doch Begegnungen mit Arbeitern, die sich 1953 sowjetischen Panzern entgegengestellt hatten, ließen ihn an den Idealen des Staates zweifeln. Aus dem überzeugten Mitstreiter wurde ein Kritiker – und schließlich ein Mann, der nicht länger schweigen wollte. Es folgten heimliche Botendienste für die Opposition, die Überwachung durch die Stasi und die Verhaftung. Wegen „staatsfeindlicher Hetze“ wurde Krug 1980 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Doch auch nach seiner Entlassung setzte er seinen Widerstand fort. Flugblätter führten zu einer erneuten Verurteilung. Selbst sein Privatleben blieb von der Staatssicherheit nicht verschont: Die Frau, in die er sich verliebte, war ursprünglich auf ihn angesetzt worden. Trotzdem heirateten die beiden.
Robert Krugs Geschichte ist mehr als ein Rückblick auf die DDR. Sie erzählt von einem Menschen, der für seine Überzeugungen einen hohen Preis zahlte, und von der Frage, wie viel Mut es braucht, sich gegen eine Diktatur aufzulehnen. Auch Schüler sind herzlich eingeladen, Geschichte aus erster Hand zu erleben. Denn hinter Begriffen wie Stasi, politischer Haft und Diktatur stehen persönliche Schicksale, die zeigen, wie kostbar Freiheit und Demokratie sind – und warum wir sie nicht als selbstverständlich betrachten dürfen.