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Nächster Schritt hin zur Straßenbahn

Magistrat empfiehlt Beteiligung an Machbarkeitstudie

01.09.2021

Noch ist es Zukunftsmusik, doch die Töne werden klarer und lauter: Nach dem Wunsch des Magistrats soll die Realisierbarkeit einer Straßenbahnverlängerung von Frankfurt bis nach Langen genauer untersucht werden. Eine erste Potenzialanalyse ist zum Schluss gekommen, dass eine solche neue Nahverkehrs-Schienenverbindung ein „vielversprechendes Projekt“ ist. Das Gremium empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung deshalb die Teilnahme an der tiefergehenden Machbarkeitsstudie. Die Kosten von rund 150.000 Euro sollen im Haushalt 2022 zur Verfügung gestellt werden.

Am Stadtrand von Frankfurt ist derzeit Schluss: Wer aktuell in der Main-Metropole in die Straßenbahnlinie 17 steigt, kommt direkt bis an die Stadtgrenze von Neu-Isenburg. Künftig könnte es deutlich weiter gehen. Quer durch Neu-Isenburg und Dreieich bis nach Langen soll die Tram führen und fast damit den ganzen Westkreis mit der Großstadt verbinden, so die gemeinsamen Pläne der vier involvierten Kommunen.

Frankfurt, Neu-Isenburg und Dreieich waren im Frühjahr 2020 übereingekommen, eine Verlängerung der Straßenbahn näher untersuchen zu lassen. Im November 2020 hatte dann die Langener Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, den drei Partnern den Wunsch der Sterzbachstadt nach einer Partizipation an dem Projekt vorzutragen. Dies mündete in einer Kooperationsvereinbarung zur Erweiterung der Potenzialanalyse um die Überprüfung einer Trassenerweiterung nach Langen.

„Diese Analyse hat erfreulicherweise ergeben, dass eine Straßenbahntrasse bis nach Langen grundsätzlich machbar ist und das Projekt erfolgversprechend ist“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Und Erster Stadtrat Stefan Löbig ergänzt: „Jetzt ist es wichtig, dass wir auch den zweiten Schritt gehen und Teil der tiefergehenden Untersuchung sind.“

Denn die Analyse hat auch ergeben, dass der im ersten Schritt angedachte Endhaltepunkt am Wilhelm-Leuschner-Platz nicht das Fahrgastpotenzial hat, um den für einen Bau beziehungsweise eine Förderung erforderlichen Nutzen-Kosten-Index von 1,0 oder mehr zu erreichen. Ganz anders dürfte es mit einer Endstation am Bahnhof aussehen. Deshalb soll nun geprüft werden, ob und über welche Straßenverbindungen dies möglich ist.

„Der Langener Bahnhof mit dem S-Bahn- und dem Regionalbahn-Halt, perspektivisch der Regionaltangente West und dann vielleicht auch noch der Straßenbahn bis nach Frankfurt – das wäre eine ganz neue Dimension des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht nur für unsere Stadt, sondern die gesamte Region“, sind sich Jan Werner und Stefan Löbig einig. „Deshalb ist es gut angelegtes Geld, wenn wir uns nach der Potenzialanalyse auch an der Machbarkeitsstudie beteiligen.“

Insgesamt 150.000 Euro müsste die Stadt dafür aufwenden. 60.000 Euro davon entfallen auf die spezielle Untersuchung („Sondermodul“) der möglichen Langener Trassenführungen. Die Bearbeitungsdauer ist auf zwei Jahre veranschlagt.

„Eines ist klar: Wenn wir jetzt nicht bei der Machbarkeitsstudie dabei sind, ist der Zug sprichwörtlich abgefahren“, wirbt Stefan Löbig. „Dann gibt es keine Chance mehr, später doch noch über eine Straßenbahnverlängerung bis Langen nachzudenken.“ Denn die anderen Projektpartner haben ganz klar festgelegt: Es dürfen keine zeitlichen Verzögerungen entstehen.

„Für uns ist die Teilnahme an der Studie mit keinen Risiken verbunden“, verdeutlicht Jan Werner. „Sollte sich im Laufe der Untersuchung zeigen, dass die Verlängerung nach Langen nicht sinnvoll ist, soll mittels vorab vereinbarter Absprachen ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Projekt möglich sein.“ Dann entstehen der Stadt über die Kosten für die Machbarkeitsstudie hinaus keine weiteren finanziellen Auswirkungen.

Über das weitere Vorgehen beraten der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am 1. September sowie der Haupt- und Finanzausschuss am 9. September. Endgültig entscheiden wird die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 23. September.

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