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Langen soll „Fairtrade-Stadt“ bleiben

Titelerneuerung noch dieses Jahr geplant

10.06.2019

Das zehnjährige Bestehen der weltweiten Kampagne „Fairtrade Towns“ ist eng verbunden mit dem Langener Engagement für die gerechte Sache. Den Titel „Fairtrade-Stadt“ führt Langen jetzt seit sechs Jahren und will sich 2019 wieder für die Titelerneuerung beim ausrichtenden Verein TransFair Deutschland bewerben.

Schon zu Beginn der Deutschland-Kampagne im Jahr 2009 hatte die Vorsitzende des hiesigen Weltladens, Margarete Rölz, dafür geworben, zusammen mit Kirchen, Vereinen und der städtischen Wirtschaftsförderung eine Steuerungsgruppe zu bilden und einen Stadtverordnetenbeschluss herbeizuführen, um Langen zu einer „Fairtrade-Stadt“ zu machen. Dafür mussten einige Kriterien erfüllt werden. Unter anderem sollte im Rathaus bei den Sitzungen der Stadtverordneten und der Ausschüsse sowie im Büro des Bürgermeisters fair gehandelter Kaffee, Tee oder Zucker angeboten werden.

Parallel zur Beschlussfassung „Langen wird Fairtrade-Stadt“ wurde eine Steuerungsgruppe gegründet, die sich seitdem um die Kernaufgaben und weitere Kriterien kümmert, die in der Kommune zu erfüllen sind: Je nach Einwohnerzahl sollte für den Titel eine entsprechende Mindestzahl von Einzelhändlern und Gastronomen Fairtrade-Produkte anbieten oder verwenden. Weiterhin waren Vereine, Kirchengemeinden und Schulen angesprochen, die geeignete Produkte verwenden und Infoveranstaltungen zum Thema organisieren sollten. Die Steuerungsgruppe arbeitet seit 2010 kontinuierlich am Projekt "Fairtrade-Stadt“ Langen, und kümmert sich um die nachhaltige Weiterentwicklung und mediale Verbreitung der Projektziele. Ähnliches Engagement wächst an vielen Orten rund um den Globus: schon fast 600 Fairtrade-Städte gibt es in Deutschland – weltweit sind es bereits über 2.000.

Langens Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe begrüßt das Engagement vor Ort: „Immer mehr Menschen ist es wichtig, mit ihrer Kaufentscheidung dazu beizutragen, dass die Herstellung unserer Alltagsgüter unter menschenwürdigen Bedingungen stattfindet und gleichzeitig die Umwelt geschont wird.“ Die Stadtverwaltung unterstütze diesen Verbrauchertrend auf lokaler Ebene ausdrücklich. „Inzwischen wird in der Bundesrepublik pro Kopf zehnmal mehr für fair gehandelte Produkte ausgegeben als 2004“, sagt Kolbe. Auch die Tatsache, dass große Lebensmittelketten immer mehr Fairtrade-Ware im Sortiment führten, sei ein Indiz für den allmählichen Wandel im Konsumentenverhalten und ein Zeichen, dass fair gehandelte Produkte aus dem Nischendasein in den Weltläden herausträten.

In der Gastronomie hat die Langener Steuerungsgruppe in den vergangenen Monaten weitere Akteure ins Boot geholt: Das Eiscafé La Dolce Vita am Lutherplatz legt jetzt zu seinen Gedecken Karamellgebäck und Zuckersticks aus fairem Handel, das Kreativ-Café Jenefea an der Wassergasse verwendet fairen Honig und Kekse, das Rock-Café Beans am Lutherplatz hat fairen Orangensaft und Schokotäfelchen zum Espresso. Die Eispatisserie Maison de la Glace in Oberlinden bietet seit einiger Zeit auch den Langener Stadtkaffee in den bunten 250 Gramm-Packungen zum Mitnehmen an, verwendet faires Mangopürree für ihr selbstgemachtes Eis sowie faire Zuckersticks zum Kaffee. Das Eiscafé Venezia (Bahnstraße) ist erneut mit von der Partie und gesellt sich damit zu den Engagierten vom Café Emma an der Wassergasse, dem Restaurant „Himmel & Erde“ in der Neuen Stadthalle, dem Anwohnertreff Allerhand in Oberlinden und dem Begegnungszentrum Haltestelle im Nordend.

Mehr Informationen zum fairen Handel in Langen gibt es auf der städtischen Internetseite.

 

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