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Genuss mit gutem Gewissen

Weltladen bietet fair gehandelten Stadtkaffee an

13.03.2017

Wer genießt nicht gern eine frisch aufgebrühte aromatisch, duftende Tasse Kaffee? Mit rund 150 Liter pro Kopf ist die schwarze Flüssigkeit das liebste Getränk der Deutschen. Gut, dass in Langen jetzt ein fair gehandelter „Stadtkaffee“ zu haben ist, der nicht nur schmeckt, sondern auch mit gutem Gewissen konsumiert werden kann.

„Der Stadtkaffee besteht aus gemahlenen Arabica-Bohnen, hat ein naturmildes Aroma und ist sehr ergiebig“, sagt Margarete Rölz vom Langener Weltladen. Der Rohstoff stammt aus dem Hochland von Ruvuma im Südwesten Tansanias, einer Region, in der die Kleinbauern durchschnittlich nur einen halben Hektar Land zu Verfügung haben. Von dort erfolgt dann der Direktimport nach Deutschland durch den Verein „Würzburger Partnerkaffee“, der gute Kontakte nach Tansania pflegt. Erhältlich ist der beliebte Wachmacher vorerst nur im Weltladen an der Bahnstraße 102 für 4,95 Euro pro 250 Gramm-Packung. Geplant ist, ihn künftig auch in anderen Geschäften anzubieten. Für eine geschenktaugliche Optik und den Bezug zur Sterzbachstadt hat die Langener Künstlerin Martina Retzdorff gesorgt und ein farbenfrohes Etikett mit der Stadtkirche in den Landesfarben Tansanias gestaltet.

Seit 2013 ist Langen bereits als „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Die Initiative dafür hat eine Steuerungsgruppe ergriffen, in der sich Vertreter des Weltladens, der Stadtverwaltung, der Schulen und der Kirchen austauschen. Ihre Idee war es jetzt, das hierzulande beliebteste und meistkonsumierte Getränk und dessen Produktionsbedingungen ins Blickfeld der Langener Verbraucher zu rücken.

Die Existenz von 15 Millionen Familien weltweit hängt unmittelbar vom Kaffeepreis ab. Die wichtigsten Anbauländer liegen in Süd- und Mittelamerika, gefolgt von asiatischen und afrikanischen Produzentenländern. „Die Kleinbauern dort sind auf ausländische Märkte angewiesen, der Rohstoffpreis wird von den führenden Konzernen aber immer bis an die unterste Grenze gedrückt“, kritisiert Margarete Rölz. An Preiserhöhungen verdienen meist nur Spekulanten, nicht die Produzenten. „Genau hier setzt der faire Handel an“, erklärt die Fachfrau. Hinter der Fairtrade-Idee steckt eine ununterbrochene Handelskette, die den Kleinbauern Preise deutlich über Welthandelsniveau zahlt, langfristige Abnahme, soziale Arbeitsbedingungen und die sofortige Zahlung nach der Ernte garantiert. Gewinne und Überschüsse werden in Bildungs- und Sozialprojekte für die Familien vor Ort gesteckt und tragen so auch zur Existenzsicherung kommender Generationen bei.

Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt die Idee, einen fair gehandelten Stadtkaffee anzubieten. Die Fairtrade-Auszeichnung sei ein Aushängeschild für die Stadt Langen, setze Zeichen für das sozial verantwortungsvolle Handeln und Wirtschaften und soll auch andere ermutigen, diesen Weg zu gehen. 

Den Verein „Weltladen Langen – FairHandeln e. V.“ gibt es seit 2003. Ihre Idee, fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern zu kundenfreundlichen Öffnungszeiten in der Stadt anbieten, verwirklichten die Vereinsmitglieder noch im gleichen Jahr. Inzwischen ist der Weltladen vom kleinen Ladengeschäft an der Friedrichstraße in die größeren Räumlichkeiten an der Bahnstraße umgezogen. 25 Ehrenamtliche gehören mittlerweile zum Team, das neben Kaffee unter anderem auch Tee, Kakao, Bananen, exotische Trockenfrüchte und Gewürze verkauft.

Mehr Informationen rund um den Langener Stadtkaffee, den Weltladen und fair gehandelte Waren gibt es telefonisch bei Margarete Rölz unter 0151 17503532, direkt im Weltladen an der Bahnstraße 102 oder im Internet unter www.weltladen.de/langen und www.wuerzburger-partnerkaffee.de.

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