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HEXENJAGD

Wir schreiben das Jahr 1692. Teufelswerk! Teufelswerk! Für die nächtlichen Tänze im Wald, nackt, und den seltsamen Zustand der pubertierenden Mädchen gibt es in der kleinen puritanischen Gemeinde Salem, gelegen im heutigen US-Bundesstaat Massachusetts, nur eine Erklärung: Teufelswerk! Helfen kann da nur der bekannte Hexenspezialist Pastor Hale. Er eilt herbei und leitet die Verhöre: Sie seien verführt und verhext worden, geben die Mädchen sogleich als Ausrede an, denn dumm sind sie nicht. Sie haben schnell gemerkt, dass sie der Strafe entgehen können, wenn sie andere der Teufelsbuhlerei beschuldigen. Und so denunzieren sie munter drauf los, bezichtigen unliebsame Gemeindemitglieder und genießen gar die plötzlich entdeckte Macht. So nimmt das Unheil seinen Lauf, die Hexenjagd beginnt. Als dann die junge Abigail vor dem eigens einberufenen Hexengericht auch noch die Frau des Bauern John Proctor der Hexerei bezichtigt, reißt sie eine Grenze ein und verschafft dem Wahn und der Massendenunziation freie Bahn. Dass sich dahinter letztlich nur eigennützige Ziele, Eitelkeit und Unfähigkeit verbergen, hält das Unheil nicht mehr auf: unschuldige Menschen müssen für den Irrsinn bezahlen - mit ihrem Leben.

Das Stück Hexenjagd des US-amerikanischen Dramatikers Arthur Miller aus dem Jahr 1953 basiert auf tatsächlichen Ereignissen. Die streng puritanischen Bewohner von Salem waren vom Glauben beseelt, dass das Leben kein Vergnügen ist, sondern harte Arbeit. Feiern, Tanzen oder Romanlektüre – alles verboten. Mit ihrer gottgefälligen Theokratie und der Kombination von staatlicher und religiöser Macht wollten die Salemer ihre Gemeinschaft zusammenhalten und Uneinigkeit verhindern.

Hexenjagd behandelt zwar einen historischen Stoff, die Zusammenhänge zwischen religiösem und politischem Fanatismus wurden vom Autor aber bewusst auch auf seine Zeit bezogen, also auf die Kommunistenjagd in der McCarthy-Ära in den Jahren 1947 bis 1952. Und heute, fast 70 Jahre nach der Uraufführung, ist es wieder das Theaterstück der Stunde. Diktatoren, Autokraten, Fanatiker und Populisten bevölkern, vernebeln die Weltbühne, die Sinne und führen vor, wie leicht ein demokratisches System durch Intoleranz, Ignoranz, Fanatismus und Gewalt mit den Mitteln seiner eigenen Ordnungs- und Rechtsdisziplin ausgehebelt werden kann.

Arthur Miller war ein amerikanischer Schriftsteller, Gewinner des Pulitzer-Preises und, was viele interessiert, mit Marilyn Monroe verheiratet. Hexenjagd zählt noch immer zu den erfolgreichsten und meistgespielten Dramen des Autors. Wie sagte er doch: Wer heute einen utopischen Roman zu schreiben beginnt, weiß nie, ob er ihn morgen nicht als Tatsachenbericht weiterschreiben muss.

www.wolfgangseidenberg.de

Die Veranstaltung ist im Abonnement: Stadt.Theater.Langen.

 

Preisinformationen

28,50/ 26,30/ 25,20 Euro
inkl. Gebühren

Veranstaltungsort(e)

  • Neue Stadthalle Langen
    63225 Langen
    Südliche Ringstraße 77
    • 06103 203-401

Veranstalter