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Deutlich mehr Geld für die Brückensanierung

Überraschungen im Zuge der Bauarbeiten

17.09.2018

Für die Sanierung der Bahnbrücke muss die Stadt Langen deutlich mehr Geld ausgeben als ursprünglich geplant. Wie viel genau, steht aktuell noch nicht fest. „Es wird aber kein Pappenstiel“, sagte Erster Stadtrat Stefan Löbig. Vorsorglich für den Nachtrag anmelden will er mit Rückendeckung des Magistrats 1,2 Millionen Euro. Damit würde das Brückenprojekt nahezu doppelt so teuer. Ob es wirklich zu dieser Größenordnung kommt, ist jedoch nicht gewiss.

Im Wesentlichen geht es um Nachforderungen des beauftragten Bauunternehmens Leonhard Weiss aus Langen. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. „Die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) und das von ihnen beauftragte Ingenieurbüro Jenisch + Jung aus Dreieich prüfen jetzt im Detail die Notwendigkeit der zusätzlich angemeldeten Arbeiten und die Höhe der damit verbundenen Kosten“, betonte Löbig. Das Ergebnis sei dann die Grundlage für weitere Verhandlungen mit dem Unternehmen. „Wir hoffen, dass das jetzt im Raum stehende Plus am Ende deutlich geringer ausfallen wird.“

Unterdessen geht die Sanierung des Bauwerks, das als wichtigste innerörtliche Ost-West-Verbindung die Südliche Ringstraße mit der Mörfelder Landstraße verknüpft, mit Volldampf weiter. Laut KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski musse bei Arbeiten an alten Brücken immer mit Überraschungen gerechnet werden. Die fast 50 Jahre alte Bahnbrücke mache da keine Ausnahme. Nach den früheren Bauplänen, die der ursprünglichen Kostenkalkulation zugrunde gelegen hätten, habe sich das Innenleben der Brücke anders dargestellt, als jetzt die Realität zeige. „Niemand konnte in die Brücke hineinschauen. Erst als sie angehoben wurde, konnten weitere Erkenntnisse gewonnen und zusätzliche Mängel erkannt werden“, verdeutlichte Pusdrowski die Problematik.

Schon seit Anfang April ist der graue Riese über den Bahngleisen komplett gesperrt. Für die dringend notwendige Sanierung musste das 1.500 Tonnen schwere Bauwerk anderthalb Meter angehoben werden, um für die Bauarbeiter genügend Abstand zu den Oberleitungen der Bahn zu gewinnen. Um Schäden wie Rost und Abplatzungen zu beheben, verrichten sie von einem Hängegerüst aus ihr Werk.

Bereits zum Projektstart stellte sich heraus, dass die ursprünglich im Haushalt vorgesehenen Ausgaben von 1,4 Millionen Euro nicht ausreichen werden. So lag der günstigste Bieter, der auch den Zuschlag erhielt, um rund 100.000 Euro über der Kostenschätzung. Unmittelbar vor Auftragsvergabe musste zudem die Deutsche Bahn kurzfristig den mit ihr abgestimmten Termin für die Brückenanhebung betriebsbedingt um eine Woche verschieben. Die damit verbundene Neuausschreibung markierte den Beginn der weiteren Kostensteigerung.

Gleich nach der Hebeaktion zeigte sich, dass die vier Lager auf den Brückenfundamenten derart geschädigt sind, dass sie ausgetauscht werden müssen. Das war vorher nicht absehbar. Überdies verteuerte sich das zum Schutz benachbarter Gebäude und der Oberleitungen der Bahn äußerst aufwändige Gerüst. Gleiches gilt für die sogenannte Festhaltekonstruktion der Brücke, die sie in ihrer erhöhten Lage in der Längs- und Querrichtung sichert. Weil die alten Pläne den Übergang zu den Straßenenden anders darstellen, musste hier erheblich nachgebessert werden. Außerdem zeichnet sich inzwischen ab, dass die Brücke zwei Wochen früher als im bisherigen Zeitplan für November vorgesehen wieder abgesenkt werden muss. Hintergrund sind Terminzwänge bei der Bahn, die bei der Aktion Zugausfälle im Regionalverkehr einkalkulieren muss. Als Folge davon würde der Baufirma eine Beschleunigungsvergütung zustehen.

Unabhängig von all dem soll wie von Anfang an geplant ab Mitte Dezember der Verkehr wieder über das dann gründlich sanierte Bauwerk rollen und die Zeit der Umleitungen vorbei sein. Rund 20.000 Fahrzeuge täglich nutzen die Verbindung normalerweise auf ihrem Weg von Ost nach West. Erster Stadtrat Löbig geht davon aus, dass sie das nach Abschluss der Arbeiten ohne wesentliche Beeinträchtigungen in den nächsten 50 Jahren wieder tun können.

Der Haupt- und Finanzausschuss wird sich mit der zusätzlichen Anmeldung für den Nachtragshaushalt in seiner Sitzung am Donnerstag, 27. September, befassen. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet darüber am Donnerstag, 18. Oktober. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

 

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