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Zwei Diven, eine Niere und die Dummikratie

Theaterbrief glänzt mit Klassikern, Boulevard und Kabarett

24.06.2019

Augenzwinkern, Lachfalten oder Stirnrunzeln - das Kulturprogramm der Neuen Stadthalle Langen für die Saison 2019/2020 fordert allerhand von den Gesichtsmuskeln der Zuschauerinnen und Zuschauer. Ein buntes Potpourri aus tiefgründigen Schauspielen und Klassikern, heiteren Bühnenstücken und Geschichten erwartet die Besucher ab September im Glaspalast an der Südlichen Ringstraße. Auf den Plakaten für die künftigen Aufführungen stehen unter anderem bekannte Namen wie Gilla Cremer, Joanna Semmelrogge oder Joseph Hannesschläger.

In der Reihe Stadt.Theater.Langen zeigt das Team um Stadthallenchef Joachim Kolbe wieder sechs ganz unterschiedliche Stücke. Den Startschuss geben Anna Schäfer, Mathias Kopetzky und Christian Meyer am Sonntag, 20. Oktober. In „Aus dem Nichts“ geht es um die NSU-Morde und ihre Folgen. Am Donnerstag, 14. November, treffen mit Gerit Kling, Mackie Heilmann und Astrid Rashed in der Premiere von „Falsche Schlange“ zwei Schwestern und eine Krankenschwester in einem Psycho-Thriller aufeinander. Darin geht es aber nicht darum, die Mörderin zu überführen, sondern die falsche Schlange zu entlarven. In “Die Dinge meiner Eltern“ steht Gilla Cremer am Dienstag, 3. Dezember, inmitten der Umzugskartons ihrer Eltern. Zwei Leben und mehr als 60 Jahre muss sie entsorgen, doch wo soll man anfangen? Dürrenmatts Klassiker „Die Physiker“ wird am Freitag, 24. Januar, aufgeführt. Peter Bause und Hellena Büttner machen sich Gedanken über die Verantwortung für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation.

Einen faszinierenden Theaterabend verspricht Joseph Hannesschläger dem Publikum mit dem Stück „Wer hat Angst vorm Weißen Mann“ am Donnerstag, 13. Februar. Der heimatverliebte Münchner Metzger Franz Maisacher muss erleben, wie ein Asylbewerber aus dem Kongo seine Metzgerei rettet und für ihn als verstorbenen Geist zum Medium wird. Mit Susanne Rader und Heleen Joor treffen in „Spatz und Engel“ Marlene Dietrich und Edith Piaff als Freundinnen am Freitag, 20. März, aufeinander. Das Stück erzählt die berühmte Geschichte der innigen Freundschaft zweier Ikonen des 20. Jahrhunderts. Die Beziehung zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Hinter Boulevard.Langen stehen auch in der neuen Saison Komödien und Lustspiele vom Feinsten. Den Auftakt machen Ines Arndt und Dirk Waanders mit „Chaos auf Schloss Haversham“ am Donnerstag, 24. Oktober. Ein Mord auf dem herzoglichen Sitz bildet das Hintergrundszenario für ein immer dichter werdendes Geflecht aus Pannen, Verwirrung und verzweifelten Rettungsversuchen der Mitspieler. Ein Klassiker ist das Stück „Ein Käfig voller Narren“ mit Lilo Wanders. 1973 in Paris uraufgeführt, hat es mittlerweile Kultstatus auf den Bühnen der Welt. In Langen ist es am Mittwoch, 20. November, zu Gast.

Bei „Heisenberg“ brilliert Charles Brauer am Freitag, 6. Dezember, als der große Physiker, der im Alter auf eine neue Form der Unschärferelation, nämlich die der Liebe trifft. Nur eine Stunde Ruhe wünscht sich Jazz-Liebhaber Michel (Timothy Peach) am Dienstag, 14. Januar, für sein Lieblings-Album „Me, Myself and I“, doch scheint sich die ganze Welt gegen ihn verschworen zu haben.

Bei „Die Niere“ entwickelt sich am Montag, 17. Februar, ein regelrechter Hahnenkampf darum, ein lebensrettendes Organ zu spenden, bei dem alle Beteiligten Federn lassen müssen. Der österreichische Kabarettist Stefan Vögel hat eine Komödie geschrieben, die nicht an die Nieren, sondern ans Herz geht.

Wunderbare, sentimentale und nachdenkliche Momente gibt es am Dienstag, 28. April, in Simon Verhoevens Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“. Abonnements für die Stadt.Theater.Langen- und Boulevard.Langen-Aufführungen kosten zwischen 81 und 99 Euro, der Preis für das Wahl-Abo liegt bei 90 Euro.

Acht künstlerische Leckerbissen auf einer großen „Drei-Sterne-Menükarte“ mit Kabarett, Satire und Comedy bringen das Publikum zum Schmunzeln, Nachdenken und Lachen. Wenn Kabarettist Wolfgang Trepper loslegt, gibt es am Mittwoch, 25. September, kein Halten mehr. Er poltert und regt sich auf, analysiert Politiker, Fernsehmoderatoren, Serien, Fußballdramen und natürlich Schlagertexte. Lustvoll schlägt Lars Reichow am Freitag, 25. Oktober, ein neues Kapitel auf. Ein Sturm der Gefühle und nur echt mit dem Flügel der Leidenschaft. Willkommen im nassesten Brennpunkt der Republik – in der Badeanstalt. Bademeister Schaluppke macht am Freitag, 22. November, alle klar: Sein Job verlangt einen komplexen Kompetenzkatalog. Man könnte auch sagen: eine Art Superheld in kurzer Hose, mit Plauze und Badelatschen. Mit der Integration ist das so eine Sache. Liza Kos aus Moskau weiß davon am Samstag, 14. Dezember, ein Lied zu singen. In ihrem Stück „Was glaub` ich, wer ich bin?“ schlüpft sie gekonnt in verschiedene Rollen und bietet einen unterhaltsamen Mix aus Persiflage, Parodie und Liedern. Böse aber versöhnlich ist Sebastian Schnoy am Mittwoch, 12. Februar, mit seinem Rundumschlag „Dummikratie“ gegen jede Form der Vereinfachung und des Populismus. Einen Abend voller Humor, Scharfsinn und Schlagfertigkeit erwartet das Publikum am Donnerstag, 5. März, bei Anny Hartmanns „No Lobby is perfect!“. Turboquassler Philipp Weber redet in seinem sechsten Soloprogramm „KI – Künstliche Idioten“ wieder schnell, philisophiert und geht wie ein HB-Männchen in die Luft. Am Donnerstag, 2. April, echauffiert sich der Kabarettist kreischend über Zeitgeistidioten und bringt scharfsinnige Beobachtungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zur Sprache. Helena Marion Scholz, Meike Gottschalk und Ariane Baumgartner laden am Donnerstag, 23. April, mit „Sekt and The City“ zu einem turbulenten Mädelsabend voller Frauenpower und Stutenbissigkeit. Dabei erörtern sie leidenschaftlich die großen Probleme der Welt, nämlich ihre eigenen. Wer Lust auf tiefsinnigen Humor hat, kann mit dem Kabarett-Abo für 90 Euro sechs der genannten Veranstaltungen besuchen.

Neben den ausführlichen Texten zu den einzelnen Bühnenstücken informiert der neue Theaterbrief auch über die geplanten Kinderveranstaltungen. Ihren Spaß haben die Kleinen zum Beispiel bei „Wie man einen Dino besiegt“ (Dienstag, 15. Oktober), „Hänsel und Gretel“ (Dienstag, 19. November), „Conni kommt weihnachtlich“ (Mittwoch, 4. Dezember) oder „Das kleine Ich bin Ich“ (Donnerstag, 19. März). Weitere Höhepunkte aus dem Veranstaltungskalender sind unter anderem das russische Ballett „Schwanensee“ am Freitag, 20. Dezember, und der Auftritt von Kabarettistin Daphne de Luxe am Donnerstag, 23. Januar, - natürlich flankiert von den beliebten Partys wie Rock am Sterzbach, zahlreichen Live-Konzerten oder dem Jazz-Frühschoppen.

Der Theaterbrief liegt in der Neuen Stadthalle und im Rathaus aus. Ebenso erhältlich ist die fast 40-Seiten starke Broschüre bei den Mister Travel-Reisebüros in Langen und Egelsbach, im Kaufhaus Braun und anderen lokalen Einrichtungen. Der Einzelkartenverkauf beginnt am Montag, 19. August. Im Rathaus sind keine Eintrittskarten erhältlich. Sparfüchse und Kulturhungrige bestellen ihre Abonnements bis dahin schriftlich beim Fachdienst Sport und Kultur. Ein entsprechendes Formular dafür liegt dem Theaterbrief bei. Neben einer Ersparnis von etwa 30 Prozent bietet das Abo auch die Möglichkeit der exklusiven Platzwahl. Die Garderobe ist ebenfalls im Preis inbegriffen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.neue-stadthalle-langen.de, telefonisch unter 203-434 oder per Mail an
cstaubach@langen.de.

 

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