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Jung in Langen –Schüler engagieren sich

Jugendliche stellen Ergebnisse der Zukunftskonferenz vor

15.01.2018

Jugendliche und auch Kinder sollen in Langen künftig ein Wörtchen mitreden. Sie sollen im Jugendforum – einem Gremium für Minderjährige - ihre Ideen, Vorstellungen, Wünsche und Anregungen in die Kommunalpolitik einbringen, mitwirken, mitbestimmen, mitdenken und gehört werden. Die Idee beruht auf einem Beschluss der Stadtverordneten, die dafür votierten, in Langen ein solches Gremium für Bürger unter 18 Jahren einzurichten.

Zurzeit erarbeitet der städtische Fachdienst Jugend, Migration, Spielplätze gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Jugendforum“ eine Geschäftsordnung. Diese soll im Mai den Ausschüssen und dem Stadtparlament zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden. Die Wahlen zu dieser Interessensvertretung sind für Ende des Jahres geplant. 

In Vorbereitung darauf gab es in der Neuen Stadthalle im Herbst eine große „Zukunftskonferenz“ für Langener Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe. Organisiert wurde sie durch den städtischen Fachdienst, die Arbeiterwohlfahrt des Kreises Offenbach (AWO), die Jugendarbeit Langen und Egelsbach und die Langener Bäder- und Hallenmanagement GmbH innerhalb des Bundesprogramms „Demokratie leben“. 

Freizeit, Umwelt, Klima, Stadtplanung, Teilhabe und Verkehr - das waren einige der zahlreichen Themen, mit denen sich rund 750 Mittelstufenschülerinnen und -schüler einen Vormittag lang auseinandersetzten. 

Auf kreative Art und Weise lernten die Jugendlichen dabei was Demokratie bedeutet und wie sie sich selbst in die Kommunalpolitik einbringen können. Ihre Meinungen sollen auch in das geplante Jugendforum einfließen.

Einige Teilnehmer der Veranstaltung präsentierten die Ergebnisse nun den Stadtverordneten und der Verwaltungsspitze und diskutierten im Anschluss mit ihnen darüber. „Die Zukunftskonferenz hat junge Leute für den demokratischen Gedanken begeistert und zum Mitmachen animiert“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. „Die Kinder und Jugendlichen sollen ernst genommen werden und ihre Altersgruppe in kommunalpolitischen Entscheidungen vertreten“, erklärt der Rathauschef das Konzept. Die Konferenz und das geplante Jugendforum seien die richtigen Schritte, um sich mit den Spielregeln der Demokratie und Möglichkeiten zur Mitbestimmung vertraut zu machen. Zweifellos bestehe bei den Jugendlichen der Wunsch mitzureden.

In sechs Workshops, an zehn Mitmachstationen und in einem Plenum als Quizshow wurde in der Neuen Stadthalle Politikbegeisterung geweckt. Der Nachwuchs erfuhr Wissenswertes über Langen, über die Kommunalpolitik und die Möglichkeiten, Demokratie zu gestalten. Schwerpunktthemen waren unter anderen Kinder- und Jugendrechte, der Umgang mit Medien und Umweltfragen. In kleinen Arbeitskreisen tauschten sich die Schüler der Albert-Einstein-, Adolf-Reichwein- und der Dreieichschule untereinander aus, artikulierten ihre Meinung und entwickelten eigene Standpunkte und Ideen.

In Kleingruppen erarbeiteten sich die Teilnehmer ein breites Spektrum an Themen. Im Workshop „Planpolitik“ beispielsweise beschäftigten sie sich mit den Gestaltungsspielräumen und Einflussmöglichkeiten auf die Kommunalpolitik. Die jungen Leute setzten sich ideenreich damit auseinander, wie die politischen Gremien einer Kommune arbeiten und welche Zuständigkeiten sie haben. Sie erörterten die Struktur, Aufgaben und Möglichkeiten von Jugendräten oder –parlamenten und überlegten, was davon auf Langen übertragbar werden könnte.

Außerdem beleuchteten die Mittelstufler die politischen Systeme Deutschlands und der Europäischen Union. Im Themenfeld „Deine Ideen für Langen“ wünschten sich die meisten größere Einkaufsmöglichkeiten, mehr Veranstaltungs- und Freizeitangebote, öffentliches WLAN und mehr Parks und Plätze für Jugendliche. Als schönste Spielplätze wurden unter anderem die Tarsus-Anlage und das Mühltal bewertet.

Auch als Stadt- und Verkehrsplaner konnten die Siebt- bis Zehntklässler ihre Ideen zu Papier bringen. Heraus kam ein sehr grünes Langen durch die Kombination von Stadt und Natur. In der Gruppe „Internetgewohnheiten“ wurde deutlich, dass 90 Prozent der Schüler einen PC, Laptop, ein Tablett oder ein Smartphone mit mobilem Internetzugang besitzen. Das Gros der Jungen und Mädchen informiert sich mit ihrer Hilfe über das Tagesgeschehen. Hoch im Kurs steht auch der Fernseher. Zeitung und Radio spielen kaum eine Rolle. Hingegen erfreuen sich die Kommentarspalten im World-Wide-Web großer Beliebtheit. Dort und anderswo im Netz betrachten viele die Hass-Sprache als wachsendes Problem und sehen dringenden Handlungsbedarf.

Nach Angaben von Martina Waidelich, Leiterin des städtischen Fachdienstes Migration, Jugend, Spielplätze, zeigen die Ergebnisse der Zukunftskonferenz, dass Kinder und Jugendliche einen ganz eigenen Blick auf ihren Wohnort haben. „Schön, dass es jetzt die Gelegenheit gab, die Stadtverordneten und die jungen Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. Anliegen der Schüler wie freies WLAN in der Stadt oder ein Treffpunkt für junge Menschen wurden konkret diskutiert“, ergänzt Martina Waidelich. Die Stadtverordneten zeigten sich sichtlich beeindruckt von dem politischen Potenzial und versprachen, die Vorschläge weiter zu verfolgen. Für sie, die Organisatoren und die Teilnehmer war die Veranstaltung rundum ein ganzer Erfolg. So resümierten die jungen Langener, dass das Jugendforum dazu beitragen wird, politisches Interesse zu wecken.

Die Voraussetzungen für die Interessenvertretung sind günstig. Schon seit mehr als einem Jahr gibt es die Arbeitsgruppe „Jugendforum“ von etwa zehn Politikbegeisterten, die sich alle zwei Wochen im Pavillon der Koordinationsstelle Jugendarbeit an der Bahnstraße trifft. Die Jugendlichen planen Veranstaltungen, äußern ihre Meinung zur Gestaltung von Freizeitflächen und machen sich Gedanken über die Stadtentwicklung. Zudem unterstützt das gemeinsam mit der AWO umgesetzte Programm „Demokratie leben!“ seit 2015 Aktionen gegen Gewalt und Extremismus und tritt für ein demokratisches, vielfältiges und friedliches Miteinander in Langen ein. „Ohnehin sieht die Hessische Gemeindeordnung vor, dass Kinder und Jugendliche ihre Themen in die politische Gremien einbringen sollen“, erklärt Martina Waidelich.

Informationen zu Zielen und Projekten des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gibt es auf der Internetseite www.demokratie-leben. Unter der Adresse jugendforum@langen.de sind die bereits politisch Aktiven für alle direkt zu erreichen. Wer zwischen zwölf und 18 Jahren ist, kann mitmachen und die Termine der nächsten Treffen erfahren.

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Jung in Langen - Zukunftskonferenz Illustration
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