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Als die Welt noch anders war

Stadtbücherei zieht Bilanz über das Jahr 2019

28.05.2020
Gute Laune Singen
Viel Vergnügen bereitete das „Gute-Laune-Singen“ mit Isabell Beilke und Detlef Regenberg den Teilnehmern in der Langener Stadtbücherei. Foto: Privat

Büchereien sind ein wichtiger Ort der Unterhaltung und Weiterbildung. Neben der Möglichkeit sich mit Literatur, Filmen oder Spielen zu versorgen, nutzen die Bürger sie zunehmend auch als sogenannte „Dritte Orte“. Dieser Begriff bezeichnet Räumlichkeiten, wo sich Menschen gerne aufhalten, ohne etwas konsumieren zu müssen und die weder das eigene Zuhause noch der Arbeitsplatz sind.

In Langen kommen viele Erwachsene, Jugendliche und Kinder gerne in die Bibliothek und genießen die hellen und großzügigen Räumlichkeiten. Im Durchschnitt hielten sich 2019 dort 43 Personen in jeder Stunde auf, wie das Büchereiteam jetzt errechnet hat. Zahlreiche Schüler verabredeten sich regelmäßig, um zu lernen oder in Gruppen Hausaufgaben oder Referate zu erarbeiten. Vor Abschlussprüfungen der Deutschsprachkurse in den Haupt- und Realschulen oder den Abiturexamina versammelten sich gezielt Lerngemeinschaften, um sich mit Laptops oder Tablet-PC vorzubereiten. Hilfreich waren dabei auch das freie WLAN oder die Powerbanks vor Ort. Wer sich vormittags in Ruhe der Zeitungslektüre bei einem frisch aufgebrühten Kaffee hingeben wolle, war im Lesetempel an der Südlichen Ringstraße genauso richtig, wie die Jüngsten, die in der Kinderbibliothek am Nachmittag die Welt der Bücher entdeckten. Die Kleinen schauten sich in gemütlichen Sesseln Bilderbücher an, ließen sich von Eltern und Großeltern vorlesen oder spielten mit Gleichaltrigen. Damit wird klar, dass die Langener Stadtbücherei einen wichtigen Platz im Leben der Bevölkerung einnimmt.

Auch die Zahlen der gerade vorgelegten Statistik des vergangenen Jahres sprechen dazu eine deutliche Sprache. Rund 61.000 Besucher kamen während der knapp 1.400 Öffnungsstunden in die Welt der Lektüre. Besonders erfreulich: Auch 961 neuregistrierte Literaturfreunde konnte das Team um Leiter Thomas Mertin begrüßen. Alle gedruckten, digitalen und Online-Medien wurden rund 182.000 Mal ausgeliehen. Besonders stark nachgefragt waren die Kinder- und Jugendbücher, die über 48.700 Mal entliehen wurden. Im Vorjahr erhöhten die Bibliothekare den Leihbestand um etwa 3.300 Exemplare. In den Regalen stehen jetzt knapp 52.300 Werke. Das sind auch für Bürgermeister Frieder Gebhardt alles beeindruckende Beweise für die Attraktivität der beliebten Kultur-Einrichtung.

Einen wachsenden Stellenwert nahm die Internetbibliothek ein. Bei den elektronischen Büchern, Hörbüchern oder Zeitschriften, die als Dateien heruntergeladen wurden, war mit rund 31.200 Downloads (2018: 26.600) eine Zunahme zu verzeichnen. 627 Büchereikunden bedienten sich 2019 aus der Internetbibliothek. Einen sehr großen Zuspruch gab es für das WLAN-Angebot, die beiden Internet-PCs und den Arbeits-PC mit MS-Office und Druckeranschluss. Bei mehr als 300 Arbeitssitzungen wurden daran Power-Point-Präsentationen oder auch Bewerbungen und Lebensläufe gestaltet. Der WLAN-Zugang und die Internetcomputer erfreuten sich ebenfalls über 2.500 Mal großer Beliebtheit.

Bei den verschiedensten Veranstaltungen hörten sich knapp 3.000 Ein- bis Zwölfjährige die spannenden oder lustigen Geschichten bei Veranstaltungen an, die die Büchereimitarbeiterinnen ausgesucht hatten. Dazu konnten sie kreativ basteln, bei Leserallys die Bücherei erkunden oder bei der jährlichen Verlosung des Sommerferienrätsels auf den Gewinn eines attraktiven Preises hoffen. Im Erwachsenenprogramm lasen unter anderem die Grand Dame der Frankfurter Literaturszene, Eva Demski, und Moderator Holger Weinert vom Hessischen Rundfunk aus ihren Büchern vor und begeisterten ihr Publikum im ausverkauften Haus. Mit den gegenwärtigen Abstandsvorschriften sind solche Events leider nicht mehr möglich, obwohl die Nachfrage nach Lesungen ungebrochen hoch ist. Dies gilt insbesondere für Veranstaltungen der Lokalmatadoren Dr. Manfred Neusel, Reinhold Werner, Gerd J. Grein, Klaus Wolff und der Kreativen Schreibwerkstatt. Das neue „Gute-Laune-Singen“ mit Isabell Beilke und Detlef Regenberg erfreute und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Als musikalische Gastgeber entlockten sie dem spontanen Langen-Chor die schönsten Schlager, Songs und Volkslieder. Im Zeichen von „Tröpfchenschutz“ und „Maskenpflicht“ wird das von den Fans gerade schmerzlich vermisst.

Aktuell muss die Stadtbücherei zahlreiche Veranstaltungen wegen Corona streichen. Die bereits ausverkaufte Lesung des Darmstädter Krimiautors Michael Kibler wurde im März abgesagt und kann unter hoffentlich wieder normalen Bedingungen im Herbst nachgeholt werden. Die verkauften Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit oder können gegebenenfalls für die Rückerstattung des Eintrittspreises eingetauscht werden. Zwei weitere Termine für das „Gute-Laune-Singen“ sind in der zweiten Jahreshälfte geplant, nachdem das beliebte „Rudelsingen“ im ersten Halbjahr 2020 ausfallen muss. Gerd J. Grein wird Ende November wieder einen seiner unnachahmlich amüsanten und interessanten Abende im Lesetempel halten. Es geht dabei um die Weihnachtsgans und auch die Gaumen der Zuhörer werden dabei wieder verwöhnt. Gut besucht wird bestimmt Heribert Götts und Peter Holles Vortrag über das Kriegsende in Langen vor 75 Jahren im Herbst, falls die Abstands- und Kontaktbeschränkungen bis dahin aufgehoben worden sind.

Zur Medienausleihe ist die Stadtbücherei in der Südlichen Ringstraße 77 zurzeit dienstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs, donnerstags und freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Einlass ist auf maximal 20 Personen begrenzt und eine Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend. Für Kinder und Jugendliche ist die Ausleihe kostenlos, ab 18 Jahren beträgt die Jahresgebühr 12 Euro. Am Pfingstsamstag, 30. Mai, ist die Stadtbücherei geschlossen. Der Jahresbericht 2019 und weitere Informationen stehen im Internet auf www.stadtbuecherei-langen.de. Telefonisch ist das Team von Bibliothekschef Thomas Mertin unter der Rufnummer 203-420 erreichbar.

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Jahresbericht 2019
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