Aktuelles Rathaus | Slider Startseite

Als die Südumfahrung zu Grabe getragen wurde

Zweispurige Nordumgehung fußt auf Umgehung Dreieich

29.07.2019
20 Jahre Nordumgehung
Auf der Langener Nordumgehung ballt sich der Verkehr. Die einst geplante Südumgehung Buchschlag hätte Entlastung gebracht. Foto: Sorger/Stadt Langen

Fast auf den Tag genau 20 Jahre ist es her, dass der damalige hessische Verkehrsminister Dieter Posch zusammen mit Langens Bürgermeister Dieter Pitthan unter großem Jubel die Nordumgehung eingeweiht hat. Knapp zwei Jahre später wurde Posch in der Nachbarstadt Dreieich ebenfalls gefeiert: unter umgekehrten Vorzeichen. In einem Schreiben an den Magistrat der Nachbarstadt hatte der FDP-Politiker verkündet, dass das Land das Planverfahren zur Südumgehung Sprendlingen/Buchschlag eingestellt habe. Er begründete das damit, dass es auch nach der Kommunalwahl keine Mehrheit für die Umgehung gebe.

Zuvor hatte die Dreieicher Stadtverordnetenversammlung die seinerzeit vorgelegte Planung gleich dreimal abgelehnt. Eine Mehrheit wehrte sich dagegen, einen regionalen Flughafenzubringer zu schaffen, der die Stadt obendrein viel Geld kosten würde. Außerdem, so die Argumentation, hätte die Straße ein wichtiges Stück Natur zerstört und den Anwohnern starken Lärm beschert. Sie sollte relativ nahe an der Wohnbebauung verlaufen und im Gewerbegebiet von Dreieichenhain an die Autobahn 661 anschließen. Es gab aber auch Befürworter, die gerade den direkten und verlässlichen Zugang zum Frankfurter Flughafen begrüßten und vor allem den Wegfall der Bahnschranken am Bahnhof Buchschlag, die nach wie vor die Geduld der Autofahrer strapazieren, mitunter bei laufendem Motor.

Was die damaligen Entscheidungsträger aber geflissentlich außer Acht ließen, gereicht heute der Stadt Langen und vielen Autofahrern zum Nachteil, die zu Hauptverkehrszeiten auf der Nordumgehung im Stau stehen. Fakt ist, dass 1981 eine weitmaschige regionale Verkehrsuntersuchung zu dem Ergebnis kam, dass kein vierspuriger Ausbau der Nordumgehung notwendig sei, sondern zwei Fahrbahnen reichten, wenn gleichzeitig die Südumfahrung Dreieich-Buschschlag realisiert würde. Mit dieser Aussage und den daraufhin getroffenen Entscheidungen, die zur Einleitung der Planfeststellungsverfahrens für die beiden Straßen führten, konnte die Stadt Langen darauf vertrauen, dass die West-Ost-Verkehrsströme sowohl von der B 486 als auch der künftigen L 3262 gemeinsam übernommen werden.

„Die Dreieicher haben ihre Südumfahrung gewiss aus nachvollziehbaren Gründen zu Grabe getragen, auch wenn sie mit ihren Bahnschranken dafür einen nicht niedrigen Preis zahlen“, sagt Langens Erster Stadtrat Stefan Löbig „Doch bei uns fällt die Rechnung noch viel negativer aus. Wir stehen vor dem Dilemma, dass die Nordumgehung ohne Südumfahrung überquillt und mit dem Ausbau der B 486 der Durchgangsverkehr in unsere Stadt drängen wird. Davor müssen wir uns schützen“, betont der Dezernent und verweist auf entsprechende Forderungen des Langener Magistrats an die Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

Zurück