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Verbesserte Planung für Radschnellweg

Gefahrenbereich Goethestraße/Im Wiesengrund wird entschärft

07.08.2020

Mit einer Überarbeitung der Pläne für den Radschnellweg im südlichen Stadtgebiet sowie dem Ausbau von Radwegen auf der Westseite der Bahnlinie als „Zubringer“ wollen die Stadt Langen sowie die Regionalpark Südwest GmbH zum einen erkannte Probleme abschwächen und zum anderen die Situation für Zweiradfahrer weiter verbessern. Der Magistrat hat jetzt den Ausbau auf der Westseite auf den Weg gebracht. Parallel dazu hat Bürgermeister Jan Werner im Gespräch mit Regionalpark-Geschäftsführer Manfred Ockel Möglichkeiten erarbeitet, wie der potenzielle Gefahrenbereich Goethestraße/Im Wiesengrund entschärft werden kann.

Bequem und komfortabel mit dem Fahrrad im Bereich zwischen Darmstadt und Frankfurt unterwegs – dieses Ziel hat der Radschnellweg, der nun auch im Bereich Langen konkrete Formen annimmt. Die Trasse verläuft östlich der Bahnlinie; von Egelsbach her kommend erfolgt der Anschluss an der zu sanierenden Holzbrücke nahe den Gleisen, nördlich der Liebigstraße führt sie durch die Feldgemarkung nach Sprendlingen. Dazwischen allerdings muss sie in die bestehende Bebauung im Stadtgebiet integriert werden, was leider nicht überall problemlos möglich ist.

Bereits an der südlichen Bebauungsgrenze ist ein neuralgischer Punkt: ein teilweise nur gut zwei Meter breiter Durchgang am Haus Goethestraße 132 mit eingeschränkter Einsicht in die Fahrbahn. Wenige Meter weiter folgt die sehr schmale Straße Im Wiesengrund.

Aus Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern hat Jan Werner drei Themen herausgearbeitet, die ihnen besonders auf den Nägeln brennen: die Engstelle an der Goethestraße, die Angst vor zu viel Radverkehr im Wohngebiet sowie der Wegfall von 24 Parkplätzen in der Walter-Rietig-Straße. Für alle drei hat der Verwaltungschef Ideen entwickelt, die nach einem konstruktiven Gespräch mit Manfred Ockel von der zuständigen Regionalpark Südwest GmbH in die Planung aufgenommen wurden.

Um die Situation in der Engstelle an der Goethestraße etwas zu entzerren, soll für Fußgänger und Hundebesitzer eine alternative Wegeführung gesucht werden. Die Fahrradfahrer selbst werden durch Temposchwellen im Bodenbelag in beiden Fahrtrichtungen an der Engstelle auf etwa 10 Stundenkilometer gebremst. Auf der Goethestraße soll durch bauliche Maßnahmen zusätzlich eine Geschwindigkeitsreduzierung des Autoverkehrs erreicht werden, um das gefahrlose Einfahren der Radlerinnen und Radler auf die Fahrbahn zu ermöglichen.

Im Wiesengrund wird Shared Space eingeführt: Die Verkehrsfläche steht damit allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt zur Verfügung, womit auch Fußgängerinnen und Fußgängern mehr Platz zur Verfügung steht als bisher auf dem nur 75 Zentimeter breiten Gehweg. Zudem gilt dort künftig Tempo 20.

„Überprüft worden ist auch der vernünftige Vorschlag des ADFC, den Bereich Goethestraße/Im Wiesengrund komplett zu umgehen, indem der Radschnellweg als südliche Verlängerung der Walter-Rietig-Straße entlang der Gleise bis kurz vor die Unterführung ins Loh geführt wird“, betont Jan Werner. Nach früheren Aussagen von Unterer und Oberer Naturschutzbehörde ist dies aber ausgeschlossen, da der Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. „Wir haben aber erneut bei diesen übergeordneten Ämtern schriftlich angefragt und möchten diese Aussage noch einmal bestätigt bekommen.“

In der Walter-Rietig-Straße schließlich sollen als Kompensation der wegfallenden Parkplätze neue geschaffen werden: „Entlang der Lärmschutzwand sind zwischen den Bäumen bis zu 16 neue Parkplätze möglich und bereits in die Planung aufgenommen worden“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Von der Regionalpark GmbH ist extra ein Baumgutachter beauftragt worden, der die Machbarkeit bereits bestätigt hat.

Auch die Angst vor zu viel Radverkehr im Wohngebiet will der Verwaltungschef den Anwohnerinnen und Anwohnern des Schnellweges nehmen. Gerade hat der Magistrat dem geplanten, 2017 einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beauftragten Radwegeausbau entlang der Westseite der Bahn zugestimmt. Diese Trasse soll als „Zubringer“ zum Radschnellweg dienen, kann aber auch dazu genutzt werden, im Langener Stadtgebiet komplett westlich der Gleise zu bleiben. Und: Eine Weiterführung der Strecke nach Norden ist bis nach Neu-Isenburg möglich. Diese Streckenführung wird unter dem Arbeitstitel „Sommerroute“ geführt und ist mit den Nachbarstädten Dreieich und Neu-Isenburg sowie dem Kreis Offenbach abgestimmt.

Innerhalb Langens sind zwei westliche Routen vorgesehen: Die eine führt über bereits bestehende Radwege entlang der Berliner Allee, der Mörfelder Landstraße und der Pittlerstraße in die Robert-Bosch-Straße. Dort allerdings gibt es zwischen den beiden Kreiseln eine „Schwachstelle“, die für den Radverkehr derzeit unbefriedigend gestaltet ist. Jedoch hat sich die Stadt bereits Flächen gesichert, um bei einer zukünftigen Umgestaltung der Straße eine Verbesserung zu erzielen.

Die zweite Strecke führt – von Norden aus gesehen – vom Monzapark entlang der Bahn, am Bahnhof vorbei und dann entlang der Gleise bis zur Fußgängerbrücke an der Lortzingstraße. Weiter südlich existiert aktuell nur ein Trampelpfad, der in einer Sackgasse endet. Dieser soll nach den Vorstellungen des Bürgermeisters zum Radweg ausgebaut und am Südende an die Straße ins Loh angeschlossen werden. Wie genau dieser Anschluss erfolgt, wird noch geprüft. Drei Varianten sind denkbar, wobei dafür noch Teile von Grundstücken gekauft werden müssten. Eine erste Kostenschätzung sieht den Radwegbau bei 700.000 Euro. Dabei hofft die Stadt auf eine mindestens 70-prozentige Förderung als „Zubringer“ zum Radschnellweg durch das Land Hessen. Manfred Ockel hat Verwaltungschef Jan Werner zugesichert, sich für diese Förderung stark zu machen. Sollte diese Förderung nicht erfolgen, wird der Ausbau definitiv nicht umgesetzt.

Mit der Trassenführung auf der Westseite befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 19. August. Zur endgültigen Beschlussfassung steht das Thema am Donnerstag, 10. September, auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

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