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Nur geringes Bevölkerungswachstum

In Langen leben Menschen aus 110 Staaten

17.01.2022

Der Schein trügt: Obwohl zahlreiche Neubauprojekte ein anderes Bild vermitteln, ist die Bevölkerungszahl der Stadt Langen im vergangenen Jahr nur gering gewachsen. Zum 31. Dezember 2021 weist die Statistik des Einwohnermeldeamts 39.010 Bürgerinnen und Bürger mit Hauptwohnung in der Sterzbachstadt aus – 120 mehr als zum Jahresende 2020. Die Zahl der Bewohner von Nebenwohnungen sank leicht von 427 auf 419. Zusammengezählt lebten in Langen zum Stichtag somit 39.429 Personen (19.924 Frauen und 19.505 Männer), 112 mehr als zwölf Monate zuvor.

„Ein Grund für den doch geringen Zuwachs im vergangenen Jahr dürfte sein, dass wir aktuell im Altbestand umfangreiche Gebäude- und Wohnungssanierungen sehen und etliche Wohnungen daher derzeit nicht zur Verfügung stehen“, sagt Heike Kahse. Als Fachdienstleiterin des Bürgerbüros ist sie für das Einwohnermeldeamt verantwortlich.

Interessant dabei ist ein Blick auf die Zu- und Wegzüge. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Bilanz 2021 fast ausgeglichen: 2.472 Menschen verabschiedeten sich aus Langen, 2.484 meldeten sich neu an. 2020 gab es 2.566 Zu- und 2.316 Wegzüge, 2019 kamen 2.712 Personen neu in die Stadt, während sich 2.562 verabschiedeten.

Da der Bauboom in Langen allerdings auf absehbare Zeit anhalten wird und die Altbausanierungen irgendwann abgeschlossen sein werden, ist der Sprung über die Marke von 40.000 Einwohnern nur eine Frage der Zeit. „Langen ist ein attraktiver Wohnort“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Und im Ballungsraum Rhein-Main herrscht nach wie vor eine hohe Nachfrage.“ Der Verwaltungschef macht aber auch deutlich, dass das Wachstum große Anstrengungen der Stadt in den Ausbau der Infrastruktur, speziell im Sozialbereich, erfordert.

„Die Schaffung weiterer Plätze in der Kinderbetreuung bleibt ein Dauerthema“, verdeutlicht Jan Werner. „Das wird uns viel Geld kosten, das aber an der richtigen Stelle angelegt ist: für unsere Kinder.“ Dabei verhehlt der Bürgermeister nicht, dass er sich gerade an dieser Stelle eine größere finanzielle Unterstützung durch Bund und Land wünscht.

Ausgebaut werden müssen auch Grund- und weiterführende Schulen. Dafür zuständig ist zwar der Kreis. „Wir stehen aber in ständigem konstruktiven Austausch“, betonen Bürgermeister Jan Werner und Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Zumal auch die Kapazitäten für die Nachmittagsbetreuung im Grundschulbereich erweitert werden müssen.“

Im Vergleich der Bevölkerungsstatistiken der vergangenen Jahre zeigt sich, dass die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner von Zweitwohnungen inzwischen als realistisch angesehen werden kann. Da für diese seit 2020 eine eigene Steuer gezahlt werden muss, haben Besitzer, die teilweise schon jahrelang ungenutzte Nebenwohnungen (beispielsweise von Kindern im Elternhaus) nicht abgemeldet hatten, dies inzwischen nachgeholt. So lebten Ende 2018 angeblich noch 1.004 Menschen in Zweitwohnungen, zum 31. Dezember 2021 waren es 420. „Da diese Zahl im Vergleich zu 2020 nahezu gleichgeblieben ist, bildet das den tatsächlichen Zustand ab“, sagt Heike Kahse. Nebenwohnungen werden häufig von Berufspendlern genutzt.

Ganz leicht angestiegen ist die Ausländerquote. Bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl lag sie zum Jahreswechsel bei 20,9 Prozent (Ende 2020: 20,67). Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger ohne deutschen Pass erhöhte sich von 8.129 auf 8.236. Die deutsche Staatsbürgerschaft haben 31.194 Langener.

Wie multikulturell die Sterzbachstadt ist, zeigt ein Blick auf die lange Liste der Länder, aus denen die Einwohner stammen. Insgesamt 110 Nationen sind vertreten. Die größte Gruppe hat nach wie vor türkische Pässe (895), gefolgt von 716 Afghanen, 627 Kroaten und 587 Italienern. Es gibt aber auch etliche Länder, aus denen nur eine Frau oder ein Mann in Langen leben: Argentinien, Bolivien, Britische Überseegebiete, Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), Demokratische Republik Kongo, Luxemburg, Mali, Mongolei, Myanmar, Nicaragua, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis sowie Trinidad und Tobago.

Die ausführliche Statistik der 39.010 Bürger mit Hauptwohnung in Langen bietet noch einige weitere interessante Details. So waren zum Jahreswechsel 6.984 von ihnen jünger als 18 (17,9 Prozent) und 7.705 älter als 65 Jahre (19,75 Prozent). Mit Geburtsjahrgang 1916 ist eine 105-Jährige die älteste Bewohnerin der Stadt.

7.812 Langener sind Mitglieder der evangelischen Kirche (20,03 Prozent), 7.512 der katholischen Kirche (19,26 Prozent). Sonstigen Glaubensgemeinschaften gehören 340 Bürger (0,87 Prozent) an. Erfasst werden jedoch nur Glaubensrichtungen, die in Deutschland als Körperschaften anerkannt sind, weshalb die Zahl der Muslime ebenso wenig gesondert erfasst wird wie die anderer Religionen.

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