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Erst planen, dann in Gesellschaft einsteigen

Magistrat will bei Regionaltangente West kein Risiko eingehen

24.02.2020

In Langen wollen sie alle: Quer durch die Fraktionen geht die Forderung, die Stadt an die Regionaltangente West (RTW) anzubinden und damit ein Versäumnis der Regionalplanung wiedergutzumachen. Denn nach den bisherigen Planungen würde der neue Schienenweg zwischen dem Kreis Offenbach und dem Hochtaunuskreis mit Halt auch am Flughafen im Süden in Dreieich-Buchschlag enden. Das will die Stadtverordnetenversammlung unbedingt korrigieren und die RTW nach Langen holen. Um dem Nachdruck zu verleihen und mehr Gewicht in die Waagschale zu werfen, hat das Gremium einstimmig dafür plädiert, dass die Stadt der RTW-Planungsgesellschaft beitritt, der unter anderen der Kreis Offenbach angehört.  

Der Magistrat will jetzt aber nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen, sondern zunächst die Ergebnisse einer sogenannten Vorentwurfsplanung für den sehnlichst gewünschten Anschluss abwarten. Das Papier soll auch eine Kostenschätzung beinhalten. Da von der Stadt die Initiative ausgeht, muss sie auch die Rechnung über rund 250.000 Euro bezahlen.

Bisherige und ebenfalls von der Stadt in Abstimmung mit dem Kreis und der Geschäftsführung der RTW-Gesellschaft in Auftrag gegebene Untersuchungen sind zwar im Sinne Langens ausgefallen, hatten jedoch eher nur grobe oder grundsätzliche Fragestellungen zum Inhalt. „Deshalb muss es nun konkret werden, damit belastbare Erkenntnisse auf dem Tisch liegen“, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt.

Er wies darauf hin, dass die bei einer Machbarkeitsuntersuchung favorisierte Lösung mit einem leicht zu verwirklichenden Taschengleis am Langener Bahnhof laut Deutscher Bahn mittlerweile aufgrund geänderter Standards nicht mehr realisiert werden könne. Vielmehr müsse nach deren Angaben im größeren Stil umgebaut werden. Gleichwohl glaubt Gebhardt im Einklang mit den RTW-Verantwortlichen und dem Kreis, dass die Vorentwurfsplanung positiv ausfallen wird und nachweist, dass die Anbindung Langens wirtschaftlich rentabel ist. Aber eben nur dann könne entsprechend weitergeplant und das dafür notwendige Genehmigungsverfahren vorbereitet werden.

„Zu diesem Zeitpunkt sollten wir auch in die Gesellschaft einsteigen“, betonte Gebhardt. Anschließend würden die Ausgaben für den Bau der RTW unabhängig von den Kosten für die eigene Strecke nach einem festgelegten Schlüssel aufgeteilt. Langen müsse danach 2,76 Prozent der Gesamtkosten tragen. Nach derzeitigem Kenntnisstand wären das – verteilt auf mehrere Jahre - rund sieben Millionen Euro.

Würde die Stadt schon jetzt Gesellschafterin, müsste sie sich auch jetzt schon an den Gesamtkosten beteiligen – mit dem Risiko, dass die RTW am Ende doch nicht weiter als bis Buchschlag fährt. „Wir könnten dann zwar wieder austreten, müssten bis dahin aber schon 3,6 Millionen Euro zahlen ohne einen Gegenwert zu erhalten“, fasste Gebhardt die Lage zusammen. Und er betonte: „Ob die RTW nach Langen geführt wird oder nicht, hängt keineswegs von einer Mitgliedschaft in der Gesellschaft ab, sondern allein von den Ergebnissen der Planer.“

Zum zeitlichen Ablauf: In der Gesellschafterversammlung am 16. März wird der Kreis Offenbach den Antrag stellen, die Anbindung Langens zu planen. In der darauffolgenden Junisitzung soll dies von allen Gesellschaftern beschlossen werden. Danach kann die RTW-Gesellschaft den Auftrag erteilen. Die Planung wird voraussichtlich 18 Monate dauern. Somit wird Ende 2021 feststehen, ob die Streckenführung bis Langen wirtschaftlich ist oder nicht. Bei einem positiven Ergebnis wird die Stadt Gesellschafterin und die Planung vorangetrieben. Das Ganze mündet schließlich in einem eigenen Planfeststellungsabschnitt, der den Namen „Süd 3“ tragen könnte. „Wenn alles gut läuft, wird der Abschnitt nach Langen zeitgleich mit der gesamten Strecke gebaut“, gibt sich Gebhardt optimistisch.

Der Haupt- und Finanzausschuss befasst sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. März, mit den neuesten Erkenntnissen zur RTW, die Stadtverordnetenversammlung zwei Wochen später am 19. März.

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