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Ein autofreies Quartier an der Liebigstraße

Magistrat will für Rodehau-Gelände Bebauungsplan aufstellen

16.04.2018

Für das sogenannte Rodehau-Areal an der Liebigstraße möchte der Langener Magistrat jetzt einen Bebauungsplan aufstellen, damit dort Wohnungen entstehen können. Das rund 13.000 Quadratmeter umfassende Gelände ist nach den Worten von Erstem Stadtrat Stefan Löbig ein zentraler Abschnitt innerhalb der geplanten Liebigstraßen-Entwicklung. Zu ihr zählen außerdem – südlich angrenzend - das frühere Stadtwerke-Areal (hier sind Wohnungen, ein Hotel und Geschäfte vorgesehen) und die Abschnitte Liebigstraße Süd (ehemaliges Gleisschwellenwerk, das gerade abgerissen wird) und Liebigstraße Nord (unter anderem mit dem Wertstoffhof, der an die Darmstädter Straße umzieht).

Insgesamt stehen an der Liebigstraße in bester Lage bis hin zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee rund 28 Hektar Grund und Boden für die Errichtung von etwa 1.200 Wohnungen zur Verfügung. Die Stadt betreibt damit die größte Wohnungsbauoffensive seit Entstehung des Stadtteils Oberlinden in den sechziger Jahren. „Wir reagieren auf die große Nachfrage im Rhein-Main-Gebiet und tragen mit dazu bei, dass sich eine Zunahme des Angebots dämpfend auf die Quadratmeterpreise auswirkt“, erklärte Löbig.

Ein wichtiger Akteur bei der Gestaltung des Baugebiets sind die Stadtwerke Langen, die an der Liebigstraße knapp drei Hektar für Einzelhandelsflächen, vor allem aber für die dringend benötigen Wohnungen freigemacht haben. Auch das nach einer früheren Metallwarenfabrik genannte Rodehau-Areal westlich des Stadtwerke-Turms befand sich über viele Jahre im Eigentum des Versorgungsunternehmens und wurde im vergangenen September an die FRANK-Heimbau Main/Taunus GmbH, ein Unternehmen der FRANK-Gruppe, verkauft.

Inzwischen sind alle für die Bebauung vorgesehenen Grundstücke an der Liebigstraße in der Hand von Investoren und Projektentwicklern. Löbig betonte, dass sich der neue Stadtteil neben ansprechender Architektur durch Familienfreundlichkeit und ökologische Werte auszeichnen werde. „Das wird ein hochwertiger und attraktiver Standort mit zwei S-Bahn-Haltestellen, einem Regionalbahnhalt, besten Anbindungen an überregionale Straßen und einer guten Nahversorgung.“

Der Bebauungsplan für das Rodehau-Gelände soll auf einem städtebaulichen Konzept fußen, das eine Mischung aus Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern vorsieht. Erarbeitet werden soll er von einem Planungsbüro in Abstimmung mit der Stadt und auf Kosten des Investors. Die FRANK-Gruppe, ein mittelständisches Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in Kiel und Hofheim im Taunus, will auf der Fläche 105 Wohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden, 13 Reihenhäuser und zwei Tiefgaragen verwirklichen. Die Reihenhäuser liegen an der Moselstraße. Zur Bahn hin sind auf einer Garagenzeile zwei viergeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss geplant, verbunden durch einen verglasten Mittelbau. Dieser Riegel übt eine schallschützende Wirkung für die dahinter liegenden Häuser aus. Für die Bewohner in der vordersten Reihe ist zudem an eine Lärmschutzwand aus Glas vor einem begrünten Innenbereich gedacht.   

Im Osten sollen dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss an eine alleenartige Erschließungsstraße angrenzen. Im Süden entlang der Weserstraße sollen die Vorgärten der geplanten Mehrfamilienhäuser aufgrund der auf der gegenüberliegenden Straßenseite beabsichtigten sechsgeschossigen Nachbarbebauung nach Westen hin angelegt werden.

Durch die Anordnung der Gebäude ergeben sich zwei kleine Plätze als ideale Treffpunkte im Quartier, das von Fuß- und Radwegen durchzogen, aber komplett autofrei sein wird. Auch Besucherparkplätze werden in den ober- und unterirdischen Garagen angeordnet. Zufahrt haben im Notfall nur die Feuerwehr und andere Rettungskräfte.

Nach Beratung im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 18. April, steht der Aufstellungsbeschluss auf der Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 17. Mai. Im Zuge des weiteren Verfahrens wird es auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

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