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Partner im Großen Frankfurter Bogen

Stadt erhofft sich Zugang zu besonderen Fördertöpfen des Landes

23.11.2020
Frankfurter Bogen Europaplatz
Das neue Schild auf dem Europaplatz zeigt es: Die Stadt Langen ist Partner im Großen Frankfurter Bogen. Bürgermeister Jan Werner und Joachim Kolbe (rechts), als städtischer Fachbereichsleiter zuständig für die Stadtentwicklung, haben das Schild jetzt angeschraubt. Foto: Schaible/Stadt Langen

Hessen wächst, der Bedarf an neuen Wohnungen speziell im Rhein-Main-Gebiet ist nach wie vor extrem groß – und Langen gehört zu den Kommunen, die mit Hochdruck daran arbeiten, neue Wohngebiete zu erschließen und zu bebauen. Da ist es eine logische Konsequenz, dass die Stadt nun Partnerkommune des Großen Frankfurter Bogens geworden ist, zumal ihr das den Zugang zu besonderen Fördertöpfen, höhere Fördersätze oder einen Vorrang bei der Fördermittelzuteilung ermöglicht. Bürgermeister Jan Werner hat das entsprechende Schild, das Hessens Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir nach Langen geschickt hat, nun an passender Stelle angebracht: am Europaplatz direkt auf der Bahnhofs-Ostseite und damit in unmittelbarer Nähe zum Neubaugebiet Liebigstraße.

Mit der Initiative Großer Frankfurter Bogen will Al-Wazir den Wohnungsbau im Rhein-Main-Gebiet in einem Radius von 30 Zugminuten rund um den Frankfurter Hauptbahnhof verstärkt an den Haltestellen des regionalen Schienenverkehrs ausrichten. Gleichzeitig soll die Nutzung von Brachen und Baulücken den Verbrauch an neu zu erschließenden Flächen gering halten. „Beides passt perfekt auf unser neues Wohngebiet Liebigstraße“, sagt Jan Werner. Gleich zwei Haltepunkte sind nahebei: der Bahnhof (S- und Regionalbahn) sowie der Halt Flugsicherung (S-Bahn). Zudem lagen die Flächen entlang der Bahnlinie zum Teil jahrzehntelang brach. Nun entsteht dort und im weiteren Verlauf bis zur Hans-Kreiling-Allee Wohnraum für gut 3.000 Menschen. „Sie alle haben wie die anderen Langenerinnen und Langener auch den großen Vorteil, in einer Stadt mit überschaubarer Größe und kurzen Wegen zu leben und dennoch alle Vorteile der Großstadt in Reichweite zu haben. Gleichzeitig bieten wir in Langen ein hohes Maß an sozialer Infrastruktur sowie kulturellen und sportlichen Angeboten.“

„Nur gemeinsam können wir die im Ballungsraum fehlenden Wohnungen schaffen und dazu gehört das Bekenntnis der Kommunen, an der Lösung dieses Problems mitzuarbeiten“, schreibt der Minister in seinem Dankesbrief an den Langener Bürgermeister. Mit dem Schild sehe nun jeder, „dass bei Ihnen vor Ort nicht nur neuer, bezahlbarer Wohnraum, sondern auch ein nachhaltiges Wohnumfeld entsteht“. Zudem profitiere die Stadt durch ihre Teilnahme an der Initiative von vielen maßgeschneiderten Förderprogrammen im Wohnungsbau, bei der Baulandentwicklung und der Städteplanung.

Als eine von mittlerweile mehr als 30 Partnerkommunen erhofft sich die Stadt erhöhte Zuschüsse für den Bau sozialer Infrastruktur wie Kinderbetreuungseinrichtungen, für die Gestaltung von Grünanlagen und ökologische Verkehrsprojekte. Geld verspricht das Land auch bei der Errichtung von Sozialwohnungen.

Bürgermeister Jan Werner lenkt den Blick aber auch noch auf einen anderen Aspekt. Wirtschaftsminister Al-Wazir hatte in seiner Regierungserklärung zum Start der Initiative erklärt, dass Hessens Wohnungspolitik einem ganzheitlichen Ansatz folgt: Jede neue oder reaktivierte Schienenstrecke, jede neue Buslinie, jede Raddirektverbindung sei Beitrag zur Normalisierung des Wohnungsmarkts. „Diese Aussage deckt sich absolut mit unserem Wunsch einer Verlängerung der Regionaltangente West bis zum Langener Bahnhof“, erklärt der Bürgermeister. „Mit einer Endhaltestelle Langen würde die RTW dann tatsächlich einen sinnvollen Bogen rund um Frankfurt schlagen. Ich hoffe, dass Tarek Al-Wazir seinen Worten auch Taten folgen lässt. In der RTW-Planungsgesellschaft ist das Land Hessen der größte Anteilseigner und daher hoffe ich, dass der Minister dies auch weiterhin so sieht und uns unterstützt.“

Aber auch, wenn das Wohngebiet Liebigstraße nahe der Bahnhaltestellen sowie direkt am neuen Radschnellweg Frankfurt – Darmstadt liegt, dürfe der Kfz-Verkehr nicht ganz vergessen werden, betont Jan Werner. „Wir werden nicht jede Autofahrt vermeiden können. Und deshalb ist es umso wichtiger, dass die Planung, Genehmigung und letztlich Bau des vierspurigen Ausbaus der B 486 zwischen Langen und der A 5 mit Hochdruck vorangetrieben wird“, sagt der Bürgermeister in Richtung von Tarek Al-Wazir, dessen Ministerium auch für Verkehr und im Auftrag der Bundesregierung für das Planfeststellungsverfahren zuständig ist. Der Ausbau werde nicht grundlos im Bundesverkehrswegeplan 2030 in der höchsten Dringlichkeitsstufe („Vordringlicher Bedarf“) geführt. „So wie wir als Stadt Langen dem Land bei der Schaffung des so dringend benötigten Wohnraums helfen, wünschen wir uns auch die Hilfe des Landes bei diesen dringenden Langener Themen“, gibt Jan Werner seiner Hoffnung Ausdruck.

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