Aktuelles Rathaus | Aktuelles Wirtschaft | Aktuelles Bebauungsplanung | Slider Wirtschaft

Wichtiger Schritt für Wohngebiet Liebigstraße

Magistrat bringt Bebauungsplanverfahren voran

19.11.2018

Das Langener Mega-Baugebiet Liebigstraße kommt immer mehr in Fahrt. Schräg gegenüber des Bahnhofs tut sich auf dem früheren Betriebsgelände der Stadtwerke Langen inzwischen eine große Baugrube auf. Hier entsteht das sogenannte Quartierszentrum mit Geschäften, Wohnungen und einem Hotel. Für die anderen drei Abschnitte des neuen Stadtteils – Rodehau-Areal, Liebigstraße Süd und Liebigstraße Nord –, die bis zur B 486 und zur Hans-Kreiling-Allee reichen, hat der Magistrat jetzt die öffentliche Auslegung des jeweiligen Bebauungsplans in Gang gesetzt. Nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ist das ein wichtiger Schritt, um voraussichtlich im Sommer Baurecht zu schaffen.

Wenn die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Donnerstag, 6. Dezember, grünes Licht gibt, sollen die Pläne im Januar auf der Hompage der Stadt (www.langen.de) veröffentlicht und im Rathaus ausgelegt haben. Vier Wochen hat die Öffentlichkeit dann Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben. Gleiches gilt für die Träger öffentlicher Belange wie Naturschutzbehörden, Nachbarkommunen und Wasserverbände. Die Rückmeldungen werden vom Magistrat ausgewertet und abgewogen. Danach kann die Stadtverordnetenversammlung die Bebauungspläne rechtsverbindlich beschließen. Um zügig voranzukommen, gibt es im Hinblick auf die Offenlegung am Mittwoch, 28. November, eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau und Verkehr.

Mit der Liebigstraße folgt die Stadt einer Strategie, die vor mehreren Jahren vom Parlament beschlossen wurde und einer zentralen Aussage innerhalb der von Bürgermeister Gebhardt aufgestellten „Leitgedanken zur Stadtentwicklung“ entspricht. Es geht um eine erfolgreiche Entwicklung der Stadt durch Wachstum und dabei um die konsequente Trennung von Gewerbe und Wohnen – das eine an der West- und das andere an der Ostseite der Bahn.

Auf Basis dieser Strategie soll an der Liebigstraße auf einer Fläche von 28 Hektar eines der größten Neubau-Wohngebiete in der Region entstehen: mit knapp 1.600 Wohneinheiten für etwa 3.300 Einwohner. Es fällt in eine Zeit der riesengroßen Nachfrage und punktet zudem durch die optimale Lage an zwei S-Bahn-Stationen und einem Regionalbahn-Halt. Wegen den unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen hat sich der Magistrat für verschiedene Bebauungspläne entschieden, die im Ergebnis ein Wohngebiet bezwecken, in dem es auch an der nötigen Infrastruktur mit sozialen Einrichtungen, Geschäften und Grünflächen nicht fehlt und das sich durch Familienfreundlichkeit auszeichnet.

Bereits unter Dach und Fach ist der Bebauungsplan für das Quartierszentrum, wo inzwischen die Bagger angerollt sind. Im Norden schließen sich die weiteren Areale an, für die die jetzt im Verfahren befindlichen Bebauungspläne gelten.

Da ist zunächst das nach einer früheren Metallwarenfabrik genannte Rodehau-Areal westlich des Stadtwerke-Turms, das sich über viele Jahre im Eigentum des Versorgungsunternehmens befand. Die Stadtwerke als wichtiger Akteur bei der Gestaltung des Baugebiets haben es im vergangenen Jahr an die FRANK-Heimbau Main/Taunus GmbH (Hofheim) verkauft und zusammen mit ihren anderen Altflächen an der Liebigstraße knapp drei Hektar für den Einzelhandel, vor allem aber für die dringend benötigten Wohnungen, freigemacht.

Vorgesehen ist auf der Rodehau-Fläche eine Mischung aus Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern. Letztere liegen an der Moselstraße. Zur Bahn hin sind auf einer Garagenzeile zwei viergeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss geplant, verbunden durch einen verglasten Mittelbau. Dieser Riegel übt eine schallschützende Wirkung für die dahinter liegenden Häuser aus. Für die Bewohner in der vordersten Reihe ist zudem an eine Lärmschutzwand aus Glas vor begrünten Terrassen gedacht.  

Im Osten sollen dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss an eine alleenartige Erschließungsstraße angrenzen. Im Süden entlang der Weserstraße sollen die Vorgärten der geplanten Mehrfamilienhäuser aufgrund der auf der gegenüberliegenden Straßenseite beabsichtigten sechsgeschossigen Nachbarbebauung nach Westen hin angelegt werden.

Durch die Anordnung der Gebäude ergeben sich zwei kleine Plätze als ideale Treffpunkte im Quartier, das von Fuß- und Radwegen durchzogen, aber komplett autofrei sein wird. Auch Besucherparkplätze werden in den ober- und unterirdischen Garagen angeordnet. Zufahrt haben im Notfall nur die Feuerwehr und andere Rettungskräfte.

Der Bebauungsplan „Liebigstraße Süd“ umfasst im Wesentlichen die etwa fünf Hektar große Fläche des Gleisschwellenwerkes, das die Eigentümer jetzt weitgehend geräumt und an das Wohnungsbauunternehmen Weisenburger (Rastatt) verkauft haben. Zum Norden – mit 18,5 Hektar das größte Gebiet - zählen der ehemalige Bau- und Wertstoffhof der Kommunalen Betriebe, der an die Feuerwehr umgezogen ist, einige wenige bebaute Grundstücke und jede Menge Ackerland. Als Entwicklungsträger tätig ist hier die Firma Bonava (Fürstenwalde), die die Langener Terrassen an der Elisabeth-Selbert-Allee errichtet hat und neben Privatleuten und weiteren Investoren auch an der Liebigstraße Nord bauen will.

Sowohl dort als auch im Südteil vorgesehen ist eine Mischung aus Geschosswohnungsbau, Punkt-, Reihen- und sogenannten Kettenhäusern, die immer mit einer Seite direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück stehen. Im Norden kommen noch Doppelhäuser hinzu. Entlang der Liebigstraße und südlich der Nordumgehung schützen drei- bis viergeschossige Gebäude das Wohngebiet vor Verkehrslärm von der Straße und der Schiene. Zum wirksamen Lärmschutz sollen auch Elemente zwischen den Häusern beitragen und zur Lebensqualität Wohnhöfe im hinteren Teil. Ebenfalls Geschosswohnungsbau und sechs gestaffelt angeordnete Punkthäuser (drei bis fünf Stockwerke plus Staffelgeschoss) sieht das Konzept für den südöstlichen Abschluss des Areals vor. Hier soll eine Erschließungsstraße in einen neuen Kreisverkehr auf der Hans-Kreiling-Allee münden und die reibungslose Zufahrt zur Nordumgehung gewährleisten.

Neben weiteren Haupterschließungsstraßen gibt es innerhalb der kleinteiligen Bebauung ein Wohnstraßensystem (eine Fläche für alle, keine Bürgersteige) zum Teil mit Quartiersplätzen an den Kreuzungen, außerdem diverse Fußwege, einige Parkflächen und als Verlängerung der Elisabethenstraße eine Fahrradstraße. Beim Geschosswohnungsbau sind Tiefgaragen angesagt. An Standorte für Car-Sharing ist ebenfalls gedacht – und an den öffentlichen Personennahverkehr mit einer Buslinie.

Im Norden wird die erste Häuserreihe natürlich nicht direkt an die Umgehungsstraße heranrücken. Vielmehr liegt dazwischen als Puffer ein etwa 30 bis 40 Meter breiter Bürgerpark. Darin hat bereits die Kinder- und Jugendfarm eine neue Heimat gefunden. Als künftige Nachbarin soll im nordöstlichen Teil des Grüngürtels eine Kindertagesstätte entstehen, eine weitere und obendrein eine Grundschule auf der Fläche des früheren Bauhofs.

Zurück