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Langen zeigt Flagge für Rechte von Frauen

Welt-Frauentag und Equal Pay Day im März

01.03.2021

Für die Frauenbewegung gibt es im März zwei wichtige Tage: Am 8. März ist „Welt-Frauen-Tag“ und am 10. März „Equal Pay Day“, der Tag der gerechten Bezahlung von Frauen“. Beide Daten sollen die Rechte von Frauen in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Aus diesem Anlass hissen Bürgermeister Jan Werner und Langens Frauenbeauftragte Sabine Nadler am Montag, 8. März, die Fahne „Equal Pay Day“ vor dem Langener Rathaus und zeigen so Flagge für die Gleichberechtigung von Frauen.

Der internationale Frauentag erinnert daran, dass die Frauenbewegung bereits vieles bewirkt hat. Frauen haben heute Zugang zu Bildung und Arbeit und die Möglichkeit, ein selbständiges Leben ohne männlichen Vormund zu führen. Im Jahr 1949 fand ein historisch bedeutsamer Durchbruch für die Gleichberechtigung seinen Niederschlag im Grundgesetz. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es dort in Artikel 3. Doch nach der hart erkämpften rechtlichen Gleichstellung gilt es jetzt auch, die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen. Darunter fällt auch die gerechte Bezahlung von Frauen an die der „Equal Pay Day“ mahnt.

Ziel des Aktionstags ist es, die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern anzuregen und ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, damit sich die Lohnlücke schließt. Sabine Nadler ruft alle Langenerinnen und Langener auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen am 10. März über die Sozialen Medien ein Foto von sich mit einer roten Tasche posten, um so auf die roten Zahlen in den Geldbörsen von Frauen aufmerksam zu machen.

Der „Equal Pay Day“ markiert symbolisch den Tag im Kalenderjahr, bis zu dem Frauen, verglichen mit ihren männlichen Kollegen, umsonst arbeiten. Der sogenannte Gender Pay Gap beschreibt die geschlechtsspezifische Lohnlücke. In Deutschland liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen bei 19 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen immer noch signifikant weniger als Männer verdienen. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl nur sehr langsam verringert. Damit bleibt Deutschland Schlusslicht im internationalen Vergleich. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Lücke noch größer.

Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Doch selbst wenn man diese Faktoren heraus-rechnet und sich Frauen und Männer anschaut, die in der gleichen Branche und in gleichen Position gleich viel leisten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent.

Entstanden ist der Tag der gleichen Bezahlung 1988 in den USA. Inzwischen findet der „Equal Pay Day“ in über 20 europäischen Ländern statt. 2009 formierte sich in der Bundesrepublik ein nationales Aktionsbündnis bestehend aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Deutschen Frauenrat und dem Verband deutscher Unternehmerinnen. Die Kooperation konnte bereits im ersten Jahr bundesweit rund 60.000 Bürgerinnen und Bürger mobilisieren und verzeichnete rund 180 Aktionen.

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