Fräulein Julie

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Einlass: 19:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

32,80/ 30,60/ 28,40 Euro
inkl. Gebühren & Garderobe

 

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Schauspiel von August Strindberg mit Judith Rosmair und Dominique Horwitz

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Zwei Menschen, nur Julie und Jean; Julie will so gewaltsam nach unten, wie Jean gewalttätig nach oben will. In Reichweite zwei Menschen: Der Graf. Die gottesfürchtige Küchenhilfe Kristin. Und dann diese Nacht, diese gefährliche Mittsommernacht. Das 1888 von der Zensur in Schweden verhinderte, ein Jahr später in Dänemark uraufgeführte Theaterstück Fräulein Julie des weltbekannten schwedischen Schriftstellers und Künstlers August Strindberg führt in dieser unheilvollen Nacht zwei fulminante, zwei ganz außerordentliche Schauspieler auf der Bühne der Langener Stadthalle zusammen: Judith Rosmair und Dominique Horwitz. Gewiss, das wird ein großes naturalistisches Trauerspiel (Strindberg), eine Hexenposse, eine Gespenstersonate, ein Höllensturz, ein Weltuntergang vom Feinsten.

Alles spielt sich in der Küche ab, da, wo man zündelt und mit dem Feuer spielt. Im Vorwort zu seinem späteren Erfolgsstück weist Strindberg auf die Vielschichtigkeit seiner Charaktere hin, die er als moderne, in all ihrer Unsicherheit und Zerrissenheit aus Altem und Neuem zusammengesetzte Figuren der Übergangszeit beschreibt. Er thematisiert nicht nur den Drang, sich von autoritären Wertvorstellungen befreien zu wollen, er nimmt Machtverhältnisse in den Blick und beschreibt den Kampf der Geschlechter, der aus heutiger Perspektive aktueller denn je erscheint. Sie hat alles, wovon die Angestellten ihres Vaters während der harten Arbeit nur träumen. Das Fräulein Julie, Tochter eines Grafen und Grundbesitzers, stöhnt unter der Last gesellschaftlicher Erwartungen und der Vergangenheit der eigenen Familie. Sie ist unbefriedigt, unbeherrscht, auf der Suche nach etwas Sinnvollerem als der standesgemäßen Heirat. Deshalb vergnügt sie sich dann und wann bei festlichen Anlässen gerne mit der Dienerschaft. In einer Mittsommernacht fällt ihre Wahl auf Jean, der seinerseits mit der frommen Küchenhilfe Kristin verlobt ist. Pfui. Unangemessen, was passiert. Im Laufe der Nacht kommen sich die junge Adelige und der Kammerdiener stetig näher und das, obwohl er sie vor sich warnt: Er tauge nicht als Spielzeug. Was als unschicklicher Flirt beginnt, entwickelt sich im Strudel einiger Stunden zu einer Liebesbeziehung, die völlig außer Kontrolle gerät und die Verhältnisse auf den Kopf stellt. Am nächsten Morgen schon bereut Julie, was geschehen ist; die Machtverhältnisse im Hause haben sich krass verschoben. Der romantische, devote Diener wird brutal, beschimpft Julie als Domestikendirne und bietet ihr die gemeinsame Flucht an, wenn sie denn nur genug Geld beschafft. Ein Albtraum, ein Albdruck nun, der Julie das Messer führt.

Judith Rosmair, die Hauptrollen mit der ersten Regisseurgarde erarbeitete und an den Metropolbühnen in Hamburg, Berlin oder München gespielt hat, ist als Julie zum ersten Mal auf Tournee. Wunderbar. Und dass der in Paris geborene Dominique Horwitz, die schon mehrfach in Langen gespielt und gesungen hat, ein großer Charakterdarsteller und ein Bühnen-, Film- und Fernsehstar ist, darf als hinlänglich bekannt vorausgesetzt werden.

www.strindbergmuseum.at

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