Aktuelles | Aktuelles Rathaus | Aktuelles Umwelt/Bauen

Wertstoffhof: Entsorgung bleibt auf hohem Niveau

Aber Gebührenanstieg und reduzierte Mengen geplant

15.04.2017

Wer Bauschutt, Restabfälle oder Sperrmüll zum Langener Wertstoffhof bringt, muss vom nächsten Jahr an höhere Gebühren zahlen. Außerdem soll die Anlieferung von Gewerbetreibenden deutlich eingeschränkt werden. Das sieht ein Papier der Kommunalen Betriebe (KBL) zur Änderung der städtischen Abfallsatzung vor, das von der Stadtverordnetenversammlung aber erst noch beschlossen werden muss.

Hintergrund sind drastisch gestiegene Kosten, die Fremdfirmen für die Entsorgung verlangen. Nach den Worten von KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski sind die Verwertungs- und Verbrennungsanlagen in der Region derart stark ausgelastet, dass die Preise seit einem Jahr kontinuierlich nach oben gehen. Für Restabfälle aus Haushalt und Gewerbe hätten sie sich mittlerweile verdreifacht. Auch bei Altholz, Bauschutt und bei gefährlichen Abfällen werde es immer teurer.

KBL profitiert laut Pusdrowski noch von einer europaweiten Ausschreibung der Abfallentsorgung von Mitte 2016. Zu diesem Zeitpunkt habe es erst moderate Steigerungen gegeben. Gleichwohl führe an einer Erhöhung nichts vorbei, zumal ein Ende der Kostenspirale nicht erkennbar sei.

Demnach sollen die Gebühren für „sortenreinen“ Bauschutt von zwei Euro pro 100 Liter auf 4,50 Euro angehoben werden. Gips, Rigips, Bims und Gasbeton werden nur separat angenommen, da Bauschutt sonst auf einer Deponie entsorgt werden muss und nicht recycelt werden kann. Zum Vergleich: Rödermark hat zu Jahresbeginn die Bauschutt-Gebühr auf sieben Euro pro 100 Liter erhöht.

Beim Grünabfall ist in Langen vorgesehen, von einem auf 1,50 Euro pro 100 Liter zu gehen. Die ersten 300 Liter bleiben aber nach wie vor kostenfrei. In Babenhausen beispielsweise wurde dieser Nulltarif inzwischen komplett gestrichen. 100 Liter kosten dort nun 1,70 Euro. Für die Entsorgung von Restabfall aus Haushalten und Gewerbebetrieben möchte KBL in Zukunft fünf statt vier Euro verlangen (Rödermark nimmt zwölf Euro), für Pkw-Reifen vier statt zwei Euro und für Lkw-Reifen ebenfalls das Doppelte, nämlich 20 statt zehn Euro.

Aktuell wird der Wertstoffhof an der Liebigstraße in erheblichem Umfang von Gewerbetreibenden in Anspruch genommen. Die Firmen bringen große Mengen, die sie mit Anhängern und Lieferwagen transportieren. Das ist kein Wunder, da auf dem Wertstoffhof nur kostendeckende Gebühren erhoben werden, die in der Regel unter den Preisen der privaten Entsorger liegen. Eigentlich sind die kommunalen Wertstoffhöfe auch nur für „haushaltsübliche Kleinmengen“ gedacht und außer in Langen ist die gewerbliche Anlieferung in der Region nur noch in Mühlheim erlaubt. Wie dort soll auch an der Liebigstraße die Annahmemenge von Restabfällen sowohl aus Haushalten als auch von Gewerbetreibenden von 3.000 auf 500 Liter begrenzt werden, beim Bauschutt noch deutlicher auf 300 Liter.

Aus Kostengründen abschaffen möchten die Kommunalen Betriebe die Annahme von Altöl, Ölkanistern und PU-Schaumdosen. Dafür gibt es Entsorgungsmöglichkeiten über den Handel und das Schadstoffmobil der Rhein-Main-Abfall GmbH. Auch in diesem Fall würde Langen mit der längst gängigen Praxis auf anderen Wertstoffhöhen im Kreisgebiet gleichziehen, erklärte Pusdrowski. Sein Fazit ist, dass Langen auch nach der Änderung der Annahmemodalitäten und später nach dem Umzug des Wertstoffhofs an die Darmstädter Straße ausreichende und ordnungsgemäße Entsorgungsmöglichkeiten für alle relevanten Abfälle biete. Das zwar reduzierte, aber immer noch hohe Niveau vor Ort werde von anderen Kommunen im Kreis durchweg nicht erreicht.  

Als neuen Service wollen die Kommunalen Betriebe auf Wunsch zusätzliche Biotonnen für Gartenabfälle ausliefern. Sie haben ein Volumen von 120 Liter und sollen 75 Euro pro Stück und Jahr kosten. Während der Hauptvegetationszeit mit reichlich Rasenschnitt und anderem mehr, das nicht mehr in die übliche Biotonne passt, könnten sich Gartenbesitzer mit einem weiteren Behältnis Fahrten zum Wertstoffhof sparen – so der Hintergrund der geplanten Aktion.

Bei einer weiteren Änderung, die ebenfalls noch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden muss, geht es um höhere Wegegebühren. Sie müssen ab einer Entfernung von zehn Metern für den Hin- und Rücktransport von Tonnen an den Straßenrand bezahlt werden. In Anspruch nehmen diesen Service etwa Anwohner in der Altstadt oder an Wohnwegen in Oberlinden, wo die Müllfahrzeuge keine Chance haben, bis vor die Haustür zu fahren. Weil die Gebühren vor allem bei größeren Strecken wegen des Zeitaufwandes nicht kostendeckend sind, sollen sie in einem ersten Schritt zum Jahresbeginn 2018 bei einer vierzehntäglichen Leerung von 34 auf 45 Euro steigen. Dies gilt für Behälter zwischen 35 und 240 Liter. Bei Containern von 1.100 Litern in Wohnanalgen soll es zu einer Anhebung von 126,50 auf 168 Euro kommen, bei einer wöchentlichen Leerung von 253 auf 336 Euro.

Zurück