Aktuelles Rathaus | Aktuelles Umwelt/Bauen | Slider Startseite

Müll im Minutentakt

„BecherBonus“ und „Becherhelden“ gegen die Einwegmisere

20.03.2017

Es ist ärgerlich, unnötig und schädlich für die Umwelt: Immer mehr Becher aus Plastik und Pappe für den Kaffee zum Mitnehmen landen im Müll und auf der Straße. Hinzu gesellen sich Pizza-Schachteln, Verpackungen für den Burger und für andere Schnellgerichte mehr. Besonders beim Kaffee ist der Trend, ihn außer Haus zu trinken, ungebremst. Auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder beim Einkaufsbummel, ob Cappuccino, Latte Macchiato oder Espresso, in unterschiedlichen Größen, gern geeist und aromatisiert - das Angebot und die Nachfrage werden immer größer, auch bei uns“, bilanziert Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Um die Wegwerfflut einzudämmen, geht sein Apell in Richtung wiederverwertbare Kaffeebecher. „Den kann man von zu Hause mitbringen – oder man trinkt den Kaffee einfach vor Ort - also dort, wo er angeboten wird - in einer richtigen Tasse.“ Auch für Speisen seien Mehrweggefäße und –besteck immer die bessere Alternative. Für den Durst unterwegs macht es laut Löbig Sinn, sich in eigenen Flaschen Leitungswasser mitzunehmen. „Das hat nicht nur in Langen eine sehr gute Qualität“, sagt der Erste Stadtrat. „Es spart den teureren Getränkekauf, schont die Umwelt und den Geldbeutel.“

Doch die Realität sieht oftmals anders auch. Überfüllte Papierkörbe legen – auch in Langen – davon Zeugnis ab. Selbst eine tägliche Leerung wie auf der Bahnstraße (33 Papierkörbe) reicht nicht immer und die Kosten für die Entsorgung, die alle zahlen, werden höher.

Die Zahlen sind beachtlich: 320.000 Einweg-Kaffeebecher landen in Deutschland stündlich im Müll oder auf der Straße, pro Jahr sind es 2,8 Milliarden Stück. Die Deutsche Umwelthilfe hat nachgerechnet: Für die Einwegbecher - mit einer maximalen Lebensdauer von etwa 15 Minuten - werden 64.000 Tonnen Holz, das sind 43.000 gefällte Bäume, und 11.000 Tonnen Kunststoff verbraucht. Hinzu kommen Unmengen an Wasser und Energie für Produktion und Transport. Allein der verbrauchte Strom für die Herstellung würde für die komplette jährliche Energieversorgung einer Stadt wie Hanau mit etwa 100.000 Einwohnern ausreichen.

Fast Food und „to go“ machen Müll. Gute Alternativen gibt es viele. Auch das Land Hessen sagt Einwegbechern den Kampf an. Umweltministerin Priska Hinz rief in einem Brief Handelsketten, Großbäckereien, Raststätten und Verbände zur Teilnahme an der Initiative „BecherBonus" auf. Wer seinen eigenen Mehrwegbecher mitbringt, erhält einen Preisnachlass von zehn Cent. Und die Deutsche Umwelthilfe reagiert auf die Einwegmisere mit der Gegenkampagne „Sei ein Becherheld und steige auf Mehrweg um“. Weitere Infos unter www.duh.de.

Zurück