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Der Griff nach den Rohstoffen der Welt

Ausstellung beleuchtet Auswirkungen des Konsumverhaltens

13.11.2017

Das Konsumverhalten der Industrienationen hat Folgen für zahlreiche andere Länder der Erde. Im Langener Rathaus (im Foyer des ersten Stocks) werden sie in der Ausstellung „Unser Griff nach den Rohstoffen der Welt“ von Mittwoch, 8. November, bis Freitag, 8. Dezember, dargestellt. Im Mittelpunkt stehen Rohstoffe für Kommunikationsmittel und Energie wie Gold, Coltan, Tantal und Erdöl. Die Auswirkungen ihres Abbaus beleuchtet die Schau anhand von Beispielen aus dem Kongo, Peru, Ecuador, Nigeria und der Arktis. Zusätzlich Hintergründe und länderspezifische Informationen runden das Ganze ab.

2013 gab es in Europa 672 Millionen Mobiltelefone, weltweit wird die Zahl der Handy-Besitzer bis Ende dieses Jahres auf über fünf Milliarden Menschen steigen. Dadurch wächst die Nachfrage nach Coltan erheblich, denn das Mineral wird zum Herstellen von Elektronikgeräten benötigt. Das wertvolle Erz zu gewinnen, hat jedoch bedrohliche Auswirkungen auf die afrikanische Tierwelt, da viele Grubenarbeiterfamilien in die Nationalparks ziehen und dort für ihre Ernährung auf Jagd gehen. Das kostete Jahr für Jahr Tausenden von Wildtieren wie Elefanten und Gorillas das Leben.

Erdöl oder Gold werden überall auf dem Globus teils durch Zwangs- oder Kinderarbeit unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen gefördert und geschürft. Für das Herauswaschen des Goldes aus dem Gesteinsmehl werden in den Minen Perus riesige Mengen an Wasser und weitläufige Landflächen benötigt. Die dabei anfallenden Abwässer verschmutzen Flüsse, Bäche und Seen mit einer Vielzahl giftiger Chemikalien.

1967 begann die amerikanische Firma Texaco in einer 10.000 Quadratkilometer großen Fläche im Amazonasgebiet von Ecuador Öl zu fördern. Das Ergebnis waren verheerende Umweltverschmutzungen. Der Mineralölkonzern leitete rund 64 Millionen Liter Öl und 76 Milliarden Liter giftiges Förderwasser in die Umwelt und hinterließ jede Menge Ölschlamm und Gift.

Auf dem gesamten Erdball ist der Verbrauch der Ressourcen sehr ungleich verteilt. 2007 lag er im Mittel bei zehn Tonnen pro Kopf und Jahr. Verbraucht aber per anno jeder Afrikaner durchschnittlich gerade einmal 5.000 Kilo an Erzen und fossilen Brennstoffen, nutzen die Europäer in zwölf Monaten über 30.000 Kilogramm. Und während die reichen Industrieländer die Rohstoffe für die Steigerung ihres Wohlstands einsetzen, leiden die Entwicklungsländer verstärkt unter der Verschmutzung ihrer Natur und unter den menschenunwürdigen Bedingungen für die Bevölkerung.

Die städtische Umweltberatung hat die von der EU geförderte Ausstellung nach Langen geholt. Sie wurde von dem europaweiten Verein Klima-Bündnis zusammengestellt. Die Vereinigung ist ein im Jahr 1990 gegründetes europäisches Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Die mehr als 1.600 Mitgliedskommunen aus 24 Ländern setzen sich für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vor Ort ein. Langen ist seit 2007 Mitglied der Föderation, die mit der Vereinigung von indigenen Völkern der Regenwälder Alianza del Clima zusammenarbeitet.

Die Umweltberatung und der Langener Weltladen bieten für Donnerstag, 16. November, 19 Uhr, eine Führung durch die Ausstellung an. Weitere Informationen gibt es bei der Umweltberatung unter Telefon 203-391 oder per E-Mail: strinkaus@langen.de.

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