Leitgedanken zur Stadtentwicklung

Langen profitiert von seiner sehr guten Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet – nahe an Frankfurt und dem Flughafen und doch im Grünen und weitgehend frei von Fluglärm. Langen hat eine hervorragende Anbindung und Infrastruktur und ist gleichzeitig kompakt und überschaubar.

Mit diesen Pluspunkten in Kombination mit einer zielgerichteten und nachhaltigen Stadtentwicklung ebnet sich Langen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Dabei geht es vor allem darum, die Potenziale der Stadt zur Ansiedlung von Gewerbe und Handel sowie im Wohnungsbau auszuschöpfen. Betriebe ansiedeln, Arbeitsplätze schaffen, für zusätzlichen Wohnraum sorgen, die Lebensqualität erhöhen, die Infrastruktur stärken, das Vereinsleben fördern, das ehrenamtliche Engagement ausbauen und für Nachhaltigkeit sorgen – all das trägt dazu bei, dass sich Langen als erfolgreiche Kommune im Kreis Offenbach positioniert.

Als Grundlagen dafür dienen die Leitgedanken zur Stadtentwicklung. Sie beleuchten die wichtigsten Facetten der städtischen Entwicklung unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkenntnisse und Planungen. Ziel ist es, stadtplanerische Konzepte und daraus resultierende Handlungsvorschläge im Sinne eines Masterplans zu entwickeln.

Die Leitgedanken beschreiben die strategische Ausrichtung für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Sie gehen einher mit einer verbesserten Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung und Verwaltung und Bürgerschaft. Künftige Entwicklungen sollen geschlechtergerecht umgesetzt werden, um die Chancengleichheit zu gewährleisten.

Die Leitgedanken dienen weniger dazu, kurzfristige Sparerfolge zu generieren als vielmehr langfristig angelegte Konsolidierungsstrategien zu unterstützen und ihre Umsetzung zu lenken. Wir müssen bei allen notwendigen Sparanstrengungen immer darauf achten, dass wir unsere Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausbauen. Dazu sind auch Investitionen nötig. Nur über unsere Erfolge im Wettbewerb um Einwohner und Unternehmen können wir langfristig aus eigener Kraft einen wirksamen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten.

Entwicklungsgrundsätze der Leitgedanken

  • Nachhaltigkeit: Die Leitgedanken zur Stadtentwicklung wollen die ökonomische, ökologische und soziale Balance und kulturelle Vielfalt in Langen sicherstellen und fördern.
  • Innovation: Langen ist ein Standort technologischer und gesellschaftlicher Innovationen – diese Chancen werden genutzt.
  • Gesellschaftliche Teilhabe: Die Leitgedanken zur Stadtentwicklung haben das Ziel, den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu wahren und zu stärken. Alle sollen die Möglichkeit haben, an der Stadtgesellschaft zu partizipieren und sich zu engagieren.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen tragen zur Standortreue bei, genauso wie zur Ansiedlung von Unternehmen und zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen.
  • Dynamik, Lebensqualität, grüne Urbanität: Langen verfügt über zahlreiche Vorteile, die es zu bewahren, zu nutzen und zu entwickeln gilt

Interessenplattform Gemeindefinanzreform

Allein mit wieder steigenden Gewerbesteuereinnahmen und weiteren Sparanstrengungen kann Langen den städtischen Haushalt (mittelfristig) nicht ausgleichen und die Verschuldung abbauen. Vielmehr muss unabdingbar eine Reform des Gemeindefinanzierungssystems zusätzliche Entlastungen bewirken. Deshalb bringt sich Langen offensiv in die Diskussion um eine öffentliche Finanzreform ein, gründet mit anderen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet eine Interessenplattform, stellt Forderungen an das Land (Gleichbehandlung mit Schutzschirm-Gemeinden) und macht mit dem für die Entwicklung der Stadt existenziell wichtigen Thema permanent Druck bei Bund und Land.

Langen entwickelt ein städtebauliches Leitbild

Die Stadt Langen ist eine pulsierende und liebenswerte Stadt im Herzen der prosperierenden Metropolregion Rhein-Main. Um ihre Qualitäten langfristig zu sichern und den Wohn- und Wirtschaftsstandort konkurrenzfähig zu halten, wird ein städtebauliches Leitbild entwickelt, das die Besonderheiten hervorhebt und Defizite im Stadtbild langfristig behebt. Qualitätsbausteine werden künftig das Handeln bei der Stadtentwicklung prägen, das Stadtbild verschönern und architektonischer Zersplitterung entgegenwirken. Wichtigste Bestandteile sind das konsequente Trennen von Wohnen und produzierendem Gewerbe, die Verbesserung der bestehenden Erschließung und Gestaltungsregeln bei Neubauvorhaben. Die Brachflächen entlang der Bahnlinie werden als Chance für die Ansiedlung von Gewerbe und für den Wohnungsbau gesehen. Durch die Neubebauung entsteht ein ansprechender Stadteingang. Die Themenfelder Wohnen und Arbeiten haben Wechselwirkung und müssen unter dem Aspekt des wohnortnahen Arbeitens immer gemeinsam gesehen werden. Langen kann beides in besonderer Weise bedienen. Ein plastisches Modell der Stadt Langen macht die bauliche Entwicklung sichtbar, zeigt Altes und Neues, regt Diskussionen an und bereitet den heute schon hier lebenden Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie Zuzugswilligen, Gewerbetreibenden und Investoren Lust auf Langen. 

Schönes Wohnen in Langen

Langens hervorragende Lage und die fluglärmarme Situation sind ein Alleinstellungsmerkmal im Rhein-Main-Gebiet und die ideale Grundlage für Wachstum und Wohlstand. Von Vorteil ist, dass sich die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in Langen dämpfend auf die Entwicklung der Mietpreise der Bestandsimmobilien auswirken wird. Langen verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an sozialem Wohnraum. Ihn gilt es in weiten Teilen durch Verlängerung der Belegungsrechte zu sichern, um auch künftig einkommensschwachen Haushalten das Leben in Langen zu ermöglichen. Der bereits eingeleitete Wohnungsbauboom an der Elisabeth-Selbert-Allee wird konsequent gefördert- und um das geplante Wohngebiet an der Liebigstraße erweitert. Die Brachflächen östlich der Bahnlinie werden mit einer innovativen Wohnsiedlung bebaut, die durch ihre Architektur, ihren hohen Grünanteil und ihre Gestaltung der Straßen, Wege und Plätze Maßstäbe in der Region setzten wird. Qualitätsmerkmale wie Familienfreundlichkeit, Ökologie und intelligente Mobilität werden dieses Quartier prägen und Langen entlang der Bahnlinie ein attraktives Entree verleihen.

Gewerbeansiedlung forcieren

Langen ist ein starkes Wirtschaftszentrum und wird von vielen Gewerbetreibenden als Standort geschätzt. Die Attraktivität wird durch die unmittelbare Nähe zur Metropole Frankfurt und die gute Verkehrsanbindung mit zwei S-Bahn-Haltestellen und Anschlüssen an die Autobahnen gewährleistet. Um Langen zukunftssicher zu gestalten, liegt der Fokus der Gewerbeansiedlung auf den Feldern Technologie, Dienstleistung und Büronutzung. Die Potenziale, die sich im Bereich der innerstädtischen Brachflächen entlang der Bahnlinie ergeben, werden aktiv genutzt, um Investitionsbereitschaft von Unternehmen auf die Stadt Langen zu lenken. Erste Meilensteine sind der Abriss der Hochhausruine und der Bau eines Nahversorgungszentrums an der Pittlerstraße. Der sich dort etablierende Einzelhandel wird sich insgesamt positiv auf die angrenzenden Gewerbeflächen auswirken. Die Stadt Langen setzt alles daran, die freien Grundstücke in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und entlang der Bahnlinie zugunsten einer positiven Stadtentwicklung zu beplanen. Wichtige Grundpfeiler sind eine verbesserte Erschließung und die Umsetzung marktgängiger Grundstücksgrößen. Ziel ist eine nachhaltige Ansiedlungspolitik, die zu höheren Gewerbesteuereinnahmen führt und die finanziellen Handlungsräume der Stadt Langen sichert.

Neue Impulse für Langens Innenstadt

Die Innenstadt in Langen braucht neue Visionen. Die gewerblichen Strukturen werden durch Hervorheben der jeweiligen Besonderheiten akzentuiert und erhalten neue Impulse. Künftige Grundpfeiler sind ein neues Geschäftszentrum an der Liebigstraße und ein Einzelhandelsmagnet an der Bahnstraße in Höhe der Zimmerstraße. Diese Projekte verbinden das geplante Wohnquartier an der Liebigstraße mit dem Bahnhofsbereich und der Altstadt und sorgen für eine wiederauflebende Frequenz in der gesamten innerstädtischen Geschäftszone. Der Europaplatz am Bahnhof wird zu einem immer belebteren Dreh- und Angelpunkt, der als Gelenk zwischen Liebigstraße und Bahnstraße eine wichtige Funktion innehat. Das Bahnhofsgebäude und das Bahnhofsumfeld werden gastronomisch entwickelt. Durch die Installation von Glaskunstwerken in diesem Bereich entsteht eine Visitenkarte für Langen als Stadt der zeitgenössischen Glasmalerei. Die Neugestaltung der Bahnstraße und der Bau des neuen Geschäftszentrums an der Liebigstraße werden bis 2018 umgesetzt. Dies führt zu einem verbesserten Warenangebot, das dem Bedarf der Stadt entspricht und dadurch die Kaufkraft in Langen bindet. Die Ausweitung des Angebots durch eine originelle Gastromeile an der Bahnstraße zwischen Heinrichstraße und Annastraße und einer Feinkostmeile an der Friedrichstraße sowie die Förderung qualifizierter kleinteiliger Einzelhandelsangebote im Bereich der Fachgeschäfte an der oberen Bahnstraße unterstreichen die positive Entwicklung. Überdies stellt die Stadt Langen gemeinsam mit dem Eigentümer und Investoren ein Konzept für die Schererhalle auf. Ziel ist es, das historische Areal zu einem Prunkstück mit attraktivem Einzelhandel, Gastronomie und Kultur umzugestalten. In der S-Kurve schlägt dann das neue Herz der Altstadt.

Feuerwehrerweiterung und Neubau KBL-Betriebshof

Langen wächst, da müssen auch Versorgungseinrichtungen und Infrastruktur wachsen. Die Gebäude der Feuerwehr sind in die Jahre gekommen und müssen saniert und erweitert werden, damit Einsatzfähigkeit, Brandschutz und gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Rettungskräfte gewährleistet sind. Da die Kommunalen Betriebe Langen ihren Standort an der Liebigstraße aufgeben, weil dort ein attraktives Wohngebiet entsteht, siedeln wir den Bau- und Betriebshof an der Darmstädter Straße neben der Feuerwehr an. Dann können beide Einrichtungen Gebäude und Werkstätten gemeinsam nutzen. Das spart Geld und bringt mehr Service für die Bürgerinnen und Bürger.

Gesunde Umwelt sichern

Global denken, lokal handeln – das ist gerade beim Umweltschutz und in der Energiepolitik das Motto der Zukunft. Das beschlossene Klimaschutzkonzept der Stadt Langen ist die Leitlinie, um den Ausstoß von Treibhausgasen vor Ort kontinuierlich zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken und den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung systematisch zu erhöhen. Auch wenn Langen allein das Weltklima nicht retten kann - Klimaschutz muss Stadtgespräch werden und bleiben. Unsere Stadtwerke investieren gemeinsam mit Nachbarstadtwerken in Wind- und Sonnenenergie und sind Motor von Kampagnen für den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen. Wir müssen heute dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkelkinder in einem grünen Langen mit sauberer Luft und ruhigen Wohngebieten leben können.

Mobil in Langen

Die Stadt Langen verknüpft durch intelligente Konzepte bestehende und künftige Verkehrsmittel. Vernetzte IT-Systeme informieren, wo wir parken können und wann und wo wir das nächste Verkehrsmittel finden. Die Stadt unterstützt durch die Stärkung einer nachhaltigen und energieeffizienten Mobilität (Mobilitäts-App, Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs und des ÖPNV) die Energiewende. Sie beschreitet zugleich neue Wege mit Carsharing und Elektrofahrzeugen, die dazu beitragen, CO2- und Feinstaubbelastungen zu mindern. Ein erster Schritt in diese richtige Richtung ist der Ausbau der Park-and-ride-Plätze östlich und westlich des Bahnhofs. Langen wird außerdem zu einer beispielgebenden Fahrradstadt. Ziel ist die Erhöhung des Radverkehrsanteils von jetzt etwa elf auf 20 Prozent bis 2020. Dazu werden die Radwege, die Beschilderung und die Radabstellanlagen verbessert. Ein neuer überörtlicher Radweg nach Mörfelden entsteht durch den Ausbau der B 486. Außerdem macht sich der Magistrat dafür stark, dass der Seitenstreifen an der ehemaligen B 3 nach Darmstadt in einen Radweg umgewidmet wird. Die Idee des Regionalverbandes zum Bau einer Fahrradautobahn von Langen nach Frankfurt wird ausdrücklich begrüßt. Durch einen direkten ÖPNV-Anschluss an die Terminals des Flughafens Frankfurt wird Langen regional noch besser vernetzt.

Langen setzt den Ausbau der B 486 durch

Die Stadt Langen braucht eine qualifizierte Anbindung über die B 486 an das Autobahnnetz. Das bedeutet konkret, dass die Bundesstraße zeitnah und unter größtmöglicher Schonung der Waldbestände zu einer sicheren Zubringerstraße mit begleitendem Radweg und Wildschutz zwischen der K 168 und dem Anschluss an die A 5 ausgebaut wird. Dies ist eine essentielle Voraussetzung, um Langen als Gewerbestandort wettbewerbsfähig zu halten. Die zuständigen Landes- und Bundesbehörden werden deshalb mit Nachdruck zu einem zügigen Handeln aufgefordert.

Langener Waldsee – eine Attraktion für die ganze Region

Der Langener Waldsee ist mit seiner etwa einer Million Quadratmeter umfassenden Wasserfläche der größte und beliebteste Badesee im Rhein-Main-Gebiet. Im Sommer ist er Treffpunkt für Badegäste aus der ganzen Region. Außerdem ist er eine der großen nationalen Adressen im Triathlon und Austragungsort der Ironman-Europameisterschaft. Das Gewässer bietet darüber hinaus durch die ansässigen Vereine Möglichkeiten zum Segeln, Surfen und Angeln. Der Wald und die Wege rund um den Waldsee laden zum Sport, zum Ausritt, zum Spazierengehen und Wandern und zum Beobachten der wunderbaren Natur ein. Die Stadt Langen will den Waldsee und das Strandbad als regionales Freizeit- und Erholungsgebiet, aber auch als Sportstätte und Veranstaltungsort profilieren, eine Seebühne bauen und mit Wegen und Aussichtspunkten zu einer bedeutenden landschaftlichen Attraktion im Regionalpark Rhein Main weiterentwickeln. Eine neue Buslinie von Langen aus gewährleistet eine direkte Anbindung an den See. 

Langen bekennt sich zum Bürgerrecht Kultur

Kultur, kulturelle Vielfalt und kulturelle Bildung sind Bürgerrechte. Die vielgestaltige und qualitativ hochwertige kulturelle Infrastruktur in Langen muss deshalb erhalten werden. Das gilt vor allem für das Kulturhaus Altes Amtsgericht mit Musikschule, Volkshochschule und Stadtarchiv sowie für die Neue Stadthalle mit ihrem Veranstaltungsprogramm, der Stadtbücherei und den Glas/Werke/Langen. Die guten Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten in Langen sowie die Erwachsenenbildung durch die Volkshochschule und die Stadtbücherei gilt es zu erhalten und bedarfsgerecht anzupassen. Unverzichtbar für das kulturelle Angebot in Langen sind zudem die Vereine. Sie müssen ihre Eigenständigkeit bewahren und wirtschaftlich geführt werden. Synergien einer Zusammenarbeit müssen genutzt werden. 

Langen fördert den Sport

Die Stadt Langen bekennt sich zum Sport und den örtlichen Sportvereinen, sie fördert den Sport aktiv und nachhaltig und wirkt auf die Sicherung sowohl der Vereinsstrukturen als auch der Infrastruktur bei den Sportstätten hin. Die Prioritäten setzt die Stadt Langen im Breitensport und in der allgemeinen Gesundheitsförderung; der Spitzensport wird im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten unterstützt. Die Sanierung und der Erhalt der Georg-Sehring-Halle oder der Neubau einer vergleichbaren Sporthalle ist im nächsten Jahrzehnt die wichtigste Aufgabe. Überdies sind die Strukturen und Aufgabenfelder der Sportvereine selbst zu überdenken und möglichst so zu gestalten, dass die Vereine langfristig eigenständig, erfolgreich und wirtschaftlich hinreichend stabil geführt sowie denkbare Synergien einer Zusammenarbeit genutzt werden können. Alles zusammen ist Anlass, ein Sportkonzept 2020 unter Mitwirkung der Vereine aufzustellen, das Grundsatzentscheidungen zur Vereinsstruktur, zur Zukunft des Sportgeländes in Oberlinden und für den Standort einer neuen Sportarena mit Lizenztauglichkeit trifft. Die drei Schwimmbäder der Stadt Langen bleiben dauerhaft erhalten. Ziel ist es, die regionale Bedeutung der Bäder weiter zu stärken und im Zuge einer Regionalisierungsdiskussion die finanzielle Beteiligung des Kreises Offenbach und der Region Frankfurt RheinMain am Betrieb und an der Unterhaltung der Einrichtungen zu erreichen.

Langen bleibt familienfreundlich

Eine familienfreundliche Infrastruktur mit Gemeinschaftsflächen und Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien ist Voraussetzung für die gute Lebensqualität in unserer Stadt und ein bedeutender Standortfaktor. Spielplätze, attraktive Freizeiteinrichtungen für Jugendliche, Familienzentren und ein lebendiges Vereinsleben helfen ebenso wie Bildungs- und Beratungsangebote, Jugendsozialarbeit an Schulen und Berufswegebegleitung, dass junge Menschen Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung und auf dem Weg ins berufliche Leben erhalten. „Das Beste in guten Händen“ ist und bleibt der Leitspruch der Stadt Langen bei der Kinderbetreuung. Der gesetzliche Auftrag, ein bedarfsgerechtes Angebot vorzuhalten und insbesondere die Leistungen im U3-Bereich zu erweitern, erfordert auch in den kommenden Jahren Investitionen in den Aus- und Neubau von Einrichtungen. Sie werden so gestaltet, dass eine Vernetzung von bestehenden Angeboten in unserer Stadt und eine künftige Änderung des Nutzungszweckes möglich sind.

Alt werden in Langen

In Langen leben über 9.000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Schon bald gilt das für ein Drittel der Bevölkerung. Der demographische Wandel verändert auch die Anforderungen an die lokale Infrastruktur. Das Angebot und die Unterstützung für die ältere Generation gewinnen immer weiter an Bedeutung. Die Stadt Langen redet nicht nur über das Altern, sie handelt: das neue Begegnungszentrum Haltestelle mit integrierter Sozialstation hat Vorzeigecharakter und ist weit über die Grenzen Langens hinaus bekannt. Hier wird alles unter einem Dach geboten: Information, Beratung, Freizeitaktivitäten, Bildung, Pflege, Unterstützung und generationsübergreifende Angebote. Das Begegnungszentrum Haltestelle, das auch vielfältigste Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements bietet, bildet den Kernbestand der Seniorenarbeit in Langen. Daneben gilt es verstärkt, soziale Netzwerke und nachbarschaftliches Engagement zu unterstützen, Alterserscheinungen wie Demenz zu enttabuisieren und aktivierende Pflegestrukturen in den Wohngebieten aufzubauen. Neue Wohngebiete werden konsequent seniorengerecht gestaltet und Investoren angeregt, alternative Wohnformen zu errichten, um eine selbständige Lebensführung auch im hohen Alter zu ermöglichen. Eine gute Verkehrsanbindung trägt ebenfalls zur Mobilität im Alter bei.

Langen integriert

In Langen leben Menschen aus mehr als 100 Nationen. 37 Prozent unserer Bürgerinnen und Bürger haben einen Migrationshintergrund. Sie alle tragen zur kulturellen Vielfalt unserer Stadt bei. Dialog, Bildung und Beratung, Fördern und Nutzen von Potenzialen, wechselseitiges Geben und Nehmen stehen dabei im Zentrum der Integrationsbemühungen. So soll sichergestellt werden, dass zugewanderte Menschen schneller Fuß fassen und die Entwicklung unserer Stadt positiv mitgestalten.

Langen stärkt das Ehrenamt

Zum Zusammenhalt in unserer Stadt trägt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger bei. Ehrenamtliche leisten in vielen sozialen, kulturellen und sportlichen Bereichen hervorragende und unverzichtbare Arbeit. Dieses Engagement gilt es zu erhalten und zu fördern. Langfristig werden die sozialen Netze und Teile der öffentlichen Einrichtungen nur durch den richtigen Mix von Ehrenamtlichen und professionellen Kräften aufrechterhalten. In Kommunen, wo gute professionelle Arbeit geleistet wird, gibt es in der Regel engagiertes Ehrenamt. Dies zeigt sich eindrucksvoll in Langen.

Dienstleistungen und Service

Die Stadtverwaltung Langen ist ein Top-Dienstleistungsunternehmen. Das Bürgerbüro mit der Kfz-Zulassungsstelle bietet kundenfreundliche Öffnungszeiten und zügigen Service. Auch alle anderen Stellen in der Verwaltung erbringen ihre Leistungen auf hohem Niveau und mit größtmöglicher Kundenorientierung. Ziel ist es, diese Qualitäten zu erhalten und im Verbund mit Nachbarkommunen zu erweitern. Eine effektive Verwaltung benötigt gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies erfordert Investitionen in die Qualifikation, aber auch in den Erhalt und die Förderung der Motivation. Immer knapper werdende Personalressourcen einerseits und ständig steigende Anforderungen an Leistungsumfang und Leistungsqualität andererseits bedingen einen hohen Technisierungsgrad der Verwaltungsabläufe. In den nächsten Jahren müssen daher erhebliche Investitionen im IT-Bereich getätigt werden.

Transparenz des kommunalpolitischen Handelns

Langen bietet eine umfassende Internetpräsenz. Dies betrifft den Dienstleistungsbereich im Allgemeinen und im Besonderen auch die Darstellung des kommunalpolitischen Geschehens. Alle Einladungen, Beschlussvorlagen und Niederschriften der Stadtverordnetenversammlung und ihrer Ausschüsse stehen auf der Homepage zur Einsicht und auch zum Download zur Verfügung. Damit erfüllt Langen in vorbildlicher Weise die heutigen Anforderungen an die Transparenz des kommunalpolitischen Handelns. Für die Zukunft gilt es, die Internetpräsenz - dazu gehören immer mehr auch die Sozialen Medien wie Facebook oder Twitter - weiterzuentwickeln, neue Inhalte aufzunehmen, die Online-Kommunikation und die elektronische Sachbearbeitung auszubauen sowie die Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit ständig zu verbessern.

Konzern Stadt

Kluge Stadtpolitik für die Zukunft wird nicht nur im Rathaus gemacht. An vielen Stellen und in vielen Einrichtungen wird für die Stadtgesellschaft gearbeitet, sei es in der Neuen Stadthalle, den Kommunalen Betrieben, den Stadtwerken, den Freizeit- und Sporteinrichtungen oder im Ausbildungsbetrieb Pittler ProRegion. Der „Konzern Stadt“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einer effizienten, transparenten und schlagkräftigen Organisation entwickelt. Er muss kontinuierlich an die Bedürfnisse der Menschen und an die Marktveränderungen angepasst werden, zum Beispiel durch eine räumliche Erweiterung der Berufsausbildung bei Pittler.

Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit

Um die kommunalen Angebote und den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und zu verbessern wird Langen mit den umliegenden Städten und Gemeinden noch enger kooperieren. Wo immer es geht, werden kommunale Dienstleistungen und Angebote gebündelt. Die Stadtwerke mit ihrer Strom-, Erdgas- und Wasserversorgung und dem Stadtbusverkehr für Langen und Egelsbach sind ein Vorbild für andere Möglichkeiten, die ausgeschöpft werden müssen: mehr Zusammenarbeit der Kommunalverwaltungen, ein gemeinsamer Bau- und Wertstoffhof, eine stärkere Integration von Stadtwerken und Kommunalen Betrieben, der gemeinsame Betrieb von Sportstätten und Kultureinrichtungen oder eine gemeinsame Bücherei. Es gibt viele Ideen, bei denen angesetzt werden muss.

Díe Leitgedanken wurden am 5. September 2013 veröffentlicht.