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DINNER FÜR SPINNER

Na, das ist aber ein richtig fieses Hobby! Der reiche Verleger Küsenberg und seine Freunde pflegen ein zynisches Spiel, das sie Dinner für Spinner nennen. Abwechselnd ist jeder mal Gastgeber und lädt einen möglichst schusseligen, abgedrehten Sonderling ein. Der ausgemachte Schwachkopf des Abends weiß natürlich nichts von seiner exponierten Rolle, im Gegenteil, die Auserwählten freuen sich über den gediegenen Rahmen, das festliche Essen und obendrein im Mittelpunkt stehen zu dürfen. Während sich die snobistischen Zyniker um ihn herum insgeheim köstlich amüsieren.

Für das nächste Dinner hat Peter Küsenberg den Finanzbeamten Matthias Bommes eingeladen und der ist ein Mann, dessen ganze Leidenschaft der Rekonstruktion berühmter Bauwerke gilt – aus Streichhölzern. Gerade erst ist ihm der Bau eines Modells der Golden Gate Bridge gelungen, aus ganz genau 346422 Zündhölzern.

Ein Trottel im XXL-Format, freut sich Küsenberg, und verscheucht schon mal seine vom Spinner-Dinner angewiderte Gattin Nina aus der Designerbude. Doch dann, Pardauz!, ereilt ihn ein Hexenschuss, er muss daheim bleiben und auf den Spaß verzichten. Shit. Kurz darauf erscheint Bommes, der ihn zum Essen abholen will. Ach, nun ist Küsenberg ihm hilflos ausgeliefert. Der Freak bringt nicht nur das Leben des Verlegers in Windeseile durcheinander, nein, er lässt es völlig aus den Fugen geraten.

Mit dem Dinner für Spinner verpasst Francis Veber, 1937 geborener Autor zahlreicher Romane und Filmkomödien (z.B. Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh oder Ein Käfig voller Narren) den Bonzen und ihren blöden Spielen einen prächtigen Denkzettel. Die deutsche Fassung des Stückes in der Inszenierung von René Heinersdorff verschaffte obendrein dem Comedian Tom Gerhardt die erste richtige Theaterhauptrolle und die, darf man Kritik und Publikum glauben, füllt er prächtig aus.

Vertrottelte habe ich ja oft gespielt, das ist fast schon ein Leitmotiv meines Schaffens, sagte Tom Gerhardt zur Premiere des Dinners in Bonn, und fügte hinzu: Aber dieser Bommes ist schon ein besonderes Kaliber! Wenn einer wie Tom Gerhardt das sagt, dann weiß der, wovon er spricht. Er ist quasi Spezialist für besondere Kaliber: Jürgen von der Lippe entdeckte Mitte der achtziger Jahre das komische Talent von Tom Gerhardt, der mit seinem Comedy-Programm Dackel mit Sekt sogleich die Republik rockte. Seine Filme Voll normaaal und Ballermann 6 gerieten zu Kultstreifen und mit der Fernsehserie Hausmeister Krause – Ordnung muss sein wurde er ganz und gar zu Hausmeister Dieter Krause. Ey, boah, ey, hätte sie das gedacht: Tom Gerhardt hat Germanistik und Philosophie studiert und seine Magisterarbeit über Die Sprachphilosophie des Nicolaus Cusanus geschrieben. Da lag der Küsenberg mit der Einladung also richtig daneben.

www.tom-gerhardt.de - www.moritzlindbergh.de - www.tina-seydel.de - www.steffenlaube.de

 

Preisinformationen

27,40/ 25,20/ 23 Euro
inkl. Gebühren

 

Veranstaltungsort(e)

  • Neue Stadthalle Langen
    63225 Langen
    Südliche Ringstraße 77
    • 06103 203-401

Veranstalter