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PROFESSOR MAMLOCK

Der Film Professor Mamlock soll außer dem Führer niemand mehr gezeigt werden, heißt es im Protokoll der geheimen Goebbels-Konferenz vom 29.01.1940, 11 Uhr. Ein Hakenkreuz – eingeritzt in die Tür einer Synagoge. Das war an einem Donnerstag. Im Jahr 2021.

1933. Die Nationalsozialisten sind an der Macht. Der weltberühmte jüdische Arzt Professor Mamlock ist überzeugter Demokrat und Hindenburg-Wähler. Er bemüht sich, seine Arbeit, seine Klinik, aber auch seine Familie von allen politischen Auseinandersetzungen fernzuhalten. Aus Angst um das Erreichte, aus Blindheit gegenüber der Realität und im Vertrauen auf „das Gute“ im Menschen arbeitet Mamlock weiter unter den rassistischen Machthabern. Sein Sohn verliert das Vertrauen und geht in den kommunistischen Untergrund, seine Frau Ellen attestiert ihm dieselbe Sturheit, die er bei seinen Gegnerinnen und Gegnern ausmacht, seine Tochter Ruth beginnt ihre ganz eigene Form der Rebellion gegen ihn. Mamlock scheitert, zerbricht an den zunehmenden Repressalien und begeht schließlich Selbstmord.

Das Schauspiel Professor Mamlock gilt als das erfolgreichste Werk des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf. Er schrieb es 1933 im französischen Exil. Das Stück hatte seine Weltpremiere am 19. Januar 1934 im Jüdischen Theater Kaminski in Warschau. In der Sowjetunion wurde es 1938 erstmals verfilmt und eben diesen Streifen konnte sich ab dem 29. Januar 1940 in Deutschland allein nur noch Adolf Hitler anschauen. 1961 wurde es abermals verfilmt, diesmal von Konrad Wolf, einem der wichtigsten Filmemacher der DDR, Namensgeber der Filmuniversität Babelsberg und Sohn Friedrich Wolfs.

2023. Professor Mamlock gastiert in einer von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg und vom NEUSTART KULTUR geförderten Produktion in Langen. Dafür gibt es Gründe. Die von Regisseur Aron Matthiasson erarbeitete Inszenierung kratzt an der Gegenwart und reflektiert dabei aktuelle politische Ereignisse. Übergriffe auf Synagogen, Moscheen und Flüchtlingsheime nehmen stetig zu; die Abneigung gegen das Fremde wächst immer weiter und gleichzeitig verliert die Menge ihre Mündigkeit, der es voller Entsetzen die Sprache verschlagen hat. Es bleiben Fassungslosigkeit und Erschütterung. Wie schnell kann eine Gesellschaft ihre eigene Geschichte verleugnen oder vergessen?

Gustav Peter Wöhler spielt den Professor Mamlock mit einer beeindruckenden Unbedingtheit, heißt es in der Presse, und in der Tat ist das eine große Rolle für den famosen Theaterschauspieler, den viele auch aus Krimiserien (Tatort, Polizeiruf 110), Fernseh- und Kinofilmen (Die sieben Zwerge – Der Wald ist nicht genug von Otto, Invisible von Werner Herzog oder Soul kitchen von Fatih Akin) kennen.

www.gustavpeterwoehler.de - www.mariahartmann.com

 

Preisinformationen

30,60/ 28,40/ 26,20 Euro
inkl. Garderobe & Gebühren

 

Veranstaltungsort(e)

  • Neue Stadthalle Langen
    63225 Langen
    Südliche Ringstraße 77
    • 06103 203-401

Veranstalter