Kunst/Kultur | Neue Stadthalle Langen

REGINAS GÄSTE: DAS SCHWEIGEN DER MITTE

Wenn wir jetzt im Herbst die erfolgreich gestartete Reihe Reginas Gäste fortsetzen dürfen, so erleben wir das, nach fast einem Jahr Pause, wie eine neu gewonnene Freiheit. Aber die Pandemie sind wir deshalb noch lange nicht los, wie es scheint – trotz oder vielleicht gerade wegen der Freiheit und den damit verbundenen Lockerungen, auf die wir so sehnlichst gewartet haben. Womit wir schon mittendrin in unserem Thema sind: nichts hat die Menschen seit dem Ausbruch von Covid 19 so sehr polarisiert wie ihre Gesundheit auf der einen und ihre „geraubte“ Freiheit auf der anderen Seite. Während sehr viele Bürger sich von ihrer Regierung noch strengere Maßnahmen gewünscht haben, sind andere auf die Barrikaden gegangen. Und die Parlamentarier standen in der Kritik, weil sie über sich haben ergehen lassen, worüber eigentlich hätte diskutiert, gestritten und schließlich demokratisch abgestimmt werden müssen.

Sie ist die Krise des Jahrhunderts, die Sars CoV 2 Pandemie, und beschäftigt Medien und Öffentlichkeit in nie gekanntem Ausmaß, und doch fehlt eine große Debatte, ein Einspruch der Intellektuellen dieses Landes, konstatiert Ulrike Ackermann. Zeitungen, Fernsehen, Gespräche auf der Straße drehen sich um nichts anderes als steigende und fallende Zahlen, um Impfen und Testen und Maskenschutz. Aber von einem gesellschaftlichen Diskurs keine Spur. Während die Mehrheit der Bevölkerung der Regierung und ihren Beratern zustimmt, machen sich an den Rändern der Gesellschaft, und vor allem in den sozialen Netzwerken Bewegungen Luft, die entweder auf der Seite von Pandemie Leugnern stehen, oder kruden Verschwörungstheorien anhängen, absurde Fake News verbreiten und zunehmend rechtsradikalen Narrativen folgen. Die Ablehnung der Experten, der Hass auf die Eliten, und eine grenzenlose Selbstüberschätzung und Anmaßung nehmen ein bedrohliches Ausmaß an.

Ulrike Ackermann hat mit ihrem Buch „Das Schweigen der Mitte - Wege aus der Polarisierungsfalle“ einen Nerv getroffen. Zwar ist das Buch bereits im vergangenen Jahr erschienen, als die Realität des Virus, geschweige denn der Pandemie und ihrer Folgen, noch gar nicht absehbar waren, gleichwohl zielt ihre Analyse auf den einen Punkt: „Wir brauchen Intellektuelle, die hervorstechen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Ideen und ihres Mutes, Neues zu denken, auch wenn der große Rest noch nicht so weit ist. Obwohl im Zuge der Digitalisierung die Illusion genährt wurde, jeder könne alles selbst, was er sogleich in egalitärer Manier mit allen anderen teilen werde.
Alle würden damit automatisch mündiger und demokratischer und bräuchten keine Orientierung mehr von Personen, die über mehr Kompetenz, Wissen und Weitblick verfügten.“

Wir wollen mit der Politikwissenschaftlerin eintauchen in ein spannendes Gespräch über Fragen, die wir quasi am eigenen Leib erleben, die uns alle angehen. Sei es das Thema Pandemie, aber auch Flucht und Anerkennung von Migranten, der kulturellen Aneignung oder Ablehnung, Identitätspolitik und Cancel Culture, Gender Sprache und dabei wollen wir nicht den Blick auf die Freiheit der Meinungsbildung verlieren.
Es geht um Fragen, die wir uns alle stellen, wenn es heißt, wie sieht unsere Zukunft aus, wie wollen wir leben? Die Bundestagswahl steht vor der Tür und man fragt sich, welche Wahrheit leitet uns, wem schenken wir unser Vertrauen? Bei all dem geht es auch darum, Meinungen anderer zu respektieren, miteinander ins Gespräch zu kommen, den Ideologen des Zeitgeistes eine Absage zu erteilen.

Prof. Dr. Ulrike Ackermann ist Politikwissenschaftlerin und Soziologin. 2009 gründete sie das John-Stuart-Mill-Institut für Freiheitsforschung, das sie seitdem auch leitet. 2008 wurde sie als Professorin berufen und lehrte bis 2014 Politische Wissenschaften mit dem Schwerpunkt „Freiheitsforschung und Freiheitslehre“ in Heidelberg. Sie bezeichnet sich selbst als die einzige Freiheitsforscherin in Deutschland. Ulrike Ackermann ist eine gefragte Expertin in Radio- / Fernseh- und Zeitungsbeiträgen.
Zuletzt erschien ihr Buch „Das Schweigen der Mitte“, sie gehört zu den Unterzeichnern des „Appell für freie Debattenräume“, und sie ist Mitbegründerin des „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“.

www.ulrike-ackermann.de

 

Corona-Regelungen in der Neuen Stadthalle Langen (NSL)

Der Besuch der Veranstaltung ist ausschließlich unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gestattet und wird beim Betreten kontrolliert. Den Nachweis bitte in digitaler oder analoger Form vorzeigen.

Auf die jeweils aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen wird geachtet. In der NSL ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht, diese darf aber am Sitzplatz abgelegt werden. Markierungen und Hinweisschilder sind angebracht, Desinfektionsmittel ausreichend vorhanden. Die Klima- und Lüftungsanlage arbeitet mit 100% Frischluftzufuhr - keine Umluft, reine Abluft. Getränke, die im Foyer der NSL erworben werden können, dürfen mit in den Saalbereich genommen werden - das gilt ebenso für die Garderobe.

Grundsätzlich gilt aber auch: Die Eigenverantwortung endet nicht mit Betreten der Neuen Stadthalle Langen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

Preisinformationen

9,80 Euro inkl. Gebühren

 

Veranstaltungsort(e)

  • Neue Stadthalle Langen
    63225 Langen
    Südliche Ringstraße 77
    • 06103 203-401

Veranstalter