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Ein kleiner Obolus für die Plastiktüte

Auch der Langener Einzelhandel stellt um und schont die Umwelt

25.11.2016

„Eine Tüte oder geht es so?“ Wer Hemden, Schuhe, eine Flasche Wein, Parfüm oder auch nur eine Grußkarte kauft, kennt diese Standardfrage des Verkaufspersonals. Nichts im Handel ist so klein, als dass es keine passende Tüte dafür gäbe. Im Supermarkt hingegen fragt schon lange niemand mehr, ob es eine sein darf. Das hat einen einfachen Grund. Während die Kunden im Lebensmittelhandel Geld für die Tüten bezahlen, gibt es sie im übrigen Einzelhandel zum Nulltarif - inzwischen aber längst nicht mehr überall. Hintergrund ist eine freiwillige Vereinbarung des Handelsverbands Deutschland und des Bundesumweltministeriums. Schon seit Beginn des Jahres verlangen viele Läden einen Obolus von Kunden, wenn sie eine Tüte möchten. Auch der Langener Einzelhandel stellt um.  

Die Initiative Citymarketing, in der Langener Geschäfte, die Stadt und der Gewerbeverein zusammenzuarbeiten, hat sich darüber verständigt, dass die Händler für eine kleine Tüte eine Gebühr von zehn Cent erheben und für eine große 20 Cent – unabhängig davon, ob Plastik oder Papier. „Damit wollen wir vor allem die Verbreitung von Plastiktüten eindämmen“, sagt Thomas Keim von der Agentur K+K communications. Sie stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie sich in der Natur praktisch nicht zersetzen und in den Meeren große Schäden anrichten. Aber auch Papiertüten sind ökologisch nicht automatisch vorteilhafter.

Die sinnvollste Lösung ist nach Keims Worten, die eigene Tüte – am besten mit anerkannten Zertifikaten wie Blauer Engel, FSC und Fair Trade - mitzubringen und so oft es geht wiederzuverwenden. Joachim Bentrup von Tee & mehr macht längst die Erfahrung, dass viele Kunden einen Korb oder Rucksack zum Einkaufen dabeihaben. Sie verzichteten damit nicht nur auf Wegwerftüten, sondern sparten auch Geld. Stephan Braun vom Kaufhaus Braun hat ausgerechnet, dass dadurch im Jahr 14 Euro im Portemonnaie bleiben.

Neben Tee & mehr und dem Kaufhaus schließen sich in einem ersten Schritt in Langen folgende Einzelhändler der freiwilligen Vereinbarung des Handelsverbands und des Bundesumweltministeriums an: Welt der Weine, Der Buchladen, Spielzeugträume, litera, Brittas Schmiede, Taschenlädchen, Musik Luley, Braun`sche Apotheke und Villa Kunterbunt. Sie sind der festen Überzeugung, damit einen wichtigen Beitrag zum Ressourcen- und Umweltschutz zu leisten. Zudem wurden sie in zahlreichen Gesprächen mit ihren Kunden darin bestärkt, aktiv zu werden.

Die genannten Geschäfte werden vom 1. Dezember an keine kostenlosen Tüten mehr anbieten. Sie geben damit einen wichtigen Anreiz gerade zur Vermeidung von Plastikmüll. „Tüten“, sagt Keim, „sind hochwertige Serviceprodukte. Ihnen einen Wert beizumessen, ist das Ziel der Bezahlpflicht. Wir möchten die Verbraucher sensibilisieren, dass jede benutzte Tüte Ressourcen kostet und dementsprechend werthaltig ist.“

Die Initiative Citymarketing, die zu dem Thema eigens eine Arbeitsgruppe gegründet hat, wirbt auch bei den weiteren Einzelhändlern in Langen dafür, sich der Bezahlpflicht anzuschließen und damit im Sinne des Umweltschutzes zu handeln.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

K+K communications

Thomas Keim
Rheinstraße 1 - 5

63225 Langen

Telefon: 06103 9141144

 

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