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Aus der Krise erwächst die Chance

Erfolgreiches City-Marketing: Spürbar Bewegung in der Innenstadt

07.06.2021
SoSoSo Citymarketing Leib Seele
Die Außengastronomie darf wieder öffnen. Passend dazu hat die Citymarketing-Initiative eine Kampagne zur Unterstützung der lokalen Restaurants, Cafés und Co. gestartet. Fotos: Hermann/Grafik: Siegel Buck Janik

Die Krise ist nicht vorüber, aber ein Ende ist in Sicht. Langsam, ganz langsam kehrt die Lebendigkeit zurück in die Stadt. Einkaufen ist wieder überall möglich, zwar weiterhin mit Einschränkungen, aber immerhin. Und auch die Gastronomiebetriebe dürfen die Langenerinnen und Langener wieder besuchen. „Das sind gute Nachrichten für die leidgeplagten Einzelhändler und Gastronomen sowie alle, die in diesen Branchen beschäftigt sind“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Es waren schwere Zeiten, ganz klar. Aber wir haben auch viel gelernt in den vergangenen Monaten. Deshalb denke ich, dass nach der Krise die Chance kommt und wir, auch wenn es derzeit vielleicht noch nicht danach aussieht, langfristig profitieren werden.“

„Die Wirtschaftsprognosen für die Zeit nach Corona sind positiv und prognostizieren massive Nachholeffekte“, ergänzt Joachim Kolbe, städtischer Fachbereichsleiter unter anderem für die Wirtschaftsförderung. „Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten weniger Geld ausgegeben als normal und davon werden auch die lokalen Akteure hoffentlich profitieren.“

Deutlich macht Joachim Kolbe aber auch: „Langen hat keinen totalen Stillstand gehabt, sondern Grund zu Optimismus.“ In der Innenstadt ist spürbar Bewegung: Das Quartierszentrum Forum mit seinen diversen Läden hat vergangenen Herbst eröffnet, gerade erst ist in der Friedrichstraße neues Geschäft mit Trendgetränken entstanden. Denns Biomarkt am Bahnhof plant die Eröffnung für Mitte Juni, in der Bahnstraße wird es eine neue Eisdiele und am Europaplatz ein veganes Restaurant geben. Perspektivisch sind der neue Rewe in der Bahnstraße sowie die neue Rossmann-Filiale in der alten Post zu nennen. Dazu entstehen weitere moderne Gewerbeflächen in der oberen Bahnstraße. Und im Rathaus liegen mehrere Anfragen von Gastronomen vor. „Keine Frage, der Handel und mit ihm die Innenstädte stehen vor massiven Umbrüchen. Die Langener Innenstadt ist da aber auf einem vergleichsweise guten Weg, hier wird investiert und hier entsteht Neues. Das gibt Zuversicht, dass sich unsere Strategie der vergangenen Jahre zur Entwicklung der Bahnstraße und des Bahnhofsumfeldes als richtig erweist, dass unser Stadtzentrum lebendig bleibt und wir damit unserem Einzelhandel den Rücken stärken können“, betont Joachim Kolbe.

Die Corona-Krise war eine harte Probe, die vieles durcheinandergewirbelt und beschleunigt hat. In dieser Zeit spielte die städtische Wirtschaftsförderung eine aktive Rolle. „Wir haben den Einzelhandel, das Gewerbe und die Betriebe in Langen während der gesamten Corona-Pandemie begleitet, standen in Kontakt und haben überall da geholfen, wo wir das konnten“, erklärt der Fachbereichsleiter. „Vielleicht wird nicht jeder Betrieb gerettet werden können, einige werden womöglich Insolvenz anmelden müssen. Das hat aber häufig Gründe, die wir als Kommune nicht ändern oder verbessern können oder dürfen.“

In der Citymarketing-Initiative sind durch die Zusammenarbeit von Stadt, Handel und Gastronomie, Gewerbeverein, Verkehrs- und Verschönerungsverein sowie Banken vorbildliche Strukturen entstanden, verdeutlicht Joachim Kolbe. „Die Initiative ,So nah. So gut. So Langen.‘ ist einmalig im Kreis. Und wir verknüpfen gerade unsere lokale Citymarketing-Strategie mit der bundesweiten Kampagne der Industrie- und Handelskammern unter dem Motto ,Heimat shoppen‘.“ Speziell dazu prüft der Gewerbeverein, ob er seinen traditionellen Langener Markt mit verkaufsoffenem Sonntag um eine Woche auf das zweite September-Wochenende verschieben kann.

Ganz aktuell ist eine Kampagne zur Unterstützung der Gastronomie gestartet, unter anderem mit großflächiger Plakatierung. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Gastro-Szene in Langen ist“, sagt Joachim Kolbe. „Denn ich bin mir sicher, dass in den Menschen durch Pandemie und Lockdown eine neue Sehnsucht nach Begegnung gewachsen ist. Von der dann auch der Einzelhandel profitieren wird, denn eine persönliche Beratung ist doch sehr viel schöner als das Studieren von Produktbewertungen auf Internetseiten, von denen man nicht mal weiß, ob sie wahr sind.“

Natürlich gibt es immer Verbesserungspotenziale. „Den Baustellen an der Oberen Bahnstraße haben wir ein großes Experiment zu verdanken, eine monatelange Einbahnstraßen-Regelung. Die damit bewirkten Veränderungen wollen wir untersuchen und erkunden, ob sich daraus wichtige Erkenntnisse und Impulse für die künftige Gestaltung dieses Teils der Innenstadt ableiten lassen“, kündigt Joachim Kolbe an. „Dabei prüfen wir intensiv, wie wir vom gerade erst aufgelegten Förderprogramm ,Zukunft Innenstadt‘ der Hessischen Landesregierung profitieren können.“

Die vergangenen Monate waren für manche Branchen und Geschäfte absolute Boomzeiten, zum Beispiel Lebensmittelhandel, IT-Geschäfte oder Fahrradläden. Andere, wie Reisebüros, Restaurants oder Messebauer, erlebten eine akute Bedrohung ihrer Existenz, aber eben auch wirtschaftliche Hilfe. Wie in kaum einem anderen Staat hat Deutschland seine Wirtschaft mit Soforthilfen, Kurzarbeitergeld, November- und Dezemberhilfe, Neustarthilfe, Übergangshilfe I, II und III, Kreditprogrammen oder Steuersenkungen gestützt.

Jetzt kommen die Wirtschaft und die Geschäfte hoffentlich wieder rasch in Schwung. Den Start in die „neue Normalität“ will der Langener Magistrat begleiten, überlegt und nachhaltig. „Wir wollen keine Strohfeuer entfachen oder nette, aber letztlich wirkungslose Projekte wie den Aufbau lokaler Internet-Verkaufsplattform für den Einzelhandel und das Gewerbe in Langen inszenieren. Unzählige Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass man im Digitalen viel Zeit, Energie und Geld verschwenden kann.“ Führende Handels-Experten und Institute haben den Nutzen solcher lokalen Online-Plattformen untersucht. Ihre Erkenntnisse sind durchweg ernüchternd. „Statt auf lokale Plattformen zuzugreifen, suchen die Menschen bei Google & Co. direkt nach den Geschäften, ihrem Sortiment und den Öffnungszeiten. Genau deshalb ist die Sichtbarkeit im Netz auch und speziell für die Gewerbetreibenden heutzutage unerlässlich“, fährt Joachim Kolbe fort. Digitalisierung, so die zentrale Erkenntnis der Deutschen Handelsverbandes, beginnt mir Lernen. Um die lokalen Gewerbetreibenden dabei zu unterstützen, bietet die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem Handelsverband Hessen ab Mitte Juni Onlineschulungen zu genau diesen Themen und zu einem schrittweisen Einstieg in den digitalen Handel an.

„Wir alle müssen unsere Mittel zielgerichtet und wirkungsvoll einsetzen, das gilt vor allem bei der Verbindung von stationärem und digitalem Handel“, findet auch Bürgermeister Jan Werner. „Wichtig ist, dass alle Akteure, also auch die Kommunalpolitik, bei den Menschen für unsere lokalen Läden, Restaurants und Kneipen werben. Wir alle müssen uns immer wieder bewusstmachen, dass es in unseren Händen liegt, wir sind es, die tagtäglich beim Einkauf über die Zukunft unserer Innenstadt entscheiden. Es ist gerade jetzt beim Neustart wichtig, in unsere lokalen Restaurants und Cafés zu gehen und hier vor Ort einzukaufen. Nur so garantieren wir, dass unsere Stadt lebendig bleibt.“

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