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Langen schließt sein Altes Rathaus wieder auf

Zur Premiere gibt es einen Bildvortrag in schwarz-weiß

16.03.2018

In Langens Altes Rathaus zieht wieder mehr Leben ein. Dank der Kooperation der Stadt mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) kann das Schmuckstück am Wilhelm-Leuschner-Platz, das als Museum viele Schätze aus der Langener Vergangenheit beherbergt, trotz aller Sparzwänge wieder häufiger für Veranstaltungen genutzt und zu einem Treffpunkt für die Öffentlichkeit werden. Aus Gründen der Haushaltskonsolidierung hatte das Haus in den vergangenen Jahren eher ein Dornröschendasein gefristet und wurde – außer für Trauungen – nur für wenige Führungen durch die Volkshochschule geöffnet. Jetzt wollen es die Heimatkundigen im VVV, ein Arbeitskreis von zehn Ehrenamtlichen unter Leitung des – ebenfalls ehrenamtlichen - Stadtarchivars Heribert Gött, wieder einmal im Monat zugänglich machen, und zwar immer samstags von 14 bis 16 Uhr, also direkt nach Ende des beliebten Altstadtmarkts nebenan.

Auftakt ist am Samstag, 24. März, mit der symbolischen „Wiederaufschließung“ pünktlich um 14 Uhr, bei der ein großer goldener Schlüssel zum Einsatz kommen wird. Wie bei dieser Premiere soll die Öffnungszeit immer mit einer Begleitveranstaltung zur Stadtgeschichte kombiniert werden, um den Besuch noch lohnenswerter zu machen. Nach Angaben von Bürgermeister Frieder Gebhardt kümmert sich darum der VVV gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Stadtarchiv. Der Verein hat inzwischen seine Geschäftsstelle in den altehrwürdigen Räumen eingerichtet.

Am ersten Samstag zeigt der bekannte Heimatkundige Reinhold Werner mit tatkräftiger Unterstützung des einstigen Langener Kulturabteilungsleiters Gerd Grein alte Postkarten und Bilder von Langen. Sie stammen aus Privatbesitz und dem Stadtarchiv und verdeutlichen, wie sich die Stadt gerade in jüngster Zeit rasant gewandelt hat. Die Ansichten von Straßen und Plätzen dürften manche Erinnerung wachrufen. Auf Fotos mit Wiesenlandschaften und blühenden Obstbäumen kommen Gebiete zum Vorschein, die heute längst bebaut sind. Andere Aufnahmen skizzieren das frühere Alltagsleben auf Schloss Wolfsgarten. Der Bildvortrag im großen Saal mit dem Titel „Langen schwarz-weiß“ beginnt nach einem gemütlichen Rundgang durchs Haus und wird etwa eine halbe Stunde dauern. Gereicht werden Ebbelwoi und Bretzel.

Grein, der nicht zuletzt durch seine Nachtwächter-Führungen in Langen populär ist, war es auch, der das Stadtmuseum Anfang der achtziger Jahre zusammen mit dem mit der Ortsgeschichte vertrauten Professor Frank Oppermann konzipierte und einrichtete. Im Laufe der Zeit kamen weitere Exponate hinzu. Zu den beliebtesten Stationen zählen ein Stadtmodell von 1750, die Ebbelwoistubb, der Tante-Emma-Laden von Heinz Seipp, das Tafel-service aus dem früheren Hotel „Deutsches Haus“ und ein ehemaliges Bürgermeisterzimmer. Weitere Schwerpunkte bilden die Geschichte von Schloss Wolfsgarten ab oder beziehen sich auf die wilhelminische Kaiserzeit, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus. Eindrucksvoll dargestellt ist zudem der Weg, den Langen während der ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg gegangen ist. Zwei Räume im Erdgeschoss sind für das Handwerk reserviert. Hier dominieren Arbeiten vom Schuster und von längst untergegangenen Berufen wie dem Ziegler.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Bilder des 1938 in Langen verstorbenen Malers Hermann Bahner, dessen Werke dem Spätimpressionismus zugeordnet werden. Das Alte Rathaus dürfte die vermutlich umfangreichste Bahner-Sammlung beherbergen. Insgesamt bietet das Museum in dem klassizistischen Gebäude im Herzen der Altstadt anhand von Zeugnissen aus der Zeit der ersten Bauern über das Mittelalter bis zur Neuzeit einen spannenden Überblick, wie sich das einstige Langungon in Richtung des modernen Langen entwickelt hat.

Der Eintritt bei den Samstags-Öffnungszeiten ist generell frei, Spenden für den Arbeitskreis der Heimatkundigen sind willkommen. Nächster Termin nach der Premiere ist Samstag, 7. April. Dann geht es um die ehemalige Gerichtslinde am Vierröhrenbrunnen und um die Rechtsprechung in früheren Zeiten. An dem Nachmittag möchte der VVV zugleich ein Versprechen einlösen und wird um die neu gepflanzte Linde wieder eine Rundbank aufstellen

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle der Volkshochschule Langen im Kulturhaus Altes Amtsgericht, Darmstädter Straße 27, Telefon: 06103 9104-60, E-Mail: vhs@langen.de und Internet: www.vhs-langen.de.

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Infoflyer Wiederaufschließung Museum Altes Rathaus am 24.03.2018
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