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Schickes Wohnen auf der letzten Steinberg-Lücke

Bebauungsplan für Eigentum und kostengünstige Miete

21.05.2018

Der Steinberg in Langen mit stellenweisem Blick auf die Frankfurter Skyline und den Taunus ist zweifellos ein begehrtes Wohngebiet. Rund 5.500 Menschen leben hier und bald könnten einige hinzukommen. Denn der Magistrat möchte Baurecht für die letzte große Lücke auf dem Hügel schaffen. In seiner jüngsten Sitzung hat das Gremium die Aufstellung eines Bebauungsplans mit der Bezeichnung „Wohngebiet Konrad-Adenauer-Straße/Am Speierling“ in Gang gesetzt.

Es handelt sich dabei um zwei gegenüberliegende Flächen links und rechts der Konrad-Adenauer Straße, die im Norden vom Schleifweg begrenzt werden. „Schon seit Jahren gibt es Überlegungen, wie sie bebaut werden könnten“, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt. Inzwischen lägen dafür tragfähige Konzepte vor, die angesichts der starken Wohnungsnachfrage in Langen verwirklicht werden sollten.

Die Vorhaben versprechen hohe Lebensqualität und moderne Architektur in einer Top-Lage. Zum einen geht es unter dem urigen Namen „Am Speierling“ um ein neues Wohnquartier östlich der Konrad-Adenauer-Straße bis zum Sonnenhang. Die 7.000 Quadratmeter lagen bisher in einer Art Dornröschenschlaf. Bei einem Investorenwettbewerb, den die Stadt ausgelobt hatte, machte ein Entwurf mit vier ausdrucksstarken Häusern das Rennen. Sie dürften mit ihren Grundrissen, Loggien, Dachterrassen, ihrer grünen Umgebung und ihren energetischen Vorzügen hohen Ansprüchen genügen.

Der Löwenanteil dieses Areals in Hanglage war in kommunaler Hand, etwa ein Viertel in privater. Beide Parteien zogen bei der Vermarktung an einem Strang. Ursprünglich war das Gelände für eine Grundschule reserviert. Der Kreis Offenbach als Schulträger sieht dafür aber schon längst keinen Bedarf mehr, zumal die Fläche aus heutiger Sicht dafür zu klein wäre. Dafür bietet sie sich nach Gebhardts Worten in idealer Weise an, um darauf Wohnungen zu bauen. Nicht irgendwelche, sondern Gebäude, die sich durch eine moderne Formensprache und ein zukunftsorientierten Energiekonzept auszeichnen und in die Natur eingebettet sind. 

Augenblicklich wachsen auf dem Gelände Büsche und Bäume munter vor sich hin, darunter an der Straße „Am Schleifweg“ auch ein mächtiger Speierling, der Namensgeber ist und als Naturdenkmal unter Schutz steht. „Er hat einen Kronendurchmesser von 20 Metern und bleibt auf jeden Fall erhalten“, betonte Gebhardt. Nach den Wettbewerbsvorgaben muss um ihn herum eine großzügige Schutzzone gestaltet werden. Unabhängig davon, dass der Wildobstbaum immer seltener wird und deshalb von besonderem Wert ist, passt er sehr gut zur Ebbelwoi-Stadt Langen. Denn seine Früchte, die wie kleine Äpfel oder Birnen aussehen, geben dem Stöffche den letzten Schliff. Weichen muss durch die Bebauung hingegen der Bolzplatz, den die Stadt zur Konrad-Adenauer-Straße hin schon vor vielen Jahren angelegt und eingezäunt hat. „Er war aber von vornherein nur für eine Übergangszeit gedacht“, erklärte Gebhardt.

Der siegreiche Investor, die Kleespies Rhein-Main-Süd GmbH mit dem Büro Kohl & Fromme aus Duisburg, will nach Abschluss des Bauleitplanverfahrens das erworbene Grundstück bebauen und die rund 60 Eigentumswohnungen in den geplanten Gebäuden vermarkten. Deren Höhe beträgt drei bis vier Geschosse plus Staffelgeschoss.

Auch für das zweite Gelände, das Grundstück der Baugenossenschaft Langen westlich der Konrad-Adenauer-Straße, gab es einen Wettbewerb, um die Qualität der künftigen Bebauung zu sichern. Entstehen sollen hier unter dem Titel „Steinberg leben. Unser Zuhause“ und ganz im Sinne der Genossenschaft kostengünstige Mietwohnungen. Das Gesamtgrundstück mit einer Größe von 11.800 Quadratmetern wurde bereits in den 1990er Jahren teilweise bebaut. Für die weitere Gestaltung erhielt jetzt der Entwurf des Architekturbüros Scheffler + Partner aus Frankfurt den ersten Preis. Die Baugenossenschaft will mit diesem Büro nun ans Werk gehen und die Pläne verwirklichen.

Vorgesehen sind zur Konrad-Adenauer-Straße und zum Schleifweg hin jeweils zwei viergeschossige Baukörper mit je einem Staffelgeschoss. Sie sollen den Bestand ergänzen und zu einem Wohnquartier mit hohem Identifikationswert und einem begrünten Innenhof machen. Hinzukommen würden rund 85 Wohneinheiten. 100 Quadratmeter sind für kleinere Nahversorger reserviert, die es bisher auf dem Steinberg nicht gibt.

Der Magistrat möchte nicht nur die aus den Wettbewerben hervorgegangenen Planungen in den neuen Bebauungsplan integrieren, sondern auch die bestehenden Wohnanlagen auf dem Grundstück der Baugenossenschaft und die südlich an das Speierling-Areal angrenzende Mehrfamilienhaus-Bebauung mit der städtischen Kindertagesstätte. Bürgermeister Gebhardt hob hervor, dass durch den Mix aus Eigentums- und kostengünstigen Mietwohnungen unterschiedliche Einkommensgruppen angesprochen würden, was der sozialen Struktur auf dem Steinberg zugutekomme.

Zur Beratung im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr vorgesehen ist die Aufstellung des Bebauungsplans für die Sitzung am Mittwoch, 23. Mai. Danach kann die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 14. Juni, einen endgültigen Beschluss fassen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

 

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