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Robert Ahrnt weiß, wie eine Stadt tickt

Im Langener Rathaus hat ein neuer Chef-Stadtplaner begonnen

07.05.2018

Die Stadtplanung zählt zu den Königsdisziplinen einer jeden Kommune. Kompetenz, Fantasie und Fingerspitzengefühl sind erforderlich, um an dieser Schaltstelle die Weichen richtig zu stellen. Da sind gute Leute gefragt und durchaus rar gesät. Die Stadt Langen hat jetzt – nach längerer Suche – einen neuen Chef-Stadtplaner eingestellt. Er heißt Robert Ahrnt und kommt aus der Architekten-Stadt Darmstadt. Von dort stammen auch seine beiden Vorgänger Camillo Huber-Braun und Simon Valerius. Beide sind auf der Karriereleiter nach oben geklettert. Huber-Braun, der von 2012 bis 2014 im Rathaus agierte, wechselte ins Regierungspräsidium Darmstadt und ist dort für die Siedlungsplanung zuständig. Valerius, der bis vorigen Dezember an der Südlichen Ringstraße tätig war, ist inzwischen Leiter des Bau- und Planungsamtes der Stadt Offenbach.

Jetzt freut sich Bürgermeister Frieder Gebhardt, dass mit Robert Ahrnt ein ausgewiesener Kenner der Materie in die Stadtverwaltung zurückgekehrt ist. Tatsächlich hat der 54-Jährige vor einem Vierteljahrhundert schon einmal im seinerzeitigen Bauamt an der Gestaltung Langens mitgewirkt. Damals kam er als Stadtplaner und Architekt frisch von der Technischen Hochschule Darmstadt, blieb aber nur für ein gutes Jahr. Denn es lockten Aufgaben beim Landkreis Darmstadt-Dieburg und bei der Stadt Darmstadt, unter anderem bei der Bauaufsicht, im Stadtplanungsamt und als Referent von mehreren Baudezernenten.

Ahrnt war zuständig für die Koordinierung bedeutender Projekte wie dem Kongresszentrum „Darmstadtium“ und er kümmerte sich um die künftige ICE-Anbindung an die Wissenschaftsstadt. Dann wechselte er zur städtischen Wohnungsbau-Tochter „Bauverein AG“, um dort die Umwandlung von ehemaligen Militärflächen in Wohngebiete vorzubereiten. Schließlich suchte er eine neue Herausforderung bei der Stadt Viernheim, etwa so groß wie Langen, wo er in den vergangenen Jahren das Amt für Stadtentwicklung und Umwelt leitete. Er weiß, wie eine Stadt tickt, und er ist nach seinen Worten angenehm davon überrascht, wie es in Langen vorangeht.  

Dorthin, sozusagen zu seinen beruflichen Wurzeln, ist er nun mit einem großen Erfahrungsschatz im Gepäck zurückgekehrt und hat im Rathaus zum 1. April die Leitung des Fachdienstes Bauwesen, Stadt - und Umweltplanung übernommen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe mit vielen Facetten. Bebauungspläne aufstellen, den Verkehr der Zukunft im Sinn haben, Mobilitätskonzepte entwerfen, Grünflächen verwirklichen und dem Umweltschutz seinen Stellenwert einräumen – all das und manches mehr steht auf seiner To-do-Liste.

Ahrnt ist in Langen in einer Zeit an den Neustart gegangen, die geprägt ist von großen Veränderungsprozessen. Der Wachstumskurs ist überall spürbar. Neue Baugebiete haben das Stadtbild bereits verändert oder sind wie an der Liebigstraße in der Entstehung. „Die Entwicklung beim Wohnen und beim Gewerbe ist richtig in Fahrt gekommen und diese Dynamik macht es für einen Stadtplaner natürlich sehr spannend“, sagt Ahrnt.

Abwechslung wird es für ihn reichlich geben. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Bestandsflächen im Wirtschaftszentrum zu entwickeln, die Planungen für die Baugebiete an der Liebigstraße zu vollenden, die Anbindung Langens an die Regionaltangente West voranzutreiben, die Zukunft des Waldsees zu erörtern, die Infrastruktur für den Radverkehr weiter zu verbessern und dem Natur- und Klimaschutz seinen Stellenwert einzuräumen. Die Stellplatzsatzung, die Straßenbeitragsgebühr, die Gestaltung der Innenstadt oder Strategien zur Müllvermeidung sind weitere Themenfelder.

Sein Augenmerk möchte Ahrnt zudem auf die Bauberatung und überhaupt auf die Information und vor allem die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei allen relevanten Planungsvorhaben richten. Und natürlich wird er auch in politische Entscheidungsprozesse eingebunden sein. Zur Seite steht ihm als Fachdienstleiter ein Team von 13 Beschäftigten.   

Zu Hause ist der neue Chef-Stadtplaner in Darmstadt-Kranichstein. Als begeisterte Radfahrer will er die Strecke ins Rathaus und wieder zurück so oft es geht auf dem Sattel zurücklegen. Entspannung findet der Vater von zwei erwachsenen Töchtern auch beim Klettern in den Alpen und beim Singen im Chor.

 

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