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Frühling liegt in der Luft

Hinaus ins Grüne im Mai

09.05.2020
Maikäfer

Ein Frühlingsspaziergang durch Wald, Feld und Flur macht Spaß und ist ein besonderes Erlebnis für Alt und Jung. Überall regt sich derzeit das Leben und für den aufmerksamen Beobachter gibt es Vieles zu sehen. Die städtische Umweltberatung lädt daher Naturfreunde zu einer Tour durch Langen ein, denn auch hier vor Ort gibt es im Reich von Flora und Fauna einiges zu entdecken. Viele pflanzliche Frühjahrsboten haben es in diesem Jahr besonders eilig. Der warme und regenarme April ließ bereits Blumen sprießen, die die Botaniker eigentlich als typische Maiblumen kennen. In den lichten Buchenwäldern rund um die Sterzbachstadt grünen und blühen bereits Buschwindröschen, Sauerklee, Maiglöckchen, Salomonsiegel, Schlüsselblume und Waldmeister.

Der Bärlauch hat es besonders Feinschmeckern angetan, können sie mit ihm doch herrliche Pesto-Gerichte, Suppen oder Kräuterbutter herstellen. Aber Achtung beim Pflücken: Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Maiglöckchen, die dasselbe Verbreitungsgebiet haben. Gerade die Blätter sehen sich sehr ähnlich. Ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch. Bärlauch als würzige, stark nach Knoblauch riechende Verwandte des Schnittlauchs kann olfaktorisch nicht mit dem einzigartigen, süßen Maiglöckchenduft verwechselt werden. Für den eigenen Bedarf ist das Sammeln von Wildpflanzen durchaus erlaubt, doch sollten Hobbyköche darauf achten, dass sie immer nur wenige Blätter einer Pflanze abpflücken und die Wurzel nicht schädigen, damit das Kraut überleben kann.

Da die Kronen der Laubbäume, hauptsächlich Buchen, Eichen und Ahornbäume, gerade noch nicht vollständig ausgebildet sind, dringt ausreichend Licht auf den Waldboden, der dies mit einem bunten Blütenteppich belohnt. Von den ersten Frühblühern wie dem gelben Scharbockkraut, über purpurnen und weißen Lerchensporn bis hin zu violetten Waldveilchen und Lungenkraut sowie weißen Buschwindröschen und gelber Waldprimel gibt es hier für kurze Zeit eine bunte Blumenwelt. Später im Jahr, wenn die Blätterdächer mit dichtem Grün geschlossen sind, wachsen keine Blumen im Waldschatten.

Auf den Wiesen gedeihen in dieser Zeit Löwenzahn, bald kommen Margerite, Wiesensalbei oder Wiesenschaumkraut dazu. Dabei gilt: Je nährstoffärmer eine Weide ist, desto größer ist die Pflanzenvielfalt und Blütenpracht Das freut besonders nahrungssuchenden Bienen, Hummeln, Hornissen und Wespen.

Im Tierreich haben die Singvögel gerade Hochsaison, das lustige Vogelgezwitscher ist besonders frühmorgens und abends zu vernehmen. Viele Singvögel brüten bereits im April, andere wie Neuntöter, Pirol, Kuckuck oder Rohrsänger kommen erst aus ihren Überwinterungsorten in ihre Brutgebiete zurück und suchen mit vielfältigem Vogelgesang einen Partner. Gerade die Amseln sind unermüdliche Gesangskünstler: Morgens die Ersten und abends die Letzten, zwitschern sie ganze Melodien und Lieder und ahmen dabei sogar Handy-Klingeltöne und Menschenpfiffe nach.

Da die Brutzeit schon begonnen hat, haben die Vogeleltern jetzt alle Schnäbel voll zu tun. Beim Zaunkönig fertigt nur das Weibchen das Nest, beispielsweise aus Hunderten von Hühnerfedern. Am Schlupftage wiegen die Jungvögel gerade mal ein Gramm und bekommen acht Fütterungen pro Stunde. Nach zwei Wochen müssen die Altvögel bis zu 40 Fütterungen pro Stunde bei ihrem Nachwuchs abliefern. Eine enorme Such- und Flugleistung für die kleinen Sänger.

Selten geworden ist hierzulande mittlerweile der Haussperling, der oft in großen Gruppen umherzieht. Auch nachts sind die Spatzen nicht gern allein, manche betreiben sogar eine Art „Wohngemeinschaft“: Sie bauen ein großes Gemeinschaftsnest mit mehreren Eingängen, singen gemeinsam, fliegen im Schwarm auf Nahrungssuche und kuscheln sich abends gegen die Kälte zusammen.

Zahlreiche Schmetterlinge schlüpfen im Mai ebenfalls oder kommen von ihren Überwinterungsquartieren zurück, wie beispielsweise der Distelfalter aus Afrika. In den Teichen und Wassergräben entwickeln sich Laub- und Wasserfrösche, Kröten, Feuersalamander sowie Kamm- und Teichmolche. Auch die ersten Maikäfer-Sichtungen im Langener Stadtgebiet gab es bereits. Die lange Metamorphose des Käfers, unterirdisch vom Engerling bis hin über die Jungkäfer zum fertigen Käfer dauert mehrere Jahre. Daher ist nur alle vier Jahre ein Maikäferjahr. Der Hessenforst erwartet in diesem Jahr im hessischen Ried eine Waldmaikäferpopulation, die nächste im Hanauer Becken erfolgt zeitversetzt zwei Jahre später.

Für alle, die mehr wissen möchten, was auf seinem Weg durch die Natur so kreucht und fleucht, ist ein Bestimmungsbuch sehr hilfreich. Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kann kostenfrei die „Kleine Waldfibel“ als gedrucktes Exemplar bestellt oder als pdf-Datei oder Waldfibel-App heruntergeladen werden: www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Waldfibel.html oder www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/_texte/WaldApp.html

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