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Die Osterluzei: eine botanische Rarität in Langen

Gemeinschaftsprojekt für den lokalen Naturschutz

16.11.2020
Osterluzei - NABU
Freuten sich über die neue Informationstafel an der Friedhofsmauer: Die NABU-Vorsitzende Susanne Mönke-Cordts und Beisitzer Hans Szegfü. Foto: Stupp/Stadt Langen

Sie hat ungewöhnlich geformte schwefelgelbe Blüten und wird bis zu einem Meter hoch: Die Rede ist von der Osterluzei. Diese besonders geschützte Pflanze wurde auch in Langen an der Friedhofsmauer entdeckt. Um das seltene Gewächs zu bewahren, hat die Friedhofsverwaltung der Kommunalen Betriebe Langen mit Unterstützung des Naturschutzbundes Langen-Egelsbach (NABU) einen Holzzaun errichtet. Dieser schützt den Standort, auf den auch ein neues Infoschild hinweist, das die städtische Umweltberatung stiftete. Der NABU wird sich an diesem Platz künftig um den seltenen Gast am Sterzbach kümmern.

Die Sonnenanbeterin liebt helle und warme Standorte, die sie zum Beispiel in Weinbergen oder an der Langener Friedhofsmauer findet. Diese wirkt dabei als Windschutz und Wärmespeicher. Ursprünglich war die mehrjährige Pflanze im Mittelmeerraum heimisch, wurde von dort aber auch nach Mitteleuropa eingeführt. Der Klimawandel lässt sie sogar im „warmen Rhein-Main-Gebiet“ überleben. Das mehrjährige Kraut hat herzförmige hellgrüne Blätter. Ihre trichterförmigen Blüten locken mit einem eher unangenehmen Geruch kleine Fliegen an. Diese rutschen in die Kesselfallen und bestäuben dort die Narben. Die Osterluzei vermehrt sich sowohl über ihre typischen Samen als auch über ihren Wurzelstock. Früher nutzten sie die Menschen sogar als Heilpflanze. So wurde ihre Wurzel in vergangenen Epochen zur Wundheilung, bei Frauenleiden oder bei Gicht eingesetzt. Heutzutage wird sie nur noch in homöopathischer Verdünnung sowie äußerlich angewandt, denn sie ist nicht nur giftig, sondern gilt auch als krebserregend.

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