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Wiedersehen mit Freunden

Über Pfingsten großes Städtetreffen in Langen

03.06.2019

Zum 16. Mal seit 1974 ist Langen über die Pfingsttage Schauplatz eines großen Städtetreffens. Dazu werden etwa 80 Gäste aus den Partnerstädten Romorantin-Lanthenay (Frankreich), Long Eaton (England) und Tarsus (Türkei) erwartet. Sie kommen am Freitag, 7. Juni, gegen Abend in Langen an und reisen überwiegend am folgenden Mittwoch wieder in ihre Heimat zurück.

Für viele wird es ein Wiedersehen mit langjährigen Freunden, denn fast alle Besucher aus den Partnerschaftsvereinen wohnen in Gastfamilien. Zu den offiziellen Vertretern zählen unter anderen die Stadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin Hélène le Dean (Romorantin-Lanthenay), Bürgermeisterin Sue Beardsley (Long Eaton) und eine Delegation aus Tarsus mit dem neuen Bürgermeister Dr. Haluk Bozdoğan an der Spitze. Repräsentanten aus der spanischen Partnerstadt Aranda de Duero können leider nicht teilnehmen, da dort gerade Regional- und Kommunalwahlen stattfinden.

Seit Jahrzehnten engagieren sich in dem Städtebund zahlreiche Akteure für die Völkerverständigung und treten gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung ein. Durch die persönlichen Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Länder, Sprachen und Kulturen sind lebendige und gerade auch in krisenhaften Zeiten belastbare Freundschaften entstanden. Sie sind Bausteine für die friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen nicht nur der europäischen Staaten. Zugleich haben die Partnerschaften den Schüleraustausch angekurbelt und bringen auf diese Weise junge Leute zusammen. Darüber hinaus knüpften auch Vereine Kontakte über Grenzen hinweg.

Am Pfingstsamstag empfängt Bürgermeister Frieder Gebhardt die Delegationen um 10 Uhr zum Hissen der Flaggen und zu den Melodien der Nationalhymnen vor der Neuen Stadthalle. Daran schließt sich die offizielle Begrüßung im großen Saal an. Hierzu sind alle Langenerinnen und Langener herzlich eingeladen. Später geht es mit dem Willkommensabend in der Neuen Stadthalle weiter.

Am Pfingstsonntag können sich die Gäste das Festival der Volkstänze (ebenfalls Neue Stadthalle) oder das internationale Jugendfußballturnier beim 1. FC Langen anschauen. Um 17 Uhr beginnt eine ökumenische Vorabendandacht in der Stadtkirche, dem sich ein Orgelkonzert der Kantorin Elvira Schwarz anschließt. Ein Höhepunkt dürfte am Pfingstmontag ein Ausflug mit dem Bus nach Speyer mit Stadtführung und Besuch des Technik-Museums sein. Mit dem Abschiedsabend des Langener Fördererkreises für europäische Partnerschaften klingt die „Familienfeier der befreundeten Städte“ am nächsten Tag aus.

Premiere der Zusammenkünfte war 1973 in Romorantin-Lanthenay. Seitdem ist – im jährlichen Wechsel – immer eine der drei Städte innerhalb der Ringverschwisterung zwischen Langen, Romorantin-Lanthenay und Long Eaton Gastgeberin des abwechslungsreichen Begegnungsfestes. In Langen sind dazu selbstverständlich auch die Freunde aus Spanien und der Türkei eingeladen. Die Organisation liegt in den Händen der Stadt und des jeweiligen Partnerschaftsvereins. Vor Ort ist das der Fördererkreis für europäische Partnerschaften unter seinem Vorsitzenden Fritz-Jürgen Becker. Unterstützung leisten die Stadtwerke Langen, die Bürgerstiftung, die Sparkasse Langen-Seligenstadt und die Volksbank Dreieich.

Geprägt vom Klima der Nachkriegszeit und mit dem Willen, zur Versöhnung und Völkerverständigung beizutragen, verschwisterte sich Langen 1968 erstmals mit einer europäischen Kommune. Dass die die Wahl auf Romorantin-Lanthenay, die Hauptstadt der Sologne, fiel, war mehr ein Zufall. Die ersten Kontakte bahnte damals eine Langener Familie an, die im schlösserreichen Distrikt Loir-et-Cher ihren Campingurlaub verbrachte.

Nach wie vor ist Romorantin-Lanthenay, das in einer waldreichen Landschaft in Zentralfrankreich liegt, ein lohnenswertes Reiseziel. Bis zu den weltberühmten Königsschlössern an der Loire wie Cheverny, Chambord, Amboise und Blois ist es nur ein Katzensprung. Die Wirtschaft von Romorantin-Lanthenay ist geprägt von zahlreichen Industriebetrieben. Darüber hinaus machen die Stadt viele Schulen, Sportstätten und soziale sowie kulturelle Einrichtungen zu einem attraktiven Wohnort für seine rund 18.000 Einwohner. Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Rennautomuseum, das Musée de Sologne, mittelalterliche Kirchen und die Reste der ehemaligen Abtei Notre-Dame-du-Lieu. Kulturelles Zentrum ist die Pyramide „Espace Francois 1er". Hier reihen sich Theater, Konzerte, Feste und Ausstellungen an Konferenzen und Kongresse

Bereits 1962 verschwisterte sich Romorantin-Lanthenay mit der britischen Stadt Long Eaton. Diese Mitgift nutzte Langen und schloss 1971 ebenfalls eine Partnerschaft mit der mittelenglischen Kommune aus der Grafschaft Derbyshire in der Nähe von Nottingham. Bedeutung erlangte Long Eaton, das heute Teil der Großgemeinde Erewash Borough ist und rund 38.000 Bewohnern zählt, vor allem durch seine Möbel- und Textilproduktion. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Pfarrkirche St. Laurence aus dem Mittelalter und die Harrington Mühle aus dem Jahr 1885. Sie ist ein schönes Beispiel für die reiche Industriearchitektur der Region. Die Wohngebiete Long Eatons gruppieren sich um die breiten, geraden Straßen, die ein Charakteristikum der Stadt sind. Eine der größten Attraktionen ist der West-Park, ein wunderschön gestaltetes Erholungsgebiet mit rund 530.000 Quadratmetern Fläche. Dort ist genügend Platz zum Cricket-, Fußball-, Tennis-, Bowling-, Hockey- und Minigolfspielen.

Mit Tarsus in der Türkei begann Langen 1991 eine kommunale Freundschaft. Tarsus (Provinz Mersin) liegt an der türkischen Südküste und ist flächenmäßig identisch mit dem gleichnamigen Landkreis, in dem immerhin mehr als 300.000 Einwohner leben. Inmitten des fruchtbaren Landstrichs Cukurova floriert die Landwirtschaft. Obst und Gemüse für das ganze Land wird hier mindestens zweimal im Jahr geerntet. Boden und Klima eignen sich zudem für den Anbau von Baumwolle. Weitere bedeutende Arbeitgeber sind Glas-, Zement- und Chemiefabriken. Tarsus gilt als älteste Stadt Anatoliens. Der Apostel Paulus wurde hier geboren. Heute erinnert der Paulus-Brunnen an ihn. Sehenswert sind auch die alte Moschee im Stadtzentrum, die ehemalige Stadtmauer und das Kleopatra-Tor aus römischer Zeit, das als Vorbild diente für das Freundschaftstor an der Tarsus-Anlage in Langen.

Im Jahre 2006 unterschrieben Langen und Aranda de Duero die Verschwisterungsurkunde. Die Stadt am Fluss Duero, in der etwa 35.000 Menschen leben, befindet sich in der spanischen Provinz Kastilien. Sie ist der Hauptort des Weinanbaugebiets Ribera de Duero. Die größten Unternehmen und Arbeitgeber kommen aus der Pharmazie-, Stahl- und Automobilindustrie. Darüber hinaus sind die Herstellung von Milchprodukten und die Landwirtschaft von Bedeutung. Die „Unterwelt“ Arandas ist eine echte Besonderheit: Fast unter der gesamten Altstadt gibt es Weinkeller – die Bodegas - die heute noch genutzt werden. Anziehungspunkte sind die historische Altstadt mit ihren kleinen Gassen, die gotischen Kirchen, die romanische Brücke und der zentrale Platz, die Plaza Mayor.

 

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