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Kulturgenuss mit Abstand

Stadthalle startet mit Hygienekonzept in die Theatersaison

16.09.2020

Diese Theatersaison wird anders: Mund-Nasen-Bedeckung, Sicherheitsabstand, Desinfektionsmittel, Abstandsmarkierungen – die Zutaten, aus denen mancher Kabarettist einen witzigen Sketch basteln würde, sind in diesem Jahr Grundvoraussetzung dafür, dass in der Neuen Stadthalle Langen überhaupt Kulturveranstaltungen stattfinden können. Denn was draußen unter freiem Himmel und an der frischen Luft – wie beispielsweise im Paulaner Biergarten hinter der Neuen Stadthalle – schon schwierig war, ist in geschlossenen Räumen noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. Aber das Stadthallen-Team hat mit Hochdruck gearbeitet, ein Hygienekonzept erstellt und alle Voraussetzungen geschaffen, um Kultur auch in der kalten Jahreszeit anbieten zu können. „Alle erforderlichen Standards sind bei uns erfüllt“, sagt Programmmacher Christian Staubach.

Erste kleinere Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, am Sonntag, 20. September, geht es dann richtig los mit der Saison: Der Kabarettist Philipp Weber wird sich in seinem Programm „KI – Künstliche Idioten!“ tiefgründig-satirische Gedanken über den Homo Digitalis und seine analogen Affen machen. Und das gleich zwei Mal: um 17 und um 20 Uhr. Denn angesichts der coronabedingten Maßnahmen ist die Zuschauerzahl auf rund 200 begrenzt.

Ein- und Ausgänge sind in dieser Spielzeit strikt getrennt. Hinter der Abendkasse am Eingang zum Foyer sind mehrere Stehtische aufgebaut, an denen sich die Besucher, die nicht im Vorfeld ein personalisiertes Ticket im Internet gekauft haben, registrieren können. Denn zur möglichen Nachverfolgung muss das Hallenteam alle Besucher namentlich und mit Kontaktdaten erfassen. Mund-Nasen-Bedeckung ist überall in der Halle Pflicht; sie darf ausschließlich am Sitzplatz abgelegt werden. Auf die Abstandsregeln ist zu achten. Entsprechende Markierungen in den Wartebereichen wurden auf dem Boden angebracht.

In der Halle sind die Stuhlreihen mit einem Abstand von 1,50 Meter aufgestellt. Zudem hat das Stadthallen-Team Plexiglaswände angeschafft, die individuell aufgestellt werden, um Familien/Paare von den Nachbarn zu trennen. Somit hat jede zusammengehörende Besuchergruppe ihren eigenen Sitzbereich. Bistrotische sorgen zusätzlich für Abstand und können gleichzeitig zum Abstellen von Getränken genutzt werden. Denn darauf müssen die Zuschauer nicht verzichten: Es wird eine Bewirtung geben. Die Thekenbereiche wurden dazu auseinandergezogen, damit auch dort die Abstände gewahrt werden können.

Auch zwischen dem Bühnenrand und der ersten Sitzreihe wird der Sicherheitsabstand eingehalten. Wenn in einem Programm gesungen wird, müssen die Protagonisten auf der Bühne weiter nach hinten rücken – sie müssen mindestens sechs Meter zwischen sich und die Zuschauer bringen. Chorgesang wird es in der nächsten Zeit in der Neuen Stadthalle nicht geben. Ebenso sind keine Partys geplant.

Ein großes Thema in Zeiten der Pandemie ist die Belüftung. „Unsere Klimaanlage arbeitet mit 100 Prozent Frischluftzufuhr“, erläutert Christian Staubach. „Die verbrauchte Luft wird komplett abgesaugt und durch frische ersetzt.“

„Natürlich ist das ein großer Aufwand, aber das sind wir unseren treuen Gästen ebenso schuldig wie den Künstlern und ihren Agenturen, mit denen wir teilweise schon seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten“, sagt Joachim Kolbe, städtischer Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport sowie Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH (BaHaMa). Wenn die ganze Veranstaltungsbranche in die Knie gehe, werde es über Jahre hinaus kein Kulturleben mehr vor allem in den kleinen und mittleren Städten Deutschlands geben. „Das muss auf alle Fälle verhindert werden“, betont Bürgermeister Jan Werner. „Deshalb hat unser Team alles darangesetzt, die Saison starten zu können, wenngleich in etwas anderer Form als sonst.“

Dazu gehört auch, dass es wie bei Philipp Weber bei etlichen Gastspielen zwei Vorstellungen geben wird. „Wir sind mit den Künstlern in Kontakt und haben es mit einigen auch bereits vereinbart“, berichtet Christian Staubach. Das betrifft besonders die Aufführungen der Aboreihe Boulevard.Langen, aber auch Veranstaltungen, bei denen der Vorverkauf gut läuft.

Für alle Fragen rund um das Programm der Neuen Stadthalle Langen und den Ablauf der Veranstaltungen steht Christian Staubach unter der Telefonnummer 203-431 zur Verfügung. Grundsätzlich sollten sich Besucher immer kurz vor dem Termin im Internet unter www.neue-stadthalle-langen.de über eventuelle Änderungen informieren. Dort finden sich auch ausführliche Informationen zu allen Gastspielen.

 

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