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Klettern und chillen an frischer Luft

Freizeit- und Bewegungsfläche für Jugendliche in den Dreieichgärten geplant

16.11.2020
Jugendareal
Auf dem ehemaligen Parkplatz in den Dreieichgärten wünschen sich die Jugendlichen eine Freizeit- und Bewegungsfläche mit Kletterwand und Aufenthaltsbereichen. Plan: Schelhorn Landschaftsarchitektur

Jugendliche haben Bewegungsdrang, Jugendliche wollen chillen (Erwachsene würden das „Ausruhen“ nennen) – aber vor allem: Jugendliche wollen auch mal ganz und gar ungestört sein. Diese drei Wünsche unter einen Hut bringen soll nun ein Projekt des städtischen Fachdienstes Migration, Jugend, Spielplätze, das auf Initiative und in enger Absprache mit dem Jugendforum entstand: Auf dem Areal der „Dreieichgärten“ nahe der Asklepios Klinik ist eine Freizeit-und Bewegungsfläche geplant. Die Kosten, die der Stadt dabei entstehen, sind gering.

Der Wunsch nach einer „eigenen“ Fläche wurde bereits in der Anfangsphase des Gründungsteams des Jugendforums formuliert. „Viele Jugendlichen finden keinen Aufenthaltsplatz, wo ein ungestörtes Treffen möglich ist. Aus diesem Grund müssen sie auf Spielplätze ausweichen, wo sie aber mit den Eltern und Kindern in einen Interessenkonflikt geraten“, heißt es in einem Schreiben des Gremiums. Auch in der Zukunftskonferenz im Jahr 2018, bei der mehr als 800 Jugendliche ihre Wünsche geäußert haben, war dieses Thema sehr präsent. Dabei zeigte sich, dass dies ein Bedürfnis von beinahe allen Jugendlichen aus allen Schichten der Gesellschaft ist.

Die Suche nach einem Standort gestaltete sich allerdings sehr schwierig, weshalb dann doch an einer Kompromisslösung gearbeitet wurde. Die Idee war, die Spielplätze den Bedürfnissen der Jugendlichen anzupassen. Doch auch sie wurde wieder verworfen, da sie nicht zum Ziel führt, einen Ort für Jugendliche zu schaffen, wo sie gänzlich ungestört sind.

Zwischenzeitlich kristallisierte sich dann aber doch noch eine Fläche heraus, die für diesen Zweck geeignet scheint: ein Areal in der Kleingartenkolonie Dreieichgärten westlich der Asklepios Klinik, die der Stadt gehört bislang als illegaler Parkplatz genutzt wird.

Die engagierten Jugendlichen investierten einen Teil ihrer Sommerferien, um ihre Ideen dafür in einen Plan umzusetzen. Mit Geldern aus den Programmen „Demokratie leben!“ und „Jugend stärken im Quartier“ konnte ein Landschaftsarchitekt diese in einen Plan einarbeiten.

Vorgesehen sind auf dem etwa 230 Quadratmeter großen Areal nahe der Frankfurter Straße eine Kletterwand, eine Tischtennisplatte, ein überdachter Unterstand und ein Bereich zum Zusammensitzen. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von maximal 40.000 Euro wollen die Jugendlichen über Spenden und Sponsoring selbst besorgen. „Ich finde, dass wir dieses große Engagement würdigen sollten“, wirbt Bürgermeister Jan Werner für die Pläne. An der Stadt blieben hinterher lediglich die Kosten hängen für die regelmäßigen Kontrollen durch die Kommunalen Betriebe Langen, wie sie auch auf den Kinderspielplätzen üblich sind. „Zudem denke ich, dass die Jugendlichen in einer Anlage, an deren Realisierung sie selbst mit solchem Einsatz beteiligt sind, auch mitarbeiten, sie in Schuss zu halten“, betont Jan Werner.

Mit dem Plan für die Freizeit- und Bewegungsfläche befasst sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am 19. November. Zur endgültigen Abstimmung kommt er am Mittwoch, 2. Dezember, in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

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