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„Jetzt Schlussstrich ziehen“

Stadt begrüßt Urteil zum Kiesabbau am Waldsee

19.02.2021

„Dieses Urteil bestätigt, was wir schon immer gesagt haben: Der Abbau von Kies und Sand in der Südosterweiterung des Langener Waldsees entspricht eindeutig dem geltenden Recht.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Jan Werner auf die Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs Kassel reagiert. Dieser hatte die Klage des BUND gegen die Firma Sehring und das Regierungspräsidium Darmstadt als Genehmigungsbehörde abgewiesen. Alle vorherigen Klagen in dieser Angelegenheit waren ebenfalls zugunsten des Abbauvorhabens ausgefallen. Die Stadt Langen ist Eigentümerin der Flächen und gemäß einem Stadtverordnetenbeschluss aus dem Jahre 2010 hat die Firma Sehring das Nutzungs- und Kiesförderrecht.

„Die Firma Sehring ist ein Traditionsunternehmen, das viel Gutes in und für die Stadt getan hat. Genauso haben das im Übrigen auch meine Amtsvorgänger Dieter Pitthan und Frieder Gebhardt gesehen“, stellt Jan Werner fest. Der bis 30. Juni 2020 amtierende Gebhardt hatte das Konzept für die Südosterweiterung als „ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar“ bezeichnet. In seiner Amtszeit hatte die Stadtverordnetenversammlung im Jahre 2010 die Nutzungs- und Förderverträge mit der Firma Sehring mit großer Mehrheit beschlossen.

Vom Abbau von Sand und Kies durch Sehring profitiert Langen unmittelbar finanziell: Aufgrund der bestehenden Verträge für die Auskiesung und Verfüllung sowie der Gewerbesteuer fließen aktuell jährlich etwa 1,1 Millionen Euro in den städtischen Haushalt. „Das ist Geld, das uns in der aktuellen Lage und für die bevorstehenden Aufgaben besonders im Bereich Kinderbetreuung guttut. Ohne diese Einnahmen müssten wir die Grundsteuer weiter erhöhen“, verdeutlicht der Bürgermeister. „Wichtig ist zudem, dass der Standort Langen der Firma Sehring mit ihren rund 100 Arbeitsplätzen langfristig gesichert ist.“

Der Verwaltungschef gibt zugleich seiner Hoffnung Ausdruck, dass nun endlich ein Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen wird. „Die ständigen, ungerechtfertigten Anschuldigungen gegen die Firma Sehring müssen nun endgültig aufhören.“ Die Gegner des Kiesabbaus sollten anerkennen, dass der gesamte Genehmigungsprozess auf Grundlage bestehender Gesetze rechtssicher abgelaufen ist. Zwar hat der Verwaltungsgerichtshof Revision zugelassen. „Doch die bisherigen Urteile sprechen eine eindeutige Sprache“, sagt Jan Werner.

Zudem verweist Jan Werner, wie es auch sein Vorgänger Frieder Gebhardt stets getan hatte, noch einmal darauf, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen stets voll und ganz nachgekommen sei. So habe es den Waldverlust bereits an anderer Stelle im und rund um das Rhein-Main-Gebiet ausgeglichen. Zudem werde im Zuge der Rekultivierung ein ökologisch hochwertiger Zustand hergestellt: 67 Prozent der Gesamtfläche werden aufgeforstet, auf 14 Prozent entstehen Biotope. „Angesichts der vielen Vorteile, die eine Abbaustelle für Sand und Kies zentral im Rhein-Main-Gebiet mit seiner enormen Bautätigkeit hat, ist eine temporäre Nutzung des Waldes für diesen Zweck sinnvoll. Gerade kurzen Wege von der Kiesgrube in das gesamte Rhein-Main-Gebiet reduzieren die Transportkosten und die CO2-Emmissionen enorm. Weniger CO2-Emmissionen sind auch wieder gut für die Umwelt, die aber natürlich durch den Waldverlust leidet. Dazu hat das RP Darmstadt mit der grünen Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid eine Abwägungsentscheidung getroffen. Ich bin froh, dass der Verwaltungsgerichtshof sich dieser Sichtweise ebenfalls angeschlossen hat“, betont der Bürgermeister.

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