Corona-Pandemie: Bitte die Informationen auf der Startseite www.langen.de beachten!

Aktuelles Rathaus | Aktuelles Familie/Soziales | Aktuelles Migration Zusammenleben

„Vielfalt in Langen“ startet in neue Förderphase

24.02.2020
Vielfalt in Langen - Demokratie leben
Der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ freut sich über den Beginn der neuen Förderphase. Foto: Wissel/Stadt Langen

Die Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ blickt auf fünf Jahre großartiges Engagement in Langen zurück und hält Ausschau nach neuen spannenden Ideen und Projekten in den Themenfeldern Demokratieförderung, Vielfaltsgestaltung und Extremismusprävention für die neue Förderphase ab 2020.

Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Programm „Demokratie leben!“ wird fortgesetzt und auch Langen profitiert bis Ende 2024 davon. Die Stadt darf gemeinsam mit dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Offenbach Land in den kommenden Jahren weitere spannende Projekte mit und für die Langener Bevölkerung umsetzen. Wer Ideen für Aktionen hat, kann sich direkt bei Lea Wissel von der Koordinierungs- und Fachstelle der AWO im Pavillon an der Bahnstraße 42 b melden.

Die Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ unterstützt seit 2015 Projekte, die sich für ein demokratisches, vielfältiges Langen einsetzen und sich gegen Menschenfeindlichkeit und Gewalt jeder Art richten. Allein in der ersten Förderphase zwischen 2015 und 2019 wurden über 500.000 Euro durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Kofinanzierung des Landes Hessen investiert. Erfolgsgarant für das Programm, dessen Ziel die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements ist, waren stets die engagierten lokalen Akteure, die ihre Ideen einbrachten und das Programm mit Leben erfüllten. Mehr als 80 Projekte mit über 7.000 beteiligten Menschen haben die zuständigen Ansprechpartnerinnen Lea Berend vom städtischen Fachdienst Jugend, Migration und Spielplätze und Lea Wissel von der Koordinierungs- und Fachstelle der AWO koordiniert, beraten und finanziert. Hauptzielgruppe sind auch künftig Kinder und Jugendliche, um schon die Jüngsten für ihre Rechte, für demokratische Werte und für ein rücksichtsvolles, gesellschaftliches Miteinander zu sensibilisieren.

Welche Projekte gefördert, werden entscheidet ein Begleitausschuss. Das aktuell 17 Personen starke Gremium besteht aus Multiplikatoren, die sich in die strategische Planung einbringen und überlegen, welche Maßnahmen aktuellen Bedürfnissen am besten gerecht werden, um das demokratische Zusammenleben in der Stadtgesellschaft noch zu verbessern. Rosemarie Steffens, ehemalige Frauenbeauftragte der Stadt und Mitglied des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Langen, ist schon seit einigen Jahren im Begleitausschuss aktiv und findet die Arbeit vor Ort wichtig, weil die „kommunale Ebene mit jeweils unterschiedlichen Themen und Problemen entscheidend ist für die konkrete Gestaltung der Demokratie in Deutschland“. Auch Dunya Ali meint: „Das Programm macht das Leben in Langen bunter, gibt Menschen Motivation und fördert die Zusammenarbeit“. Die gebürtige Irakerin musste vor einigen Jahren mit ihrer Familie fliehen, macht heute eine Ausbildung und ist neben ihrem Ehrenamt bei „Vielfalt in Langen“ auch als Mentorin für junge geflüchtete Menschen im Einsatz. Seit diesem Jahr ist zudem das 2019 etablierte Jugendforum mit drei stimmberechtigten Mitgliedern im Begleitausschuss vertreten.

Gerade erst hat der Begleitausschuss vier Projekten eine Zusage erteilt. Die Langener Schulen können aus theaterpädagogischen Workshops wählen, die vom Schultheaterstudio Frankfurt zu Geschlechterrollen und gegen Homophobie angeboten werden. Zusätzlich gibt es modulare Angebote des Vereins Creative Change zu Themen wie zum Beispiel Extremismus, Cybermobbing oder Identität. Das Evangelische Familienzentrum bietet darüber hinaus einen Frauentreff mit Kaffee, Kuchen und Kinderbetreuung am Nachmittag an, damit auch berufstätige Frauen daran teilnehmen können. Neben den monatlichen Treffen zum Austausch und zur Information zu frauenspezifischen Themen sind auch Ausflüge sowie die Beteiligung an Stadtteilfesten vorgesehen.

Für November ist überdies eine Filmvorführung im Lichtburg Kino geplant. Gezeigt wird dann der Dokumentarfilm „Truus Children“, der sich mit der Niederländerin Geertruida Wijsmuller-Meijer (bekannt geworden als Tante Truus) und den Schicksalen der 10.000 jüdischen und „nicht-arischen“ Kinder beschäftigt, die während der Zeit des Nationalsozialismus dank des Einsatzes der mutigen Frau gerettet werden konnten. Im anschließenden Gespräch erzählen die Filmemacherinnen über ihre Arbeit und die Möglichkeiten jedes einzelnen Menschen für andere und für Ideale einzustehen und bei Ungerechtigkeit nicht die Augen zu verschließen.

„Wir wollen auch im Jahr 2020 nicht wegschauen und wieder Projekte für ein demokratisches und von gegenseitigem Respekt geprägtes Langen fördern“, sagt Lea Wissel. Dem hat sich auch Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt verschrieben. Zu Beginn des Jahres brachte er eigenhändig ein Schild mit der Aufschrift „Respekt – kein Platz für Rassismus“ am örtlichen Rathaus an. Langen stelle sich damit auch auf höchster Ebene gegen Hass und Verrohung, „denn es gibt einfach zu viele judenfeindliche, menschenfeindliche oder andere herablassende Sprüche, denen man etwas entgegensetzen muss“, betont der Bürgermeister

Alle, die sich von „Demokratie leben!“ angesprochen und ermutigt fühlen und gerne eigene Projektideen für ein friedliches, von gegenseitiger Wertschätzung getragenes

Zusammenleben umsetzen möchten, finden bei den Ansprechpartnerinnen der lokalen Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ Unterstützung. „Wir haben auch in diesem Jahr ein Budget von mehr als 35.000 Euro in unserem Aktions- und Initiativfond, das wir gerne an engagierte Menschen mit guten Vorhaben in der Stadt vergeben möchten“, berichtet Lea Wissel. „Sprechen Sie uns an, lassen Sie sich beraten und bringen Sie sich ein. Wir freuen uns auf ein neues Jahr voller inspirierender Ideen.“

Eingereicht werden können zum Beispiel Aktionen gegen menschenverachtende Einstellungen und Gewalt (Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Klassismus, Antiziganismus) oder zur (früh-)kindlichen Demokratiebildung, Kinderrechten, Schulprojekttage und –wochen, außerdem Angebote zur politischen Bildung, zu Theater-, Kunst-, Begegnungs- und Beteiligungsprojekte, zu Initiativen für die digitale Zivilgesellschaft (gegen Hass im Internet) und zu vielem mehr. Wichtige Kriterien sind die Laufzeit bis 31. Dezember 2020 und die Konzentration auf den Wirkungsraum Langen. Gefördert werden können unter anderem Vereine, Initiativen, Religionsgemeinschaften und private Organisationen. Wer eine gute Idee hat, meldet sich direkt bei Lea Wissel (Telefon: 9249791 oder E-Mail: demokratieleben@langen.de).

Die Partnerschaft für Demokratie “Vielfalt in Langen“ wird gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport.

 

Zurück