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Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit

Am 8. Juli startet der IRONMAN zum 17. Mal am Langener Waldsee

25.06.2018

„Das Rennen ist bereits ausverkauft“, heißt es seit Monaten auf der Homepage der Mainova IRONMAN Europen Championship Frankfurt. Es gibt also seit geraumer Zeit keine Plätze mehr für den „längsten Tag des Jahres“, die Anziehungskraft ist ungebrochen. Triathlon, also die Kombination von Schwimmen, Radfahren und Laufen, fasziniert offenbar immer mehr Menschen. Über 3.000 Sportlerinnen und Sportler aus 78 Nationen wollen sich am Sonntag, 8. Juli, richtig schinden und dabei Glücksmomente erleben, wollen die Anfeuerungsrufe und die Atmosphäre genießen und gesund ins Ziel kommen. Und bei der wie immer vertretenen Weltelite geht es um die Krone von Europa.

Die Stadt Langen freut sich nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt, mit ihrem Waldsee abermals einen gewichtigen Beitrag zum Gelingen des sportlichen Großereignisses beizutragen. „Unsere Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) wird sich wieder mächtig ins Zeug legen, damit bei der ersten Ironman-Disziplin alles glattgeht.

In den ruhigen Gewässern des mit 72.000 Quadratmetern größten Badesees im Rhein-Main-Gebiet starten die Athleten das Rennen mit einem 3,8 Kilometer langen Schwimmkurs, der nach der ersten Hälfe durch einen kurzen Lauf am Sandstrand unterbrochen wird. Die Akteure erwartet eine Wassertemperatur zwischen 22 und 24 Grad. Anschließend geht es mit den Bikes über zwei Runden durch die Region bis in die Wetterau und mitten durch Frankfurt. Die abgesteckte Route, die zweimal gefahren werden muss, ist hügelig, anspruchsvoll und dieses Mal wegen einiger Baustellen mit insgesamt 185 Kilometer sogar noch etwas länger. Dann folgt eine Laufstrecke über 42,195 Kilometer über vier Runden am Mainufer vor der beeindruckenden Skyline, die schnelle Marathon-Zeiten ermöglicht, bevor die Finisher endlich unter dem Jubel der Zuschauer den Römerberg erreichen und es mit den Strapazen vorbei ist.

Die schnellsten Triathleten dürften zwischen 14.30 und 15 Uhr ihr Werk vollbracht haben. Die Veranstaltung in der Rhein-Main-Region gilt als wichtigster europäischer Qualifikationswettkampf für den berühmten IRONMAN auf Hawaii. Allein schon aus diesem Grund genießt sie ein enormes Ansehen und Medienecho.

Wie schon zuletzt fungiert der Frankfurter Energieversorger Mainova als Titelsponsor. Langen ist sogar schon seit der ersten Auflage der IRONMAN European Championship Frankfurt und damit seit 17 Jahren als Gastgeber mit von der Partie und verfügt über das nötige Know-how und die Routine, um einen reibungslosen und professionellen Ablauf der Schwimmdisziplin zu gewährleisten. Außerdem ist der Funke des Wettbewerbs längst übergesprungen. Die Stadt hat sich zu einer regelrechten Triathlon-Hochburg entwickelt und verfügt mit ihrem 50-Meter-Becken im Hallenbad und dem Waldsee über hervorragende Trainingsmöglichkeiten. Außerdem stellt die BaHaMa mit den Waldsee-Haien eine eigene Mannschaft, die am 8. Juni wieder antreten wird. Langen ist überdies Schauplatz der internationalen Triathlon-Messe, die jedes Jahr die Szene in die Neue Stadthalle lockt. 

Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den „Raceday“ überall auf Hochtouren. Der erste Startschuss im Langener See fällt am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr für die Profis und die sportlichsten Altersklassenathleten. Um 6.40 Uhr ist das Feld der restlichen Aus-dauersportler an der Reihe. Angesichts der generellen Wettkampfentwicklung wird es einen sogenannten Rolling-Swim-Start geben. Bei diesem Prozedere als Alternative zum weitverbreiteten Massenstart platzieren sich die Teilnehmer anhand ihrer geschätzten Schwimmzeit im Vorstartbereich (schnelle Schwimmer vorne, gemächliche Schwimmer hinten). Etwa alle fünf Sekunden werden zehn Athleten auf ihr Ironman-Abenteuer geschickt. Ungefähr 20 Minuten dürfte es dauern, bis alle gestartet sind.

Die Triathleten reisen aus sämtlichen Kontinenten nach Langen an. Bei den Frauen gibt es von 18 bis 74 Jahren zehn Altersklassen, bei den Männern sogar 13. Erstmals ist – mit einem Italiener – die Altersklasse 85 bis 89 vertreten. Die Veranstalter von der IRONMAN Germany GmbH aus Liederbach freuen sich auf ein top besetztes Profifeld. Bei den Männern treten unter anderen die Weltmeister Jan Frodeno (2015 und 2016), der in Australien und in Girona lebt, und Patrick Lange (2017) aus Darmstadt an. Bei der Titelvergabe mitreden könnten auch Andi Boecherer aus Freiburg (zweiter Platz im Vorjahr bei den europäischen IRONMAN-Meisterschaften) und der Schwede Patrik Nielson, der in Frankfurt 2017 als Dritter über die Ziellinie lief.

Favoritinnen bei den Frauen sind die dreimalige Weltmeisterin Daniela Ryf aus der Schweiz und die Australierin Sarah Crowley, die vor einem Jahr in Frankfurt siegte. Das Augenmerk richtet sich außerdem auf die Heidelbergerin Laura Philipp und Anne Haug aus Bayreuth, die beide Siege beim IRONMAN 70.3 (halbe Strecke) vorweisen können und in Frankfurt erstmals auf die Langdistanz gehen.

Trotz des zeitigen Beginns dürfte das Spektakel erfahrungsgemäß wieder auf ein großes Zuschauerinteresse stoßen. „Wir rechnen wie in den vergangenen Jahren mit Tausenden Fans, die die passende Kulisse bilden und die Stimmung anheizen“, erklärt Gebhardt. Der Ironman sei eine erstklassige Werbung für die Sportstadt Langen und ihren beliebten Waldsee, der sich jedes Jahr als Austragungsort bewähre.

Wer nicht am Ort des Geschehens ist, kann das Rennen am Bildschirm oder im Radio verfolgen. Im Internet gibt es auf der Seite www.ironman.de ganztags einen Livestream mit den neuesten Informationen. Das HR-Fernsehen berichtet in seinem dritten Programm von 6.25 bis 16 Uhr und von 21.45 bis 22.05 Uhr. Außerdem ist die ARD von etwa 13 bis 15 Uhr dabei. Darüber hinaus wird weltweit gesendet. „Das alles steigert den Bekanntheitsgrad unserer Stadt und ist eine Empfehlung für das ‚hessische Mittelmeer“‘, betont der Bürgermeister.

Nach den Worten von BaHaMa-Geschäftsführer Joachim Kolbe sind in Langen alle Weichen für einen geregelten Ablauf gestellt. „Wir ziehen alle Register, damit die Triathleten ‚schnell am Ziel‘ sind“, spielt Kolbe auf das Motto der Stadt Langen an, das auch für die Ironman-Europameisterschaften hervorragend passe.

Für ein gutes Gelingen am und im See steht wieder ein großes ehrenamtliches Helferteam bereit. Vor Ort trägt Strandbad-Leiter Mario Bautsch die Verantwortung. Aufsicht führt die DRK-Wasserwacht in Kooperation mit der DLRG. Zudem ist das Langener Rote Kreuz an Ort und Stelle, um an Land im Notfall erste Hilfe zu leisten. Viele weitere Ehrenamtliche und städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ebenfalls im Einsatz sein.

Die Bäder und Hallenmanagement Langen GmbH schickt traditionell mit den Waldsee-Haien eine eigene Mannschaft zu dem Härtetest. Zum Team zählen diesmal Simon Müller, Rüdiger Bobsin, Christoph Oldenburg, Clara Hartmann, Stefan Schubert, Frank Richter, Carina Baumgardt und Alexander Laloi. In den Kopf gesetzt haben sich die Haie nicht nur, das Ziel innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits von 15 Stunden zu erreichen, sondern auch, ihre persönlichen Bestzeiten zu unterbieten. Trainiert haben sie wie zahlreiche andere Athleten bei den Sailfish Swimnights im Waldsee, die jeden Donnerstag von Rekordhalter Jan Sibbersen ausgerichtet werden. Seine Glanzleistung von 42:17 Minuten gilt es seit 2004 zu toppen. Weitere Informationen zu den Waldseehaien, Steckbriefe der Teammitglieder und Vorjahresergebnisse stehen unter www.waldseehaie.de im Internet.

Am Wettkampftag werden nach zwei Runden die ersten Schwimmer gegen 7.15 Uhr in der sogenannten Wechselzone erwartet, wo die Rennräder für den nächsten Streckenabschnitt parat stehen. Wer nach zwei Stunden und 20 Minuten noch im Wasser ist, wird aus dem Rennen genommen. Auf dem Rad müssen die Sportlerinnen und Sportler das Bad bis spätestens 9.30 Uhr verlassen, ansonsten ist das Rennen für sie ebenfalls zu Ende. Ab 12 Uhr können sich die Besucher des Strandbades wieder im See tummeln, bis dahin ist der Eintritt kostenlos, Baden allerdings verboten.

Die Parkplätze auf dem Werksgelände der Firma Sehring, die den Ironman tatkräftig unterstützt, bleiben am Wettkampftag vornehmlich den Athleten und ihren Begleitern, der Presse und den Sponsoren vorbehalten. Das Publikum aus Langen, Dreieich, Mörfelden-Walldorf und Umgebung sollte deshalb die Möglichkeit nutzen, bequem und schnell mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Sonderbus der Stadtwerke zum Strandbad zu gelangen.

Der Bus fährt vom Bahnhof Langen (Westseite) aus um 5.50 und 6.20 Uhr mit Stopps an den Haltestellen Mörfelder Landstraße, Gewerbegebiet Mörfelden und Hessenring/Kurhessenstraße. Rückfahrten sind um 9.20, 9.50 und 10.20 Uhr. Die Einzelfahrt für Erwachsene kostet 2,05 Euro, Kinder zahlen 1,25 Euro. Radler gelangen in gut zehn Minuten von den S-Bahn-Stationen Langen-Flugsicherung oder Dreieich-Buchschlag über Waldwege zum See. Sie sind ausgeschildert, die Fahrradmitnahme in der S-Bahn ist kostenlos. Auch von der Langener Innenstadt aus ist der See über die Kirch- und die Kleinseeschneise in etwa 20 Minuten bequem zu erreichen. Die einfache Fahrtstrecke ab Lutherplatz beträgt rund sechs Kilometer.

Sportbegeisterte, die den weiteren Verlauf des Wettkampfes hautnah verfolgen möchten, sollten ebenfalls auf das Auto verzichten. Frankfurts Innenstadt ist zum größten Teil gesperrt. Von 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr fahren vom Parkplatz der Sehring AG alle zehn Minuten Busse zum Eisernen Steg und damit unmittelbar bis zur Marathonrundstrecke entlang des Mains.

Auf Waldsee-Besucher kommen anlässlich des Ereignisses einige unvermeidbare Einschränkungen zu. Von Donnerstag bis einschließlich Sonntag (5. bis 8. Juli) können die vertrauten Parkplätze im Bad nicht belegt werden. Die gesamte Fläche wird für die Fahrrad-Wechselzone benötigt. Der Waldseebus verkehrt in der genannten Zeit ab dem S-Bahn-Halt Dreieich-Buchschlag, allerdings nicht am Wettkampftag bis 13 Uhr, an dem die Bundesstraße 44 vormittags gesperrt ist.

Campingfreunde müssen ebenfalls Verzicht üben: Der Zeltplatz im Strandbad ist von Montag, 2., bis einschließlich Sonntag, 8. Juli, geschlossen. Am 2. Juli müssen alle Zelte bis spätestens 9 Uhr abgebaut sein.

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