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Willkommene Unterstützung aus Spanien

Fünf junge Erzieherinnen beginnen in städtischen Kitas

14.02.2022
Erzieherinnen aus Spanien
Bienvenidos a Langen – willkommen in Langen: Bürgermeister Jan Werner, der stellvertretende Fachdienstleiter Kinderbetreuung, David Schroth (hinten rechts), sowie Giselle Zenga von der Personalvermittlungsfirma HELMECA (vorne links) begrüßten die fünf Erzieherinnen aus Spanien, die nun das Team in fünf städtischen Kitas verstärken. Foto: Schaible/Stadt Langen

Es ist eine willkommene Unterstützung: Fünf Erzieherinnen aus Spanien haben jetzt in städtischen Kindertagesstätten ihre Arbeit aufgenommen. Sie alle haben in ihrer Heimat ein Studium in der Vorschulerziehung abgeschlossen und bereits gute deutsche Sprachkenntnisse. Im Rahmen einer sogenannten Anpassungsmaßnahme sollen sie nun in den kommenden 15 Monaten die offizielle Anerkennung als Fachkraft in Hessen erlangen. „Wir freuen uns sehr, die fünf jungen Damen bei uns in Langen begrüßen zu können. Sie helfen uns, die unverändert sehr angespannte Situation in der Kinderbetreuung wieder ein Stück weit zu entschärfen“, sagt Bürgermeister Jan Werner.

Der Abbau der langen Voranmeldeliste auf einen Betreuungsplatz in Krippe oder Kindergarten wird in Langen mit großer Energie vorangetrieben. Auf der einen Seite werden neue Kindertagesstätten errichtet und weitere Gruppen geschaffen. Gleichzeitig wurden auch die Bemühungen in der Personalgewinnung noch einmal intensiviert. Dabei werden kreative Ansätze verfolgt – wie jetzt in der Zusammenarbeit mit der Personalvermittlungsfirma HELMECA, einem Spezialisten für die Gewinnung von Fachkräften aus Spanien im Bereich Erziehung und Gesundheit.

In Langens städtischen Kindertagesstätten waren zum Jahresanfang 25 Vollzeitstellen nicht besetzt, weitere zehn in Einrichtungen von freien und kirchlichen Trägern. Folge: Obwohl die räumlichen Voraussetzungen vorhanden sind, können Gruppen nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang betrieben werden. Allerdings ist der Arbeitsmarkt leergefegt, was die Besetzung mit heimischem Personal sehr schwierig macht. In Spanien dagegen herrscht eine extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit. Und die sehr gut ausgebildeten Erzieherinnen haben dort kaum eine Chance, eine Anstellung zu finden.

„Vor diesem Hintergrund bringt die Gewinnung von pädagogischen Fachkräften aus Spanien für alle Seiten nur Vorteile mit sich“, betont Jan Werner. „Wir entziehen dem Land keine Fachleute, die es dringend benötigen würde. Und die Erzieherinnen nehmen hier niemand den Job weg. Vielmehr leben sie den europäischen Gedanken. Und den nehmen junge Spanier sehr ernst.“

Die fünf Damen, die jetzt in den städtischen Kitas begonnen haben, besuchten vier bis fünf Jahre in ihrer Heimat die Universität und besitzen alle einen Bachelor in Vorschulerziehung. Teilweise haben sie sogar ihr Masterstudium abgeschlossen. In den ersten 15 Monaten sind sie bei HELMECA angestellt und im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung in Langen im Einsatz. Die Personalvermittlungsfirma kümmert sich auch um die weitere sprachliche Förderung sowie das gesamte Anerkennungsverfahren. Nach der Anerkennung als Fachkraft können sie sich dann ganz regulär auf dem hiesigen Arbeitsmarkt eine Anstellung suchen. „Wir hoffen natürlich, dass sie alle bei uns in der Stadt bleiben“, sagt der Bürgermeister, der dem Quintett bei der Begrüßung bereits entsprechende Angebote in Aussicht stellte.

„Wir erhalten durch die Zusammenarbeit mit HELMECA hoch motivierte und akademisch ausgezeichnet ausgebildete Erzieherinnen, die wir ganz dringend benötigen“, erklärt Jan Werner. „Von der Arbeiterwohlfahrt, in deren Einrichtung Mikrokosmos bereits seit einem Jahr von der Firma vermittelte Spanierinnen im Einsatz sind, sowie aus anderen Kommunen haben wir sehr positive Rückmeldungen erhalten. Ich bin deshalb der festen Überzeugung, dass die Zusammenarbeit eine Maßnahme ist, die für alle Seiten nur Vorteile mit sich bringt.“ Und so gibt es im Rathaus sogar bereits Überlegungen, ob vergleichbare Kooperationen auch zur Anwerbung von Erzieherinnen aus anderen europäischen Ländern möglich sind. Denn schließlich wird für die Kitas, die aktuell oder demnächst gebaut werden, weiteres Personal benötigt.

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