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Weiter Brücken bauen für die Städtefreundschaft

Langener Delegation zum 25-Jährigen im türkischen Tarsus

18.12.2017

Nun ist es schon mehr als 25 Jahre her: Am 26. April 1991 unterzeichneten der damalige Bürgermeister Dieter Pitthan und sein türkischer Kollege Bedrettin Sarpkaya die Urkunde zur Verschwisterung von Langen und der türkischen Stadt Tarsus. Unter dem Motto „Gelebte Freundschaft“ pflegen die beiden Partnerstädte seitdem enge Beziehungen. Im vorigen Jahr hielt sich eine Delegation aus Tarsus in Langen auf und feierte gemeinsam mit Menschen aus der Sterzbachstadt das 25-jährige Bestehen der Verschwisterung. Die für das gleiche Jahr in Tarsus, das im Südosten der Türkei liegt, vorgesehene offizielle Würdigung wurde nach dem Putschversuch im Sommer 2016 erst einmal verschoben und fand mit einiger Verspätung, aber nicht weniger hochoffiziell, nun vor Kurzem statt. Der siebenköpfigen Delegation aus Langen unter Leitung von Bürgermeister Frieder Gebhardt wurde ein herzlicher Empfang bereitet. „Wir hatten viele Möglichkeiten, mit Vereinsvertretern und der türkischen Bevölkerung ins Gespräch zu kommen“, berichtete der Verwaltungschef.

Bei der akademischen Feier im Stadtverordnetensitzungssaal von Tarsus unterstrich er die besondere Bedeutung dieser Städtepartnerschaft in Vergangenheit und Gegenwart. Er sagte: „Langen leistete 1991 Pionierarbeit, denn es gab vor rund 25 Jahren noch nicht viele Partnerschaften zwischen Städten in der Türkei und in Deutschland. Heute wissen wir: Es war seinerzeit ein mutiger, wichtiger und richtiger Schritt. Durch ihn konnten wir zwischen Türken und Deutschen Vertrauen aufbauen, unsere Kulturen kennenlernen, Kontakte knüpfen und zusammen wertvolle Erfahrungen machen.“

Beide Seiten brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, dass bei allen Differenzen, die derzeit auf politischer Ebene herrschen, nie vergessen werde, dass Deutsche und Türken Freunde sind und es auch weiter bleiben wollen. Gebhardt hob hervor, dass Verschwisterungen von Kommunen nicht nur eine Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen und Amtsträgern sind, sondern in erster Linie eine Brücke zwischen Bürgerinnen und Bürgern sein sollen. Und die Stabilität und die Tragfähigkeit solcher Brücken beweise sich immer dann, wenn diese Bauwerke häufig und regelmäßig genutzt werden. Städtefreundschaften seien daher der Ausdruck einer gelebten und lebendigen Gemeinsamkeit. Sie seien im besten Fall Garant für einen persönlichen Austausch über geographische, gesellschaftliche, kulturelle und politische Grenzen hinweg.

Auf die augenblickliche Krise in der Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei anspielend, sagte der Verwaltungschef: „Gerade in der aktuellen Debatte brauchen wir Brückenbauer. Und zwar jene, die zeigen, welcher Gewinn darin liegt, wenn sich Menschen respektvoll begegnen. Denn eine Städtepartnerschaft ist keine kommunale Außenpolitik. Unsere Partnerschaft hat zum Ziel, den Bürgern unserer Städte den Weg zu einer besseren Verständigung, ja zu freundschaftlichen Beziehungen zu ebnen. Das ist besonders dann wichtig, wenn die bilaterale Beziehung unserer Länder kontrovers belastet ist.“

Auch Bürgermeister Şevet Can und der zum Oberbürgermeister der Region Mersin aufgestiegene langjährige Bürgermeister von Tarsus, Burhanettin Kocamaz, stellten in ihren Reden die besondere Bedeutung dieser Städtepartnerschaft heraus. Sie brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Freundschaft zwischen den Menschen aus Langen und Tarsus aus der Beziehungskrise ihrer Länder gestärkt herausgeht und ermutige, die Kontakte zu intensivieren. Mit kommunal gestützten Austauschprogrammen sollten sie weiter ausgebaut werden.

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