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Von Turteltaube, Tollkirsche und Kuhhund

Umweltberatung zeigt Ausstellung über die „Natur des Jahres“

13.01.2020
Natur des Jahres 2020 - Zauneidechse
Eine weibliche Zauneidechse tankt auf den Blättern liegend in der Sonne Wärme. Foto: Umweltberatung Stadt Langen

Was haben Zauneidechse, Maulwurf, Robinie oder Fiederklee gemeinsam? Alle wurden von Umwelt- und Naturschutzorganisationen als „Art des Jahres 2020“ ausgezeichnet. Über Vorkommen, Lebensräume und Besonderheiten der tierischen und pflanzlichen Würdenträger informiert jetzt eine Ausstellung der Langener Umweltberatung in der Stadtbücherei. Bis Samstag, 8. Februar, hängen die bunten Bildtafeln im Lesetempel an der Südlichen Ringstraße. Zusätzlich laden spannende Kinder- und Sachbücher rund um die Natur zum Schmökern ein.

Die Auszeichnungen, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit verschiedenen Part-nerorganisationen vergibt, sind in zahlreiche Kategorien unterteilt wie Bäume, Gift- und Heilpflanzen, Insekten, Vögel und Wildtiere. „Aufmerksam gemacht werden soll auf die Besonderheiten der jeweiligen Tier- und Pflanzenarten und für den Erhalt und Schutz ihrer Lebensräume“, sagt Sandra Trinkaus von der städtischen Umweltberatung.

Vogel des Jahres ist die Turteltaube. Sie steht weithin für Glück, Liebe und Frieden. Ihre Lebensbedingungen sind allerdings weit weniger romantisch: Seit 1980 sind fast 90 Prozent ihrer Bestände in Deutschland verloren gegangen. Was dem gefiederten Freund fehlt, sind geeignete Lebensräume wie strukturreiche Wald- und Feldränder. Besonders durch die industrielle Landwirtschaft haben sich die Bedingungen für den braun-grauen Flugkünstler stark verschlechtert.

Darüber hinaus haben es unter anderem folgende Tiere auf das Treppchen geschafft: der Grüne Zipfelfalter (Schmetterling), die Speer-Azurjungfer (Libelle), die Nase (Fisch) und der Schwarzblaue Ölkäfer (Insekt). Als gefährdete Nutztierrassen wurden der Westfälische Kuhhund und das Pustertaler Rind ausgezeichnet.

Graben als Lebenszweck haben sich Maulwürfe auf die Fahne geschrieben. Sie sind sehr nützliche Tiere – wären da nur nicht diese unschönen Erdhügel in Beeten und auf Rasenflächen, die eingefleischte Gärtner zur Verzweiflung treiben. Die cleveren Bodenbewohner sind aber ausdrücklich durch das Naturschutzgesetz geschützt, bereits Störungen oder Vergraulungsversuche sind verboten. Außerdem zeigt die Anwesenheit der Vierbeiner, dass der Boden gesund ist und zahlreiche Kleinlebewesen beherbergt. Denn die Buddler im schwarzen Pelz leben von Regenwürmern, Schnecken, Engerlingen und Schnakenlarven.

Bei den Pflanzen haben die Umwelt- und Naturschützer den Fieberklee (Blume), die Rutenhirse (Staude), die Wegwarte (Heilpflanze), die Lippoldsberger Tiefenblüte (ein hessischer Streuobstapfel), das Breitblättrige Knabenkraut (Orchidee) und die Gemeine Stinkmorchel (Pilz) ausgewählt. Baum des Jahres ist die Robinie, die auch in Langen vorkommt. Sie fällt durch ihre zarten Fliederblätter und duftend weiße Blütenstände auf, deren intensiver Duft im Sommer Bienen und Hummeln anlockt. Das Gehölz ist mit Schmetterlingsblütlern wie Erbse und Bohne verwandt und kam vor etwa 300 Jahren aus Nordamerika nach Europa. Giftpflanze des Jahres ist die auch an hiesigen Waldrändern wachsenden tiefschwarze Tollkirsche. Das Nachtschattengewächs ist äußerst giftig und sollte keinesfalls probiert werden. Zum Lebensraum des Jahres ernannten die Juroren den artenreichen Boden des Wattenmeeres an der Nordsee.

Wer vor oder nach dem Büchereibesuch noch mehr über die Preisträger erfahren möchte, ist auf der Internetseite www.nabu.de/tiereundpflanzen/naturdesjahres genau richtig.

 

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