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Vierröhrenbrunnen wird untersucht

Sandstein des Wahrzeichens muss begutachtet werden

23.11.2020
Hahn Vierröhrenbrunnen

Er ist beliebtes Fotomotiv in der Altstadt, Mittelpunkt von großen Festen, ein Meisterwerk der Frührenaissance und steht unter Denkmalschutz: Der Vierröhrenbrunnen ist eines der Wahrzeichens Langens. Ein Wahrzeichen, das es unbedingt zu erhalten gilt. Doch der Zahn der Zeit nagt am Sandstein. Umwelteinflüsse setzen dem Bauwerk, von dessen Spitze der hessische Löwe herabblickt, stetig zu. Die Stadt wird den Brunnen jetzt wieder einmal untersuchen lassen. Dazu wird er komplett eingezäunt.

Der Vierröhrenbrunnen wurde 1553 unter der Aufsicht von Hartmann von Bellersheim und Heinrich Breescher errichtet – als Endpunkt einer 1538 begonnenen hölzernen Leitung, durch die reines Quellwasser aus dem Mühltal in die Altstadt floss. „Wenn der Brunnen auch nicht gerade künstlerisch besonders hervorsticht, so ist der doch ein beachtliches Werk, das zu den frühen Bauwerken der Renaissance in Deutschland gerechnet werden muss“, schrieb der Heimatforscher Karl Baeumerth in einer Abhandlung aus dem Jahr 1976. In Urkunden sei er vielfach als „großer Springbrunnen“ bezeichnet worden, hatte Baeumerth bei seinen Forschungen herausgefunden. Und er beschrieb das Bauwerk so: „Aus den Mundöffnungen grotesker Ammonsköpfe ergießt sich der Wasserstrahl in ein achtseitiges Becken.“ Was heutzutage ergänzt werden muss um den Zusatz: Alljährlich beim Ebbelwoifest fließt das Stöffche aus den Brunnenröhren.

Auf der Brunnensäule befinden sich Namen und Wappen wichtiger Persönlichkeiten der Bauzeit und die älteste Darstellung des Langener Wappens. Darunter, eingebettet in ein Rankenornament, sind vier Tierköpfe platziert, die menschliche Charaktereigenschaften symbolisieren. Der Löwe markierte übrigens nicht schon von Anfang an die Spitze: Langen wurde erst 1599 hessisch durch den Verkauf des Amtes Kelsterbach durch Graf Heinrich von Isenburg-Kelsterbach an den Landgrafen von Hessen. Baeumerth mutmaßte, dass der Sandstein-Löwe vielleicht erst bei einer umfassenden Brunnenrenovierung 1667 als neues Hoheitszeichen aufgesetzt worden sei könnte.

Eine umfassende Brunnenrenovierung ist nun nicht geplant, wohl aber die Überprüfung und gegebenenfalls Beseitigung von Schäden. Das vorerst letzte Mal war das Bauwerk 2013 gereinigt und ausgebessert worden.

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