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Schallschutz für Oberlinden

Magistrat fordert Überarbeitung des B-486-Lärmgutachtens

29.07.2019
Schallschutz für Oberlinden
Reicht der Schallschutz für Oberlinden – hier in Höhe der Einmündung der K 168 – auch nach dem Ausbau der B 486? Der Magistrat hat seine Zweifel. Foto: Sorger/Stadt Langen

Das neue Verkehrsgutachten von Hessen Mobil zum Ausbau der Bundesstraße 486 beinhaltet auch eine überarbeitete schalltechnische Untersuchung. An deren Umfang übt der Langener Magistrat harsche Kritik. Der Grund: Die Auswirkungen des Vorhabens auf das angrenzende Wohngebiet Oberlinden wurden nicht unter die Lupe genommen. „In dem Papier geht es nur um die Folgen für die beiden Wirtschafts- und Wohngebäude der Verbandskläranlage“, wundert sich Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Laut dem Bundesimmissionsschutzgesetzt ist der sogenannte Straßenbaulastträger verpflichtet, beim Bau von Straßen sicherzustellen, dass durch diese keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass Lärm ein besonderer Stressfaktor ist, der Menschen belastet und bei unzumutbarer Höhe gesundheitsschädigend wirkt.

Löbig hat kein Verständnis dafür, dass der Lärmschutz für Oberlinden nicht in die aktuelle Untersuchung eingeflossen ist. In einem Erläuterungsbericht werde lediglich „unterstellt“, dass trotz einer Steigerung des Verkehrsaufkommens mit keinen negativen Auswirkungen auf das Wohngebiet zu rechnen sei. „Unterstellungen oder Annahmen sind jedoch nicht geeignet, um hier objektive und gesetzeskonforme Entscheidungen zu treffen“, sagt Löbig.

Der Erläuterungsbericht enthält ebenfalls einen Hinweis auf die Lärmschutzwände, die im Zuge der Nordumgehung für die Gebäude entlang von Forstring, Hasenwinkel und Buchenhain errichtet wurden. „Aber es ist an keiner Stelle die Rede davon, dass die Lärmschutzwände lediglich für eine prognostizierte Verkehrsbelastung von 20.000 Kraftfahrzeugen am Tage dimensioniert wurden. Die aktuelle Untersuchung geht aber mittlerweile von der bald dreifachen Menge in diesem Abschnitt aus“, erklärt der Erste Stadtrat.

Er fordert deswegen Hessen Mobil auf, das Lärmgutachten zu überarbeiten und Oberlinden mit einzubeziehen. Sollte dabei herauskommen, dass die gesetzlichen Obergrenzen für ein Wohngebiet von 59 Dezibel tagsüber und 49 Dezibel in der Nacht durch den Ausbau überschritten würden, müssten auf jeden Fall entsprechende Schallschutzvorkehrungen für die Anwohner getroffen werden.

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